Gibt es bald keine Bäckereien/Metzgereien mehr?

  • Wo kauft ihre Backwaren/Fleischprodukte ein? 23

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    Seit zehn Jahren macht täglich ein Betrieb dicht, weil die Menschen sich für die kostengünstigere Alternative vom Discounter entscheiden, zudem fehlt der Nachwuchs die den Beruf des Metzgers oder Bäckers erlernen wollen.


    Hier sind verschiedene Quellen dazu:

    Zitat

    „Innerhalb der letzten zehn Jahre sind ungefähr 30 Prozent der Metzgereien und Bäckereien Deutschland verschwunden. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) werden mehr Betriebe geschlossen als eröffnet. Es fehlen vor allem Auszubildende"


    Quelle: BR Nachrichten: Immer weniger Bäcker und Metzger.

    Zitat

    „Kaum jemand möchte Bäcker oder Metzger werden. Seit 2010 ist die Zahl der jährlich neu eingestellten Auszubildenden laut Handwerksverband um mehr als 70.000 zurückgegangen – besonders stark in der Lebensmittelbranche“.

    Quelle: Zeit: Handwerk Ausbildung Demografischer Wandel.

    In einer Bäckerei kostet ein normales Brötchen um die 0,33 Cent, während Discounter wie Lidl/Aldi diese schon für ca. 0,14 Cent verkaufen. Kauft man Beim Metzger ein Kilogramm Hackfleisch, beläuft sich das auf 9,99 Euro, während der Discounter die gleiche Menge für unter 5,00 Euro anbietet. Supermärkte haben leicht höhere Preise als ein Disounter, aber noch immer günstiger als der Fachhandel und oft ein größeres Angebot als dieser. Der Kunde bevorzugt oftmals die günstigere Variante, sodass die Fachgetriebe ihre Ware nicht mehr los werden und nicht genug Umsatz machen. Konkurrenzfähig sind sie maximal vor Feiertagen, da z. B. Fleisch vom Metzger als "etwas Besonderes" angesehen wird und gerne für bestimmte Anlässe gekauft wird (Quelle).



    Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

    Kauft ihr eure Produkte noch beim Bäcker oder Metzger des Vertrauens?

    Ist euer Einkauf von der Saison (z.B. Grillsaison) abhängig, oder vom Anlass (z.B. Weihnachten)?

    Kauft ihr lieber beim Discounter oder Supermarkt die günstigere Variante?

    Wovon ist es abhängig, was ihr für ein Produkt wo kauft?

    Gibt es Produkte die ihr lieber beim Metzger kauft oder beim Discounter?

    Gibt es für euch geschmacklich einen großen Unterschied in der Qualität?

    Würdet ihr Bäckereien/Metzgereien in eurer Umgebung vermissen?

    Würdet ihr die Ausbildung zum Metzger / Bäcker heute noch machen wollen?



  • Cassandra

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Kauft ihr eure Produkte noch beim Bäcker oder Metzger des Vertrauens?

    Mein Problem ist wohl, dass ich nicht wirklich einen Bäcker/Metzger meines Vertrauens habe. Der nächste Bäcker ist furchbar, da kaufen wir gar nicht gerne ein. Der nächste Metzger ist abgelegen von der üblichen Einkaufsroute. Unser Globus hat hingegen auch einen Fachhandel integriert, wo wir das Fleisch holen. Beim Brot sind wir mal so mal so. Entweder es wird beim Fachhändler, der im Supermarkt integriert ist, gekauft oder im Supermarkt selber. Dunkles Brot schmeckt uns einfach besser vom Discounter.


    Wovon ist es abhängig, was ihr für ein Produkt wo kauft?

    Der Geschmack vor allem. Der Preis kommt dann natürlich mit ins Spiel, wobei er den preis nicht überwiegen kann. Bringt halt nichts, wenn es nicht schmeckt aber günstig war, lol. Aber viele Brötchen schmecken beim Lidl/Aldi/Penny halt teils sogar besser, als das, was uns der Bäcker bietet. Und es ist günstiger. Also why not? Brot wird noch öfters beim Bäcker gekauft, weil frisches Brot da gut schmeckt, aber eben auch eher wenn es sich um Mischbrot handelt. Sobald wir dunkles Brot wollen, lohnt sich die verpackte Supermarkt-Alternative. oder gleich selber backen.


    Würdet ihr Bäckereien/Metzgereien in eurer Umgebung vermissen?

    Ja. Discounter/Supermarkt hin oder her, aber manche Ware ist beim Fachhändler präsenter. Irgendwelches Gebäck kaufe ich lieber beim Bäcker, da der Supermarkt da irgendwie eher verpackte Einheitsbrühe anbietet. Allerdings gibt es an diesen automatischen Bäckereien im Aldi etc. auch recht gute Sachen, die man einzeln und nicht abgepackt kaufen kann. Wahrscheinlich würde ich mich recht schnell daran gewöhnen, wenn das Angebot sich angleicht.

    Fleisch kaufe ich selber nie, aber weiß, dass meine Eltern lieber zum integrierten Fachmetzger im Supermarkt greifen, weil sie dem verpackten Fleisch eher selten trauen. Wahrscheinlich würde ihnen gerade beim Fleisch das Fehlen von Metzgereien durchaus auffallen. Allerdings hat jetzt z. B. eine riesige Fleischerei in der nähsten Stadt eröffnet, wo du auch Fachpersonal antriffst, aber das Angebot größer ist, als bei so einem kleinen Metzger um die Ecke. Ich denke, sowas wird sich auch eher halten können und wenn sich das verbreitet, vermisst den Kleinbetrieb auch keiner mehr.


    Generell muss man auch bedenken, dass das ein Handwerk ist, das durch die hohe Mobilität und die Infrastruktur nun mal kleiner wird. Klar waren das früher wichtige Berufe und die Läden konnten sich besser halten. Aber je mehr Fachketten sich dem Angebot anpassen, desto weniger relevant wird ein solcher kleiner Laden. Da müssen sich auch die Ausbildungsplätze daran anpassen und vielleicht wird es dann auch wieder attraktiver. Fachpersonal brauchen wir ja dann doch ein wenig, weil die menschliche Komponente imo noch immer für eine bessere Qualität steht.

  • Nur mal ein lustiger Funfact, den ich auch mal im Chat erzählt habe, bezieht sich aufs erste Zitat:

    Wenn Leute mit mir über meine Ernährungsweise diskutieren wollen oder rausfinden, dass ich kein Fleisch esse (ich halte mich mit Aussagen im RL dazu meistens zurück, weil ich wehleidige, anstrengende und respektlos geführte Diskussion über dieses Thema inzwischen gerne vermeiden möchte), kommt als Antwort ganz oft wie aus der Pistole geschossen: "Also ich kaufe nur noch beim Metzger meines Vertrauens!!!!"; das fällt in 10 Diskussionen wirklich verdammt oft und die Statistik, dass 30% der Metzgereien verschwunden sind, kann halt nur zwei Sachen bedeuten:
    1.: Ich habe verdammt viel Glück, dass ich mit Menschen rede, die bei ihrem Fleischkauf bewusst sind oder

    2.: die meisten reden einfach Quatsch


    Ansonsten zur eigenen Thematik: Ich denke, dass Metzger einfach unter diesem andauernden Preis-Dumping leiden. Der durchschnittliche Deutsche kauft sich halt einen Weber-Grill für 800€, isst dann aber lieber das Fleisch für 3€ das KG als das Fleisch für 10€ das KG - Metzger können halt nicht so weit beim Preis-Dumping runter gehen wie es Supermärkte und Discounter machen.
    Der andere Aspekt ist natürlich auch Veganismus und Vegetarismus; es ist einfach keine Splittergruppe mehr, sondern immer mehr Leute verzichten bewusst aufs Fleisch und auch damit sinkt natürlich die Zielgruppe.


    Zum Bäcker gehe ich aber schon gerne, wobei man sagen muss, dass Aufbackbrötchen meist schneller sind als zum Bäcker und zurück, man zuhause bleiben kann und vor allem billiger sind. Wenn ich schon mal morgens von irgendwas nach Hause komme oder zu besonderen Anlässen hole ich noch Brötchen, aber inzwischen kommt das vielleicht allerhöchstens einmal die Woche vor, tendenziell eher weniger. Früher gab es zum Frühstück noch jeden Tag Brötchen, aber vielleicht ist die Entwicklung auch nur bei mir so.

  • Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

    Bisher hatte ich um ehrlich zu sein nicht wirklich eine Meinung dazu. Zumindest habe ich mich darum nicht wirklich kümmern brauchen, in unmittelbarer Umgebung habe ich immerhin keinen Metzger und im Rewe, in dem ich immer einkaufen gehe, gibt es keinen Bäcker.

    Wenn ich denn mal Brötchen oder Kuchen kaufen möchte, gehe ich dafür auch zum Bäcker und würde es hier einen Metzger geben, würde ich (hoffentlich) zumindest Hack bei diesem kaufen. Aufstrich esse ich aber eigentlich lieber den vom Supermarkt, schmeckt mir erfahrungsgemäß einfach besser.


    Kauft ihr lieber beim Discounter oder Supermarkt die günstigere Variante?

    Ich wusste bisher nicht dass bspw. Rewe und Aldi etwas so unterschiedliches sind. Deswegen würde ich gerade bei Fleisch, das nicht aus "erster Hand" verkauft wird, wahrscheinlich das günstigere kaufen. Ich meine, unterscheiden sich Discounter und Supermärkte in dem Aspekt wirklich?


    Würdet ihr die Ausbildung zum Metzger / Bäcker heute noch machen wollen?

    Denke schon, ja. Zumindest macht mir weiterer Papierkram nicht unbedingt einen Beruf kaputt, oder was auch hält Andere davon ab Bäcker zu werden? Ich hätte halt kein Bock Bäcker zu werden, vielleicht bin ich so einer, dem das Abi hinterher geworfen wird und sich deswegen zur Uni berufen fühlt, aber auch sonst wäre Bäcker sein eher nichts für mich.

    So ziemlich genauso gehts mir mit dem Beruf des Metzgers, wobei ich den noch weniger ausüben wollen würde, weil mich Fleisch kneten weniger anmacht als Teig kneten.

    Vermutlich habe ich irgendetwas vergessen, wenn ich dran denke, editier ichs einfach, lol.

  • Fleisch kauf ich kaum und wenn, dann meist nur Wurst, also beim Supermarkt, da ich dafür nicht extra zum Metzger gehe. Diese ist auch nicht unbedingt um so vieles günstiger.

    Die Süßspeisen vom Supermarkt jedoch schmecken selten, auch bei den Bäckerein wie Felber oder Ströck finde ich die meisten nicht so gut, wie jene von kleineren Bäckerein und in der Qualität sollte auch der Unterschied liegen. Glaube nicht, dass gute Bäckerein so rasch aussterben, wenn es Menschen gibt, die die in der Nähe wohnen und die Qualität der Ware schätzen.

    Ansonsten muss natürlich auch der Preis stimmen. Hier in der Nähe hat eine Bäckerei mit astronomisch hohen Preisen recht schnell wieder zugemacht.

  • Also, meiner Erfahrung nach ist das Supermarkt/Discounter-Zeug zwar billiger, aber halt meistens echt auch qualitativ deutlich schlechter. Und gerade wenn es um Fleisch geht, will ich, dass es mir schmeckt. Ich kaufe also definitiv eher beim Metzger. Ähnliches gilt für Backwaren.


    Gerade bei meinen Großeltern in der Nähe gibt es einen richtig guten Metzger, mit dem selbst die Metzgereien in meiner Umgebung nicht mithalten können, obwohl die gar nicht so schlecht sind. Und wenn man erstmal Fleisch von einem derart guten Metzger gegessen hat, will man es nicht mehr missen. Das ist mit ein Grund, warum ich mich immer auf die Besuche bei meinen Großeltern freue. Meine Eltern nehmen von dort dann meistens auch einen ganzen Vorrat an Bratwürsten mit (die Bratwürste von dem Metzger sind phänomenal) und verteilen die dann im Freundeskreis, weil da auch schon alle von dieser schieren geschmacklichen Qualität eingenommen wurden und immer wieder fragen, wann wir wieder ne neue Ladung davon bekommen.


    Das mag für den einen oder anderen jetzt vielleicht etwas übertrieben klingen, aber es ist wirklich so. Fleisch ist eben nicht gleich Fleisch, und durch Fälle wie den oben beschriebenen ist für mich jedenfalls klar, dass ich für den Rest meines Lebens beim Metzger kaufen werde, jedenfalls solange es noch Metzgereien gibt. Und ich gehe mal davon aus, dass das trotz des Rückganges noch sehr lange sein wird, weil es immer Leute geben wird, die wahre Qualität zu schätzen wissen. Und wenn es dann halt mal ein kleines bisschen teurer ist, was solls, das ist es mir wert.


    Kann man wie gesagt auf Backwaren auch ähnlich übertragen. Im Supermarkt sind das, sofern da keine richtige Bäckerei integriert ist, meistens bloß massenproduzierte Aufbackwaren. Und das merkt man meines Erachtens schon deutlich. Eine richtige Bäckerei ist da um Welten überlegen. Auch hier gilt: Brot ist eben nicht gleich Brot.

  • Kann man wie gesagt auf Backwaren auch ähnlich übertragen. Im Supermarkt sind das, sofern da keine richtige Bäckerei integriert ist, meistens bloß massenproduzierte Aufbackwaren. Und das merkt man meines Erachtens schon deutlich. Eine richtige Bäckerei ist da um Welten überlegen. Auch hier gilt: Brot ist eben nicht gleich Brot.

    Das Ding ist nur: die aller, allerwenigsten Bäckereien haben wirklich Mitarbeiter, die hinten stehen und den Teig selbst kneten und auch aufbacken. Ich habe in Japan in einer Bäckerei gearbeitet, die genau das getan hat, das ist aber sowohl dort, als auch hier die große Ausnahme. Die meisten Bäckereien und Bäckereiketten hier bekommen ihre Ware tatsächlich tiefgekühlt angeliefert und schieben die eben nur noch in den Ofen und streuen Schokolade über die Schokocroissants.

  • Die Personalsituation ist der größte Killer momentan. Bei den Leuten setzt so langsam ein Umdenken ein, die Schlangen vor den Bäckern werden länger. Es spricht sich auch schnell herum, wer das ordentlich macht und wer nicht.

    Gerade von Ware aus dem Discounter/Supermarkt sollte man aber tunlichst die Finger lassen. Backwaren mögen noch gehen, aber bei Fleich-/Wurstwaren hört der Spass auf.

  • Kann man wie gesagt auf Backwaren auch ähnlich übertragen. Im Supermarkt sind das, sofern da keine richtige Bäckerei integriert ist, meistens bloß massenproduzierte Aufbackwaren. Und das merkt man meines Erachtens schon deutlich. Eine richtige Bäckerei ist da um Welten überlegen. Auch hier gilt: Brot ist eben nicht gleich Brot.

    Nachdem ich kein Fleisch mehr esse, kann ich nur für Backwaren und Bäcker sprechen, muss aber sagen, dass es auch hier stark auf den tatsächlichen Vertrieb angeht und das Produkt. Ich war hier in Erfurt bereits bei verschiedenen Bäckern und habe dort die Brezen - einer meiner Lieblingssnacks überhaupt, kann mich dumm essen an den Dingern - probiert, und so dumm das klingt und so ungerne ich das zugeben mag: die Brezen bei Kaufland schmecken eindeutig am besten. Für 29ct im Vergleich zu minimum 70ct bei den anderen Bäckern hier im Umkreis ist einerseits der Preis natürlich durchaus Kaufargument, andererseits schmeckt es mir halt wirklich besser. Hab sogar mit meinem Freund, der die auch gerne ist, mehr oder weniger einen Tastetest gemacht, und auch er mochte die Discounterbrezen mehr, als die von den Bäckern vor Ort. Kann natürlich sein, dass die Bäckerketten, die wir hier haben, einfach mies sind. Als ich noch auf dem Dorf in Bayern gelebt habe, gab es für mich nichts besseres als frisches Sauerteigbrot - auch das kann ich quasi blank kiloweise essen, haha - oder die Breze vom Bäcker im Nebendorf. Echt schade.

  • Abseits von Bayern ne richtig gute Brezel zu finden ist aber auch ein unerwartet schweres Unterfangen. Wobei ich gerade nicht weiß, ob die nicht sogar regional geschützt sind, das heißt, die müssen in Bayern produziert werden. Da hat es Kaufland auch einfacher, die sich sicherlich die ferigen Teiglinge einfach aus Bayern holen...

  • Also ich arbeite ja selber in einer Bäckerei (Hager). Ich backe zwar nichts selber, bis auf Sachen die wir fertig als Teig bekommen und dann nur mehr aufbereitet werden müssen, aber das ist grad nebensächlich. Wir haben recht krasse Preise imo, wo die Konkurrenz das selbe teilweise um den halben Preis anbietet. Man könnte ja meinen, Qualität wäre dann vorhanden. Aber tatsächlich lohnt sich bei uns eher das Brot, bei anderem Zeug greift die Kundschaft gerne zu dem Gebäck der Konkurrenz - Hofer/Aldi und co.


    Es wird zwar alles selber gebacken von unserer Backabteilung und wir bekommen es dann geliefert, aber wenn wir selber noch was brauchen müssen wir es von unserem tiefgekühltem aufbacken. Witzigerweise sieht das meist besser aus als jene Sachen, die wir von unserer Zentrale geliefert bekommen (Gibt hier obv auch Ausnahmen). So oder so hilft uns das nicht, da wir einen recht großen Anteil an alten Leuten in unserer Kundschaft haben. Eben jene, die bald wegsterben werden. Und wenn man da keine Idee hat wie man neue Kunden zu sich holt, sollte klar sein, wie es weitergehen wird. Aber trotz all der Sorgen geht es scheinbar dennoch gut genug, sonst wären wir ja schon längst geschlossen.

  • Für die Metzer kann ich als Veganerin insoweit sprechen, dass ich jedem Konsumenten davon abrate, das Fleisch "billig in Masse und abgepackt aus dem Kühlregal" zu kaufen. Zum einen ist diese Art Fleisch von absolut minderwertiger Qualität, zum anderen hatten die Tiere selbst noch zu Lebzeiten viel weitere und unwürdige Transportwege (zum Großteil aus der Massenqualzucht aus den osteuropäischen Ländern) als heimisches Schlachtvieh (was allerdings auch nicht besser dran ist), was die CO2-Bilanz noch weiter in die Höhe schießen lässt.

    Wer die Möglichkeit hat, kann sich beim nächstgelegenen Bauern über das Fleisch-Angebot und auch über die Herkunft der Tiere informieren. Ist die Möglichkeit des Bauern nicht gegeben, kann den Metzger seitens Vertrauens zurate ziehen. In beiden Fällen ist das Fleisch deutlich teurer, aber die Qualität ist besser, was man auch schmeckt (ich bin nicht als Veganer zur Welt gekommen, daher weiß ich, wovon ich spreche). Wer aufgrund des Preises zum Billig-Fleisch greift und das gleich in Masse kauft, weil die Familie jeden Tag Fleisch auf dem Tisch haben will, hat sich mit dem Genussmittel Fleisch in keinster Weise auseinandergesetzt. Denn Fleisch ist kein Lebensmittel, sondern ein Genuss- und Konsumgut wie Alkohol und Zigaretten.


    Bei mir im Ruhrgebiet gibt es einige kleine Handwerksbäckereien und mehrere mittelständische Bäckereibetriebe. Meine Schwester ist Bäckereifachverkäuferin und arbeitet in einem solchen Filialbetrieb, der von der Hauptbäckerei täglich mit Teigrohlingen und Backwaren beliefert wird und die dann in der Backstube der Filiale gebacken werden. Dass der kleine Handwerksbäcker immer mehr vom Markt verschwindet, liegt aber eher daran, dass es keinen Nachwuchs im Bäckerhandwerk (oder generell im Handwerk) gibt. Kein Jugendlicher will nachts um 3 Uhr in der Früh aufstehen und sich in die Backstube stellen und Teigballen zu Brötchen rollen. Von der nicht vorhandenen Attraktivität mal abgesehen, spielt auch das Preisangebot eine große Rolle. Weil das Handwerk nicht geschätzt wird (eben weil die Waren teurer sind), wird beim Billig-Discounter gekauft. Hier kann man sich über die Qualität streiten, einige finden den Billig-Discounter qualitativ gut, ich finde es ekelhaft. Wenn ich die zeit dafür habe, backe ich mein Brot selbst. Wenn es schnell gehen muss, kaufe ich bei meiner Bäckereifiliale des Vertrauens ein Brot. Um die Backwaren beim SB-Bäcker mache ich einen weiten Bogen.

  • Dass man beim Discounter einkauft liegt ja daran, dass man in einem Laden fast alles kaufen kann an Nahrungsmitteln. Fleisch ist Lebensmittel. Aber damit auch im Discounter bessere Qualität geben soll, dann muss man dort die Finger aufzeigen. Warum kann der Metzger des Vertrauens nicht sein Fleisch im Discounter verkaufen? Dass im Discounter zum Beispiel Eier aus Niederlande verkauft wird, das verstehe ich nicht. Von Niederlande bis Nordhessen ist schon weit. Da muss man eingreifen, dass man zum Beispiel die Transportwege begrenzen tut und Ware aus Massentierhaltung bzw. schlechterer Haltung höher besteuert als Ware, die eben tierfreundlicher sind. Dann werden sich die Preise zwar steigen, aber erst dann wird man merken, dass Fleisch halt ein Lebensmittel ist was man sich nicht jeden Tag leisten kann. Aber solange es Billigfleisch gibt wird sich nichts ändern. Wenn ich mir einen Döner hole frage ich ja auch nicht nach, ob das Fleisch aus der Massentierhaltung kommt.. leider tut die Politik einfach viel zu wenig dafür, dass das Tierwohl deutlich verstärkt wird und auch wir Menschen gesünderes Essen bekommen ohne Medikamenterückstände usw.. die Idee der Discounter ist schon sehr gut, aber die Qualität ist dort einfach minderwertig und muss besser werden.

  • Backwaren kaufe ich gerne immer noch beim Bäcker, finde ich dort einfach leckerer, als die

    Produkte vom Discounter/Supermarkt.


    Was Fleisch betrifft gehe ich lieber zum Supermarkt, weil es mir auch von dort schmeckt und mir

    Metzger doch teilweise zu teuer ist.


    Bäckereien würde ich schon in der Nähe vermissen, Metzgereien eher nicht, gibt es kaum noch welche hier vor Ort.


    Saisonal gibt es für mich beim Einkauf keine Unterschiede, wenn ich auf etwas Bock habe kaufe ich es jederzeit.


    Die Ausbildung würde ich aktuell nicht machen, da ich eine andere Ausbildung bereits absolviert habe ^^.