Erleuchtet - Spieletopic

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  • Frisch wehte eine stramme Briese über die Felder und ließ die Kronen der Bäume zittern. Hier in den Bergen im Norden Wejaus war es immer kälter, wie im tiefer gelegenen Mittelteil des Landes, da half auch die sinkende Sonne nichts, die am beinahe völlig klarem Himmel hing und nur gelegentlich hinter einzelnen, vom Wind zerfetzten Wolkenschleiern verdeckt wurde. Selbst jetzt im Hochsommer, kroch das Thermometer selten über die 15°C Markierung. Und trotzdem lag seit einigen Tagen, eine seltsame Stimmung, als wäre die Luft mit knisternder Elektrizität aufgeladen, über der Stadt Oscuras. Eine Aufregung, die man deutlich auf der Haut spüren konnte wie eine Vorahnung, dass bald etwas Wichtiges geschehen würde. Bemerkbar machte sich dies auch an der Tatsache, dass viel mehr Pilgerer und Besucher die Tage unterwegs waren. Denn auch wenn Oscuras mit seinen rund 40 000 Bewohnern keine Kleinstadt war, so verirrten sich doch im Sommer gewöhnlich kaum Fremde hierher ins Gebirge. Und je näher die Sonne dem Horizont rückte, desto deutlicher wurde die Anspannung, als würde die Welt selbst das kommende Ereignis herbeisehnen.

    Mit festen Schritt näherte sich ein Mädchen, nein eigentlich schon eine junge Frau, den Leuten, die an einer Bushaltestelle warteten. Wortlos wichen diese vor dem Neuankömmling zurück, aber dieser beachtete sie nicht. Solche Reaktionen war Marika nur zu gut gewöhnt. Nirgendwo mochten die Leute sie und ihre Kleidung, die doch sehr aggressiv wirkte und ihre Bürstenfrisur, die sie einfach nicht gebändigt bekam, vermittelten auch kein gutes Bild. Man konnte deutlich die Erleichterung der Leute spüren, als die Erleuchtete nur an ihnen vorbei ging. Ihre Stimmung war angespannt. Was machte sie hier überhaupt? Es war gefährlich sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, denn wenn die Leute zu tuscheln begannen, war es für ihre Verfolger leichter, sie ausfindig zu machen. Auf der anderen Seite war eine größere Stadt wie Oscuras wesentlich anonymer, wie ein verschlafenes Bauerndörfchen, in dem jeder jeden kannte. Warum sie hier war, wusste sie selbst nicht so genau, nur dass es sein musste. Es hatte sie einfach nicht mehr losgelassen, als wäre sie plötzlich in den Anziehungsbereich eines riesigen Magneten geraten, der sie langsam aber beständig über die Oberfläche der Welt zu sich zog. Etwas würde passieren, da war sie sich ganz sicher, etwas, dass für sie selbst von außerordentlicher Wichtigkeit war, auch wenn sie noch nicht wusste, was. Zu dem Gefühl, angezogen zu werden, hatten sich auch die letzten Wochen seltsame und bizarre Träume gemischt, an die sie sich nach dem Aufwachen meist nicht mehr erinnern konnte und nur noch wusste, dass diese Träume in dem Moment, wo sie sie erlebt hatte, sehr wichtig gewesen waren.


    Eigentlich war es nicht ihre Art, einem Ruf zu folgen und hierbei hatte sie das abstoßende Gefühl, von jemand oder etwas ferngesteuert zu werden, was ihr so gar nicht gefiel. Das einzige beruhigende war, dass sie niemandem eine solche Macht zutraute. Irgendwie war es tröstlich sich in solche Theorien zu stürzen, denn wenn man mit schöner Regelmäßigkeit an allen erdenklichen Orten riesige Monster lauern sah, die nur darauf warteten, einen zu erlegen, konnte man schnell dem Gefühl der Hilflosigkeit verfallen und anfangen über die eigene Unfähigkeit im großen Rad des Schicksals zu philosophieren.

    Energisch schüttelte Marika den Kopf, dass ihr Haar, welches im Nacken zu einem Pferdeschwanz gebunden war, ihr ordentlich über Schultern und Gesicht peitschte. Es brachte nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, sie war ohnehin nicht stark genug, um sich diesem Ruf zu widersetzen, also musste sie herausfinden, was genau los war. Zielstrebig setzte sie sich wieder in Bewegung. Die Richtung kam ohnehin von allein.

    Eine gute Stunde später hatte das Mädchen die Stadt hinter sich gelassen und war an einigen weitläufigen Wiesen angelangt, von denen man, aufgrund der Tatsache, dass sie ein gutes Stück höher lagen, als die Stadt, aber dennoch noch immer unterhalb der hohen Turmspitze, die über der Kirche aufragte. Etwas verwundert blickte sich Marika um, sie wusste nicht mehr, wohin sie gehen sollte. Die seltsame Anziehung war nach wie vor da, aber gab nun keine Richtung mehr an. Mit einem Schulterzucken entschied die hochgewachsene Frau, dass dies wohl bedeutete, dass sie angekommen war und setze sich auf einen Felsen, der in unmittelbarer Nähe des Feldweges, auf dem sie hier herauf gekommen war, aus dem spärlich bewachsenen Boden ragte, wobei sie ein Bein angewinkelt gegen den Stein stemmte. Seit sie die Stadt verlassen hatte, war sie immer weniger Leuten begegnet und die meisten davon schienen es eilig zu haben, zurück in die Stadt und in ihre Häuser zu kommen. Die Spannung in der Luft war jetzt noch greifbarer und ein kühler Wind wehte über die Wiesen. Aber hier oben befanden sich außer Marika noch andere Menschen. Alle schienen zu warten, auch wenn nicht klar war auf was und mit dem weiteren Verstreichen der Zeit, trudelten immer wieder vereinzelte Leute ein. Die meisten schienen jünger wie die abweisende Blondine zu sein. Aber seltsamer Weise störte sie die Anwesenheit dieser Jugendlichen nicht. Auf eine geradezu subtile Art empfand sie das gleiche Gefühl, wie es sie immer überkam, wenn einer ihrer Verfolger in der Nähe war, nur fühlte es sich jetzt beinahe... gut an. Spielte ihr Verstand jetzt völlig verrückt?


    Marika fröstelte leicht, es war wirklich kühl hier. Das einzige, woran man erkennen konnte, dass gerade Sommer war, war die Sonne, die noch immer nicht vollständig hinter den hohen Bergrücken verschwunden war, obwohl es schon später Abend war und die Zeiger der Turmuhr sich auf 20 Uhr zubewegten.


    Wenig später war die Sonne endlich am Horizont versunken, doch es dauerte fast noch eine Stunde, bis das Licht des Tages schwand und den Himmel mit beständig dunkler werdendem Grau überzog. Wie auf ein stilles Zeichen hin, hoben alle Versammelten den Kopf und blickten in den Himmel. Erwartungsvolles Schweigen hatte sich über die Szene gelegt. Und mit einem Mal stand der Himmel in einem Meer aus Flammen. In allen Farben erschienen sie und jagten über das dunkle Tuch der Nacht, auf welches sie wellige Muster zogen. Brennend wie Feuer und zugleich kalt wie Eis. In allen Farben leuchtete das Himmelslicht, welches größer und näher schien, als jemals zuvor. Dann liefen plötzlich vier strahlen zusammen und brannten den unverkennbaren Stern, die Rosetta Liuroum in das Farbenspiel. Und der vierstrahlige Stern stand dem Himmelsfeuer in nichts nach, so viele verschiedenen Farben und Farbspiele waren wohl noch niemals in der nächtlichen Erscheinung beobachtet worden und erst recht nicht mit solch einer Helligkeit, denn das Licht, dass der Stern des ewigen Lichtes absonderte, reichte, um die ganze Gegend in dämmriges Zwielicht zu tauchen. Man konnte es zwar nicht als Taghell bezeichnen, aber die Nacht verdrängte er definitiv. Fast war es, als würde sich in diesem Moment die Rosetta Liuroum ihre ganz eigene Zeit schaffen.


    Fassungslos betrachteten die Jugendlichen das fantastische Schauspiel. Die meisten hatten schon oft den nächtlichen Lichtstern gesehen, aber in so einer Pracht war er ihnen nie erschienen. Selbst die beste Discobeleuchtung der Welt verblasste vor Neid angesichts dieser Farben. „Als hätte ein Regenbogen Feuer gefangen und wäre zerlaufen.“, murmelte die klare Kinderstimme eines Jungen staunend.

    Doch nicht nur der Himmel glühte. Aus den Augenwinkeln glaubte Marika zu sehen, dass etwas direkt in ihrer Nähe ebenfalls Licht absonderte. Widerwillig wandte sie sich von der Rosetta ab und blickte sich um. Als sie aber den Blick über die Schulter warf, entwich ihr ein entsetztes Keuchen. Denn auf dem schwarzen Leder, welches ihren Rücken und Arme bedeckte, strahlte es blutrot. Schnell verrenkte sie den Hals und fand heraus, dass es nicht der Mantel war, der da so Leuchtete. Ihr riesiges Mal strahlte von sich aus und durchdrang sogar die dicke Oberbekleidung mit seinem Licht, als wolle es dem Stern dort am Himmel Konkurrenz machen. Mit wachsendem Unbehagen sah sich die junge Frau um, um sich zu vergewissern, dass niemand sie bemerkt hatte. Aber was sie sah, verschlug ihr den Atem, denn auf allen, die sich auf dieser Wiese versammelt hatten, leuchteten irgendwo am Körper Zeichen, jedes in einer anderen Farbe. Bei einem Jungen schein das Licht sogar direkt aus dem Auge zu kommen. Was war hier los? Sie konnte es sich beim besten Willen nicht erklären. Auch schienen die anderen alle ebenso ratlos wie sie selbst zu sein.


    OT: So, es geht los, auf ein gutes Spiel und viel Spaß beim posten^^.
    Zum Einstiegspost: Bitte lasst eure Charas gleich in eurem ersten Post auf dem Feld eintreffen.
    Wenn ihr wollt, könnt ihr ja auch eure Anreise beschreiben und wie ungewohnt die Situation ist^^


    Gerne könnt ihr auch schon untereinander Gespräche beginnen^^


    JA, ich weiß,dass noch nicht alle ihre Farbe haben, aber das ist, denke ich kein Problem, ich muss sie ja nicht genehmigen ;). Ich werd euch nur anschreiben, wenns nicht passt^^.
    Die NPCs werden btw nur fett dargestellt.

    Öffne die Pforte, durchschreite das Tor und betritt eine Welt, wie du sie dir in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit und Kinder nie erwachsen werden.
    Doch ohne Hilfe werden die Traumlande schon bald vom Albtraum regiert, den die bösartigen Nachtmahre sind mächtiger als je zuvor.


    Das Abenteuer und der Kampf um die Welt der Träume hat begonnen!
    The endless Night of Dreams

    Einmal editiert, zuletzt von Sheewa ()

  • Mit mürrischem Blick lenkte der junge Mann seine Schritte durch die Straßen der Stadt. Warum genau war er eigentlich hier? Er mochte die Berge nicht, es war ihm selbst im Sommer viel zu kalt hier oben.
    Seine Schritte führten ihn immer weiter durch die Stadt, während die Menschen denen er begegnete alle auswichen. Doch das war er schon gewohnt, immerhin lief es doch schon fast sein ganzes Leben nicht anders. Und eigentlich war es ihm auch ganz recht so, denn er hatte keinerlei Interesse daran mit irgendwem menschlichen Kontakt aufzubauen. Nein, alleine war er besser dran, alleine konnte er einfacher überleben. Dennoch schlichen sich manchmal Gedanken in seinen Kopf, Gedanken darüber wie einsam er doch ist und wie schön es wäre wenigstens einen Freund zu haben. Mitten in einer Seitengasse blieb er stehen als der Gedanke schon wieder auftauchte. Er hielt seinen Kopf gesenkt und presste sich den Handballen der rechten Hand gegen die Stirn, die linke hielt den über seine Schulter gelegten Seesack in dem er seine wenigen Habseligkeiten aufbewahrte.
    Schließlich hob er seinen Kopf und blickte zum Abendhimmel, während seine Rechte einmal von seiner Stirn aus durch sein Haar fährt. Die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen kamen ihm dabei in den Kopf. Seit gut zwei Jahren zog er nun ziellos durch die Länder des westlichen Amruo, einfach nur darauf aus zu überleben. Irgendwann jedoch tauchten merkwürdige Gefühle und Träume auf. Es war so als würde ihn alles immer weiter in Richtung Osten ziehen und obwohl er es eigentlich nicht wollte folgte er unterbewusst dem Gefühl. Weil die Gefühle ihn immer weiter drängten legte er kaum noch Stopps ein um Geld zu verdienen, was darin resultierte, dass seine Kleidung immer weiter verschliss und er kein sonderlich gutes Bild abgab. Aber wenigstens hatte er sie noch kurz vor der Stadt in einem Bach waschen können, so dass die anderen Menschen nun wenigstens keinen weiteren Grund mehr hatten ihm auszuweichen. Jedenfalls war das Gefühl je näher er der Stadt kam immer stärker geworden und daher wusste Zane, dass er nun fast da war und hoffte endlich von dem Gefühl erlöst zu werden, damit er wieder sein "normales" Leben führen könnte.
    Während er so da stand und nachdachte, war die Sonne weiter gesunken und das Drängen schien stärker geworden zu sein, so als würde er sich beeilen müssen. Er wollte dem gerade nachgeben und sich wieder auf den Weg machen, als er hinter sich eine Stimme hörte. "He, Kleiner. Was hast du denn da schönes für mich in deinem Sack? Komm her und zeig es mir, dann tue ich dir auch nichts." Zane warf einen Blick über seine Schulter und entdeckte dort einen älteren, schmutzigen Mann in noch zerlumpterer Kleidung als seine. In der Hand hielt er ein Messer, das er eher ungeschickt als bedrohlich in die Richtung von Zane streckte. "Bei mir gibt es nichts zu holen, such dir jemand anderes." Mit einem verächtlichen Blick drehte Zane seinen Kopf wieder nach vorne und wollte gerade weiter gehen, als er wieder die Stimme hörte. "Davon würde ich mich doch gerne selbst überzeugen. Los, her mit dem Sack!" Nun reichte es Zane. Mit einer schnellen Drehung wandte er sich um und zog dabei mit seiner rechten Hand die Pistole aus dem Holster an seiner linken Seite, der zum Großteil von seiner Jacke verdeckt wurde. Es war schon ein Wunder, dass der Kerl sich überhaupt traute ihn zu überfallen und nicht wie alle anderen einen Bogen um ihn machte. Aber vermutlich war er so verzweifelt, dass er das ungute Gefühl das er haben musste ignorierte, weil Zane als so einfaches Ziel erschien. Er hoffte nun wenigstens die Bedrohung einer Waffe wäre stärker als die Verzweiflung des Mannes, denn wirklich schießen wollte er nicht. "Ich sagte, bei mir gibt es nichts zu holen." Der Blick des Mannes war angsterfüllt, als sein Blick den Lauf der Waffe anblickte, in dem sich die Strahlen der untergehenden Sonne spiegelten. Und auch in dem Anhänger der am Ende der am Griff befestigten Kette hing und sich leicht drehte schien durch die Reflektion der Strahlen zu blitzen. Ohne noch ein Wort zu sagen drehte er sich um und lief davon.
    Nach einem kurzen Moment schnaubte Zane verächtlich und verstaute die Waffe wieder im Holster, ehe er seine Schritte weiter in die Richtung in die es ihn zog lenkte...


    Schließlich kam er an. Es war eine weitläufiges Feld von Wiesen, an dessen Rand er stehen blieb. Zane hatte keine Ahnung was er hier sollte, doch das Gefühl, das zwar noch da war ihn aber nicht mehr bedrängte, schien ihm zu sagen er wäre angekommen. Aber warum? Hier war doch nichts, abgesehen von ein paar anderen Menschen die er entdeckte, unter anderem eine blonde Frau die etwa in seinem Alter sein dürfte und in seiner Näge an einen Felsen gelehnt stand. Irgendwas an diesen Leuten kam ihm merkwürdig vor, doch er konnte nicht sagen was. Bis es ihm plötzlich bewusste wurde. Sie alle waren jünger als er oder etwa im gleichen Alter und keiner schien Anstalten zu machen zurück in die Stadt zu gehen obwohl die Sonne doch schon untergegangen ist und es nur noch wenig Licht gab. Und noch etwas störte ihn und zwar, dass ihn die Anwesenheit der anderen nicht störte. Normalerweise fühlte er sich in Anwesenheit anderer Menschen immer unwohl, hier jedoch fühlte er sich fast schon friedlich und froh über die Anwesenheit der anderen. Ihm blieb jedoch keine Zeit mehr weiter darüber nachzudenken, denn in diesem Moment verlosch auch das letzte Licht des Tages und das Gefühl drängte ihn seinen Kopf zu heben. Das allnächtliche Spektakel begann nun und obwohl er diesem noch nie etwas abgewinnen konnte, konnte er seinen Blick einfach nicht davon lösen. Das Himmelsfeuer erschien ihm heute anders, viel farbenprächtiger und stärker und in seinem Inneren musste er auch zugeben, dass es ein ziemlich schöner und überwältigender Anblick war. Dann jedoch tauchte der eigentliche Grund aus dem er das Himmelsfeuer nicht ausstehen konnte auf und seine Hand wanderte automatisch an die linke Seite seines Halses. Die Rosetta Liuroum. Ihr hatte er eine strenge und lieblose Beziehung zu verdanken, aber dennoch erfüllte ihr Anblick ihn heute mit einem merkwürdigen Frieden. Um sich herum hört er beeindrucktes Getuschel, ein Junge führte sogar den Vergleich zu einem brennenden Regenbogen an.
    In diesem Moment nahm Zane jedoch etwas wahr. Aus seinen Augenwinkeln meinte er ein weiteres magentafarbenes Leuchten wahrzunehmen und als er langsam seinen Kopf nach links unten neigte musste er mit Schrecken feststellen, dass das Leuchten von seiner Hand zu kommen schien, die noch immer auf seinem Hals lag. Schnell zog er diese weg, doch was er dann feststellen musste erschreckte ihn fast noch mehr. Es war nicht seine Hand gewesen die leuchtete, sondern das Mal auf seinem Hals und das Leuchten hatte selbst das Fleisch und die Knochen seiner Hand durchdrungen. Leicht panisch sah er sich nun um, in der Hoffnung niemand würde es bemerken doch was er dann sah verblüffte ihn noch mehr. Jeder hier leuchtete von irgendeiner Stelle seines Körpers aus und sie alle schienen es genausowenig zu verstehen was hier vorgeht wie er. "Was...Was ist das hier? Was geht hier vor?" Überrascht und leicht panisch kamen diese Worte über seine Lippen, während seine Augen immer wieder über die Wiese und die leuchtenden Jugendlichen auf dieser fuhren.


    OT: Juhu, endlich geht es los. Ich wünsche allen viel Spaß hier, auf ein gutes RP.

  • Oscuras“, stellte Samuel trocken fest. „Irgendwann sollte ich auch dieses Loch hinter mir lasse.
    Seit einigen Wochen nun schon trieb er sich in dieser Stadt herum. Nicht in der ganzen Stadt natürlich. Fussgängerzonen, belebte Plätze und andere Orte, an denen Menschen ihn schief ansahen, mied er. Wie immer, wie in jeder Stadt bisher. Nicht nur, weil er keine Papier hatte, für den Fall, dass man ihn danach fragen würde, wollte er zu großer Aufmerksamkeit lieber entgehen. In den dunkleren Vierteln war es leichter für ihn, sich unbemerkt aufzuhalten und zu bewegen. Sein Pullover mit abgerissenen Ärmeln, die restliche ungepflegte Kleidung, seine komischen, an den Halsansätzen sichtbaren Zeichen in Form kleiner Zahnräder trugen genau so viel dazu bei, dass er sich frei und problemlos unter Menschen bewegen konnte, bei, wie sein in den meisten Städten teilweise geistesabwesendes und planloses Handeln. genau gar nichts.
    Ebenfalls fiel es in Gegenwart allzu lichter Menschen häufiger auf, wenn er sich auf Apparaturen konzentrierte. Immer wurde er gleich angeschaut, als plane er einen Einbruch... Dabei wollte er doch einfach nur über die Runden kommen. So trieb er sich lieber in den grauen Betonwüsten rum, wenn er gezwungen war, sich in einer Stadt aufzuhalten. Wie viele Städte und wie viele Dörfer dabei mittlerweile schon auf seinem Weg gelegen haben, konnte er mittlerweile schon nicht mehr mitzählen. Es waren nicht so viele, vielleicht 20 oder 30... Aber es interessierte ihn einfach nicht. Er wollte es vermeiden in eine Stadt zurückzukehren, in der er bereits einmal gewesen war, doch dafür würde es reichen, einfach nie den Weg zurückzugehen, den er gekommen war.
    Vielleicht würden auch diese seltsamen Träume und das seltsame Gefühl, das ihn erfasst hatte, auch wieder verschwinden, wenn er die Stadt verließ. Aber jetzt stand er nahe des Stadtrandes in einer ihm unbekannten Wohnung, an deren Tür „zu verkaufen“ stand und deren Schloss ihm sein Geheimnis schnell verraten und den Weg zu einem bequemen Ort für die Nacht freigegeben hatte. Bald würde er wieder aufbrechen, aber später würde er wohl doch noch einmal für ein paar Tage zurückkehren. Bevor er die Stadt endgültig verlassen konnte, müsste er seinen zur Zeit relativ leeren Rucksack noch mit einigen Dingen füllen. In diese Wohnung würde er nicht zurückkehren, aber es gab sicher noch genug ähnliche. Sich den Rucksack auf die Schulter werfend, aus dem er eben noch sein Frühstück hervorgezogen hatte, lief er nun zum Ausgang der Wohnung, die er essend hinter sich ließ, tiefer in die Stadt, die in den Morgenstunden zum Leben erwachte, vordringend.


    Irgendwann später am Tag jedoch hatte er wieder ein unbestimmtes Gefühl, das ihn noch bevor er etwas anders getan hatte, als einen Winkel der Stadt, in dem er zuvor noch nie gewesen war, ein wenig auszukundschaften, wieder zu leiten begann. Noch bevor er es bemerkt hatte, war er in einen Bus verschwunden, der viel zu voll war, damit ein Kontrolleur hätte durch ihn laufen können.
    Aus der Stadt hinaus zog es ihn. Weg von all dem Summen, Brummen und Tacken, den vielen Herzschlägen, die niemand zu hören schien. Aber sie waren doch da...
    Je näher der Bus der Stadtgrenze kam, desto leerer wurde er. Samuel zählte jedoch nicht zu den Personen, die den Bus noch in der Betonwüste verließen. Sobald er sich jedoch außerhalb der Stadt befand und zwar noch immer von seinem Gefühl gezogen war, setzte sich ein weiteres Gefühl dazu, dass ihn veranlasste, den Bus zu verlassen. Solange er sich in einem Linienbus befand war er zu gut zu verfolgen, was sehr ungut war. Aus diesem Grund verwendete Samuel Busse, Züge und andere Verkehrsmittel nur für kurze Strecken oder, wenn es sich absolut nicht vermeiden ließ.
    So stapfte er nun durch die bergige Landschaft, bis er sich einen Moment auf einer Wiese niederließ, um nachzudenken. Es konnte in der Umgebung keine Menschen ausmachen und genoss für einen Moment die Ruhe. Eine Ruhe, wie sie jemand anders gar nicht verstehen konnte. Denn hier in der freien Natur waren es nicht nur die Geräusche der Menschen und dem, was sie taten, die fehlten, sondern auch das, was sie nicht zu hören schienen. Kein Herzschlag der Maschinen, nicht einmal eine Präsenz, die sich in seinen Geist stahl. Wobei... eine kleine Präsenz gab es.
    Die Ursache dafür zog der stoppelhaarige Junge, den man auch für älter als seine 18 Jahre hätte halten können, nachdenklich unter seinem Pullover hervor. Im nachmittäglichen Sonnenlicht glänzend hielt er einen Revoler in der Hand, blickte sich ein weiteres Mal um, dass auch niemand da war, der die Waffe hätte sehen können, und öffnete den Verschluss der Trommel, die er daraufhin zur Seite herausklappen ließ. Zu erst sah er von hinten auf die fünf Patronen. Als er dieses Bild zum ersten Mal gesehen hatte, war er verwundert gewesen, da alle anderen Revolver, die er damals auf dem Schießstand gesehen hatte, sechs Patronen gefasst hatten. Sobald er sich jedoch die beinahe daumengroßen Patronen ansah, war klar, dass die Trommel viel zu voluminös geworden wäre, hätte man in ihr Platz für sechs Patronen geschaffen. Doch auch, wenn es ihm immer wieder auffiel, interessierte es Samuel eigentlich kaum. Was ihn interessierte waren die komischen Zeichen, die nichts ähnelten, was er je gesehen hätte, und die er nun auf der Außenseite der Trommel wie schon so oft vor seinen Augen drehte. Teilweise schienen die Zeichen in einander überzugehen, mache waren kantig und geradlinig, andere eher verschlungen. So viel er auch bereits darüber gebrütet hatte und immer, wenn er nachdenklich war, seinen Blick auf die Zeichen richtete, bisher hatte er noch nicht einmal einen Ansatz, was sie bedeuteten. Genau wie das komische Wort, das sich weiter vorne, auf dem Laufes befand. „Alemus“, was sollte das schon bedeuten. Er hatte zwar das Gefühl, dass er es wissen sollte und es kam ihm auch entfernt bekannt vor, es erinnerte ihn an etwas bekanntes, aber er wusste nicht, an was.
    Leicht frustriert, aber dafür wieder stärker von dem komischen Gefühl gezogen, drückte er die Trommel wieder an ihren Platz, nachdem er noch einmal über die Patronen geschaut hatte, als befürchte er, sie hätten aus der Waffe springen können und steckte die Waffe zurück an ihren Aufbewahrungsort. Was sollten all diese Rätsel? Warum war er auf dieses Schiff gesteckt worden, warum hatte sein Vater ihm diesen komischen Zettel hinterlassen? Na ja, um diese Fragen kümmerte er sich seit über zwei Jahren und hatte keine Antworten gefunden, sondern wusste nur, dass nicht nur er die Antworten suchte, sondern auch die Antworten ihn. Seitdem versuchte er, ihnen auszuweichen und sie doch gleichzeitig zu finden.
    Genug Spinnerei...“, ermahnte er sich selbst und stand auf. Einmal noch blickte er sich um, dann setzte er sich weiter in Bewegung, immer seinem Gefühl nach, auch, wenn er nicht wusste, warum er sich von ihm führen ließ. Aber ob er nun dem Gefühl oder dem Zufall folgte war ja am Ende auch egal, von daher lief er immer weiter.


    Auf einer Wiese, auf der er nicht alleine war, fühlte er sich dann irgendwie anders. Er spürte noch immer das etwas an ihm zog, aber es zog ihn nicht mehr durch die Gegend. Die anderen beobachtete er aus dem Augenwinkel, als er sich bei ihnen niederließ, wobei er jedoch nicht auf ihre Blicke achtete. Da es bereits spät war und wohl bald feucht werden würde, holte er aus seinem Rucksack eines der wenigen Kleidungsstücke, die er nicht am Körper trug. Ein verschlissener olivfarbener Regenumhang wurde so zu seiner Decke, auf die er sich legte und den Himmel beobachtete. Selbst als die Sonne schon versunken war, lag er noch da und beobachtete und auch die anderen schienen keine Anstalten zu machen, das Feld zu verlassen.


    Doch dann passierte auch etwas. Der Himmel begann zu leuchten. Wobei leuchten das Schauspiel, das sich da bot, wohl kaum ausreichend beschrieb. Auch die anderen Anwesenden wirkten erstaunt und fasziniert, wie Samuel bemrkte, da schien es nicht nur ihm so zu gehen. Es wäre auch schwer gewesen, das alles nicht faszinierend zu finden, selbst, wenn man von all dem nichts hielt. Das war mehr als einfach nur buntes Getummel. Noch beeindruckender wurde es dann, als sich auch die Rosetta Liuroum noch unter das Farbenspiel mischte.
    Samuel lag einfach nur auf dem Rücken und schaute über sich, bis er Unruhe sich breit machen spürte. Als er daraufhin den Kopf hob und sich in Richtung der anderen drehte, sah er den Grund für den Aufruhr: Ein jeder schien irgendwie ... zu leuchten. Aus dem Augenwinkel entdeckte der Militärssohn einen weiteren Lichtschimmer und riss die Augen auf, als er ihn auf seiner Brust bis über den Bauch hinunter verortete. „Was zur Hölle?“, entfuhr es ihm kaum hörbar, während sich das Leuchten als eindeutig in der Form dieses riesigen komischen Males herausstellte, das seinen halben Oberkörper bedeckte. Nun wusste er warum die anderen so unruhig waren und war es selber. Doch auch, wenn er etwas seltsames in der Gegenwart der Fremden verspürte, setzte er sich auf und versuchte, das Leuchten zu verbergen, indem er sich bis zum Hals in den Poncho wickelte und hoffte, dass es schnell wieder aufhören würde.


    OT: Los geht's. Auf ein gutes RPG. ^^

  • Schon wieder einer dieser seltsamen Träume, dachte sich Lorina als sie am Morgen aufwachte. Schon seit Wochen hatte sie einen unruhigen Schlaf. Doch einen Grund dafür konnte sich das junge Mädchen nicht erklären. Aber länger im Bett sitzen und sich den Kopf darüber zerbrechen wollte sie auch nicht. Sie stand auf, zog ihren seidenen Morgenmantel an und ging Richtung Balkon. Als sie die Tür öffnete kam ihr ein Schwall frischer kalter Bergluft entgegen. Zwar war in Amruo Sommer, doch war dieser hier kälter als in ihrer Heimat Erana. Von ihrem Balkon konnte Lorina weit ins Land hinaus blicken. Sie liebte diese Ferienhaus in den Bergen. Hier war sie fernab von den Getuschel und der Unehrlichkeit der anderen Menschen.
    Von hier oben konnte sie über die Stadt hinweg, über die weiten Wiesen bis hin zu den anderen Bergen blicken.


    Langsam bot der Morgenmantel keine Wärme mehr und über ihre Porzellan artige Haut zog sich die Gänsehaut. Sie ging wieder hinein und wollte sich gerade wieder hinlegen, als es an der Tür klopfte.
    „Herein!“ Die Tür öffnete sich und ein Hausmädchen kam herein. Sie machte einen Knicks und begann dann zu sprächen: „Guten Morgen! Es tut mir leid, dass ich so früh am Morgen störe aber ihr Vater ist am Telefon.“ Lorina war überrascht. Ihr Vater rief sie doch nie an. „Ja danke. Ich gehe hier ans Telefon.“ Das Hausmädchen machte erneut einen Knicks, ging hinaus und schloss die Tür hinter sich. Lorina drückte auf den grünen Hörer und sagte: „Guten Morgen Vater! Was ist so wichtig, dass du mich zu so früher Stunde anrufst?“ Der Mann am anderen Ende räusperte sich bevor er zu sprechen begann. „Ja es tut mir leid dich so früh zu belästigen aber es ich muss dir eine Wichtige Nachricht mitteilen. Ich habe eine neue Frau kennen gelernt und werde diese auch heiraten. Seid dem Tot deiner Mutter sind nun schon so viele Jahre vergangen und ich will nun endlich wieder glücklich sein. Ich hoffe du freust dich für mich.“ Lorina musste erst einmal tief Luft holen um den Schock zu verkraften. „Natürlich freue ich mich für dich. Und ich hoffe auch, dass du glücklich mit ihr wirst.“


    Nach diesen Satz legte sie auf und ließ sich aus Bett fallen. Sie war geschockt und konnte es nicht richtig verkraften. Sie wusste, dass ihr Vater irgend wann eine neue Liebe finden würde aber das kam ihr nun zu plötzlich.
    Sie hielt es nicht mehr im Haus aus und entschloss sich einen Spaziergang zu machen. Sie machte sich schnell fertig, schlüpfte in ihr weißes Sommer Kleid, band ihre Haar mit einem roten Band zurück, nahm ihren roten Mantel und ging aus dem Haus. Sie wusste nicht wohin sie gehen sollte und folgte nur ihrem Gefühl. Die kühle Luft strich ihr durchs Haar und Lorina genoss es.
    Erst nach mehreren Minuten merkte sie, dass sie den Weg Richtung Stadt eingeschlagen hatte. Schon ein paar Tage war sie nicht mehr da gewesen. In den letzten Tagen war sie zu müde gewesen um ihren Lieblingshobby nach zu gehen, dem Shoppen.
    Sie brauchte einige Zeit um in die Stadt zu kommen und so herrschte dort schon ein reges Getümmel. Menschenmengen mochte sie nicht. Auch wenn sie beim Einkaufen immer wieder damit konfrontiert wurde war ihr große Massen unangenehm. Sie nutzte aber die Gelegenheit um ihren Kleiderschrank aufzustocken.


    Am späten Nachmittag merkte sie, dass sie heute noch gar nichts gegessen hatte. Vom Kaufhaus lies sie sich die Sachen nachhause bringen und Lorina machte sich auf den Weg in ein kleines Restaurant am Stadtrand. Nach einem kleinen Essen wollte sie eigentlich nachhause gehen aber ein komisches Gefühl überkam sie, was ihr sagt sie solle aus der Stadt hinaus Richtung der Wiesen gehen. Sie wusste nicht warum aber sie gab nach. Sie winkte ein Taxi heran und stieg ein.
    „Wo soll es hingehen junges Fräulein?“ In einem schnippischen Ton sagte sie nur: „Einfach aus der Stadt raus. Ich sage schon wenn sie anhalten sollen.“ Während sie fuhren musste Lorina immer wieder an ihren Vater denken und warum er ihr nicht früher von dieser Frau erzählt hatte.


    Als sie das Gefühl hatte sie sei nicht mehr weit von ihrem Ziel entfernt gab sie den Fahrer Bescheid und stieg aus. Mit ihren hohen schwarzen Schuhen lief sie vorsichtig über das Laub am Boden. Nach wenigen Minuten hatte sie das Gefühl, sie sei angekommen. Und als sie sich umsah bemerkte sie, dass außer ihr noch viel mehr Menschen sich hier befanden. Doch sie fühlte sich durch diese Menschenmasse diesmal nicht bedrängt, es war eher ein positives Gefühl. Trotzdem war Lorina skeptisch. Sie lehnte sich an einen Baum am Rande der Wiese und beobachtete die Menschenmenge.
    Mittlerweile war es dunkel geworden und sie Sterne begannen am Himmel zu erscheinen. Als der Rosetta Liuroum dann erschien ereignete sich etwas seltsames, wie Lorina empfand. Er strahlte so beeindruckend wie nichts Anderes. Es war ein faszinierendes Schauspiel.
    Plötzlich bemerkte sie auch ein Leuchten hinter sich. Sie fuhr herum, doch da war nichts. Als sie sich wieder herum drehte sah sie, wie die anderen Personen auf der Wiese an stellen ihres Körpers begannen in einem einzigartigen Licht zu leuchten. Einige von ihren waren schockiert und andeere von ihnen vollkommen überfordert.
    Dann viel Lorina auf einmal ihr Zeihen ein, was sie schon seit dem Kindesalter hatte. Sie zog einen kleinen Spiegel aus ihrer Tasche, nahm ihre Haare beiseite und versuchte ihr Mahl zu erkennen. Es strahlte in einem hellen grellen Pink, wie es Lorina noch nie gesehen hatte. Sie wusste nicht was hier passiert und war sichtlich verunsichert. Der Spiegel glitt ihr aus der Hand und sie fing panisch an zu schreien.




    OT: Ich freu mich auf ein tolles RPG. Auf ein gutes Zusammenspiel ......
    Würde mich freuen wenn mich jemand anspricht : )

  • Auf einem Impromptu-Lagerfeuer köchelte eine kleine, blecherne Kaffeekanne. Knapp einen halben Meter entfernt saß Artemis Benjamin Faraday mit Durst, einem leeren, verkratzten Becher und der Frage im Kopf, was zur Hecke er hier mache.


    Natürlich bestanden keine Zweifel daran, dass er hier sei, weil er beinahe seine kompletten Ersparnisse in einen hellpinken Lappen investiert hatte, der es ihm ermöglichte, mit dem Amruo-Transkontinentalexpress nach Oscuras in Wejau zu reisen. Aber trotzdem ging er in Gedanken noch mal die Schritte durch, die ihn hierhin geführt hatten.


    Die ganze Sache hatte vor gut einem Monat in Ur-uropas alter Montagehalle begonnen, wo er (wie die letzten vier Jahre) aufgewacht war und (nicht wie die letzten vier Jahre) den brennenden Wunsch verspürt hatte, sich nach Oscuras in Wejau zu begeben, einem Ort, von dem er bisher noch nie gehört hatte. Wenn er sich konzentrierte, konnte er sich schemenhaft an Traumfragmente erinnern - was bedeutete, dass er seine Epiphanie geträumt haben musste. Vage entsann er sich an Stimmen... die ihm nahelegten, er möge seine Schritte gen Osten richten, fürwahr. Artemis war kein besonders religiöser Mensch, aber er wusste ungefähr, wie Religion zu klingen hatte.


    Religion? Wo kam das denn her? Es bestanden keinerlei religiösen Gründe für seine Reise. Er versuchte, das Drängen zu ignorieren, aber schlussendlich nahm er seine Ersparnisse mit zum Bahnhof und setzte sie in den eben beschriebenen Lappen um, eine Fahrkarte für den ATKE, den Amruo-Transkontinetalexpress, der ihn von der Westküste nach Oscuras transportierte und dafür keine zwei Tage brauchte. Im Zug war ihm aufgefallen, dass es auch kostengünstigere (dafür aber langsamere) Alternativen zur Bahn gab. Er hatte einfach ohne Nachzudenken sich für das Schnellste entschieden. Untypisch für ihn. Und auch ein bisschen beängstigend.


    An diesem Punkt unterbrach ihn das Pfeifen den Kanne. Obwohl Artemis eine Kaffeekanne und einen Kaffeebecher nutzte, war das Getränk, das er zubereitete, von weit edlerer Art. Eine gute Tasse Tee beruhigte die Nerven und verlängerte das Leben - Ur-urgroßvater soll jeden Tag mindestens eine Tasse Tee getrunken haben, und der ist über 90 geworden. Artemis hätte den alten Herrn gerne kennengelernt, da er vermutete, dass dieser ebenfalls so gewesen war wie er - eine höhere Lebensform, die auf die Menschen herabblickt. Aber unglücklicherweise lagen gut 75 Jahre zwischen dem letzten Tag des alten Knaben und seinem ersten Tag.


    Während der Reise hatte sich Artemis schon gewundert, was ihn da geritten hatte - und war schließlich auf die Antwort gekommen, dass es sein Instinkt war. Er war schließlich die "höhere Lebensform" - seine überlegenen Instinkte würden ihm den Weg weisen. Sollte Oscuras allerdings tatsächlich etwas für ihn bereithalten, versteckte es das noch gut. Was für ein Loch!, dachte Artemis, als er sich seinen Tee eingoss. Vielleicht war seine Wahrnehmung etwas subjektiv (er war zwar weitgereist, hatte aber meistens nur Fünf-Sterne-Hotels und Sehenswürdigkeiten mitgekriegt), aber Oscuras war wirklich keine schöne Stadt. Die hiesigen Menschen wirkten scheu und verhuscht - bis auf die vereinzelten Straßenräuber, die allerdings sofort kehrt machten, sobald sie sein Gewehr sahen.


    Auch eine gute Idee von ihm. Irgendetwas hatte ihm eingeflüstert, es sei wichtig, das Gewehr mitzunehmen - sein höherer Geist, selbstverständlich. Niemand sonst lenkte diese Schritte, und es war wichtig, sich das immer wieder klar zu machen. Und nun war er hier - umringt von anderen Menschen, die ihm ziemlich auf den Geist gingen. Obwohl er keine instinktive Abscheu vor ihnen spürte, wie sonst üblich. Merkwürdig...


    Mittlerweile war es Abend, und die Sterne zeigten ihr funkelndes Antlitz. Seit wann denke ich so?, fragte etwas in ihm. Keine Ahnung... Und dann explodierte der Himmel. Bunte Farben schossen aus allen Richtungen, wirbelten, waberten und erinnerten Artemis nüchternen Verstand an diese Tapeten, die vor 40 Jahren so in gewesen sein sollen. In der Mitte strahlte eine Mischung aus Regenbogen und Stern... das kannte er doch. Rosetta nochwas. Ein Lichtphänomen, zu beobachten in klaren Nächten. Eine helle Kinderstimme verkündete: „Als hätte ein Regenbogen Feuer gefangen und wäre zerlaufen.“ Sieht aus wie in 'ner alten Disco, dachte Artemis.


    Er sah sich um und stellte fest, dass die Rosetta nicht als Einzige Licht produzierte. Um ihn herum leuchtete jeder - zwar jeder an einer anderen Stelle, und in einer anderen Farbe, aber es war eindeutig ein zu Grunde liegender Trend zu erkennen. O-kay, dachte der Braunhaarige. Das wird jetzt bizarr. Zeit, das Feld zu räumen... Eine andere Stimme innerhalb seines Kopfes unterbrach seine Gedanken und wies ihn darauf hin, dass sich in seinem Blickfeld ein merkwürdiges hellrotes Leuchten befand, dass normalerweise nicht Teil seines Sichtfeldes war. Er nahm seine Mütze ab und blickte in seine Teetasse, in deren Teerest sich sein Gesicht spiegelte - sowie eine hellrote VIII, mit einem orangenen Kern. "Bizarr..." kommentierte er, dann stupste ihn sein Verstand wieder an. Also das erwartete ihn hier.


    Mein Unterbewusstsein ist ein Genie. Ich sollte bei Gelegenheit herausfinden, wie ich es belohne, dachte Artemis noch. Dann fiel er rücklings in Gras. Er war offensichtlich nicht allein.


    :ot: : Ladies und Gentlemen... Auf ein gutes RPG!


    Edit: Oh, und bevor ich es vergesse... Ansprechen ist nicht verboten! Und Chao : Das passiert mir auch öfters, wenn ich Text bei den persönlichen Notizen vorschreibe und kopiere. Für gewöhnlich kopiere ich in dem Fall den kompletten Quellcode nochmal (anstelle des fertigen Textes) und füge diesen anstelle des Quellcodes ein. Falls dir das einfach so passiert ist... kp, was man da machen könnte.

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

    2 Mal editiert, zuletzt von MentalChocobo ()

  • Schlag auf Schlag. Wie eine Schweizer Kuckucksuhr schlug der junge Mann auf das Brett unter sich ein. Akribisch versenkte er jeden Nagel beim ersten schlag. Kurz stoppte er seinen regelmäßigen Rhythmus um sich mit der Hand über die Stirn zu wischen. Tief atmete er ein und sah kurz Richtung Sonne. Es war so kalt heute und der Schweiß der ihm dank seiner Arbeit auf der Stirn stand lies ihn noch ein wenig mehr frösteln. Normalerweise machte ihm das nicht aus jedoch ging es ihm in letzter zeit generell nicht so gut. In der letzten Woche hatte er kaum eine Nacht durchgeschlafen und dazu wurde er immer wieder von seltsamen träumen geweckt. Oft genug schrak er schweißgebadet aus dem Schlaf hoch ohne sich auch nur ein einziges mal erinnern zu können was er geträumt hatte. Kurzendschlossen legte der braunhaarige den Hammer zur Seite und stand auf. Flink kletterte er das Gerüst runter und ging endschlossen auf seinen Chef zu. „Feierabend.“ Sagte er nur kurz in dessen Richtung drückte ihm seinen Helm und den Handwerkergürtel in die Hand und setzte, ohne auf das endrüstete Gebrüll seines vorgesetzten zu achten, seinen weg fort. Sein Chef kannte es, das er ab und zu einfach ging selbst wenn es wie Heute grade mal eine Stunde nach Dienstantritt war. Die verlorene Zeit zog er ihm einfach vom Gehalt ab. Er war zu gut als das er ihn wegen ein zwei kleiner Ausbrüche direkt feuern würde.


    Erleichtert atmete Viktor tief durch als er sein Zuhause erreicht hatte. Ruhig ging er durch die ihm vertraute Umgebung und endkleidete sich mit gewohnten Handgriffen auf dem Weg zu seiner Dusche. Langsam endspannte er sich als das warme Wasser auf ihn nieder prasselte und er sich den Staub und Schmutz des Arbeitens abwusch. Verwirrt runzelte er die Stirn als er nass aus der Dusche stieg. Immer noch war diese tiefe Unruhe in ihm die er schon seit Tagen verspürte. Er hatte das Gefühl gehen zu müssen. Wohin wusste er nicht aber schon seit Tagen war es ihm als würde der Wind ihn in eine andere Richtung drücken. Kurz endschlossen zog er sich wieder an Schlüpfte in seine zerschlissene Lieblings Jeans und das Rostrote Shirt, zog sich die weißen Turnschuhe über, legte seine Uhr an und schnappte sich im vorbei gehen seine Jeansjacke mitsamt schlüssel und Geldbörse. Mehr nahm er nie mit wenn er beschloss ein wenig wandern zu gehen, ganz davon abgesehen das er auch nicht wirklich mehr besaß was er hätte mitnehmen können.


    Wie in Trance ging er durch die ihm so vertrauten Straßen des Dorfes in dem er schon sein ganzes leben lang gelebt hatte. Im Fernsehen hatte er oft gesehen wie Menschen anfingen zu weinen wenn sie endlich wieder in ihrer Geburtsstädte waren. Für ihn war dieses Dorf nichts weiter als eine Nahrungsquelle. Hier hatte er einen Job mit dem er genug Geld verdiente um sich davon seine kleine Wohnung und etwas zu essen leisten zu können mehr brauchte er nicht. Die meiste Zeit seiner Freizeit wanderte er eh durch die anliegenden Wälder, die er kannte wie seine Jackentasche. Bei dem Gedanken blieb er auf einmal wie erstarrt stehen. Wo war er? Ein blick auf seine Uhr verriet ihm das er seit mindestens 3 Stunden gelaufen war. Die Sonne stieg immer höher und Viktor war dankbar das er durch den Wald lief in dem sich die Wärme ein wenig staute so war ihm nicht zu kalt. Erstaunt blieb er stehen als er plötzlich wie aus dem Nichts auf eine Lichtung trat. Plötzlich merkte er das der Wind der ihn die ganze Zeit über sanft in eine Richtung gedrückt hatte nachgelassen hatte und auch die innere Unruhe die er seit Tagen mit sich rumtrug war wie weggeblasen. Langsam ging er auf die Lichtung hinaus jedoch nicht weit genug um alles überblicken zu können. Es schien leer zu sein und auch sonst schienen hier kaum Menschen vorbei zu kommen. Erschöpft lies sich Viktor im Schatten eines Baumes nieder und lies seinen blick über das Feld schweifen. Irgendetwas war anders. Es war seltsam wie angespannt sich die Luftanfühlte als dürfte er nicht hier sein und gleichzeitig hatte er das Gefühl nie an einem Ort richtiger gewesen zu sein. Nachdenklich zog der großgewachsene junge Mann die Augenbrauen zusammen und lies sich rückwärts auf die Wiese fallen. Noch während er darüber nachdachte was er hier sollte vielen ihm auch schon die Augen zu und er holte endlich einen teil des Schlafes nach der ihm die letzten Tage so sehr gefehlt hatte.


    Wie ein Pfeil schoss Viktor aus seinem Schlaf hoch als ein schrilles Pfeifen ihn aus seinem Traum riss. Verwirrt blickten seine grau-grünen Augen in der Gegend rum. Wann waren hier so viele Menschen hingekommen? Wie lange hatte er geschlafen? Woher kam dieses Geräusch? Energisch schüttelte er den Kopf und etwas klarere Gedanken zu bekommen. Als er neben sich einen jungen Mann mit Schirmmütze sah wusste er wenigstens woher das Pfeifen kam, hatte dieser sich doch tatsächlich mitten im nirgendwo einen Tee gekocht. Unwillkürlich musste Viktor ob dieser Vorstellung grinsen. Sofort jedoch gefror ihm sein grinsen im Gesicht als es ihn wie ein blitz durchfuhr. Er hatte gegrinst. Er fand etwas tatsächlich lustig und er war nicht abgeneigt alleine bei dem Gedanken von einem Haufen anderer Menschen umgeben zu sein. Verwirrt rappelte er sich auf um einen Überblick über die Masse zu erhalten, was ihm dank seiner 1,92 auch nicht sonderlich schwer viel. „Was zum Teufel?“ Murmelte er vor sich hin als er sah das um ihn rum nur Jugendliche und junge Erwachsene jünger als er oder in seinem Alter waren. Er meinte sogar ein paar gesehen zu haben die nicht älter als 15 sein konnten. Was machten sie um diese Uhrzeit hier draußen? Doch noch bevor er seinen Gedankengang zu Ende geöhrt hatte erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Rosetta Liuroum erstrahlte so hell wie er es noch nie erlebt hatte am Himmel. Schon öfters war ihm das Lichtspektakel aufgefallen doch nie so intensiv wie hier. Es leuchtete so hell das er das Gefühl hatte das licht würde von der Erde reflektiert werden. Erst als er verwundertes murmeln um sich herum hörte blickte er von dem Stern weg wieder in die Masse der Menschen. Er blinzelte ein paarmal stark um sich sichersein zu können das das was er sah wirklich existierte. Sie leuchteten. Ein jeder in seiner Umgebung hatte ein Symbol das in heller Farbe leuchtete. Wie von selbst senkte sich sein Blick auf seinen Arm und ein erschrockenes keuchen entrang seiner Kehle als er sah das auch bei ihm ein Helles licht schien. Es durchdrang sogar sein dickes Lederband an dem seine Uhr befestigt war. „Als hätte ein Regenbogen Feuer gefangen und wäre zerlaufen.“ Sagte eine Kinderstimme bei ihm in der Nähe was ihn zum schmunzeln brachte. Das ist wirklich ein wenig kitschig. Dachte er daraufhin nur und sah weiterhin fasziniert in das farbenfrohe Spektakel das sich ihm präsentierte


    OT: Auf ein gutes Miteinander und ein spannendes RPG =D

  • Hong hielt kurz inne. Eine Sekunde des Luftholens, der Ruhe. Weit über ihrem Kopf flog das Flugzeug wieder zurück, zurück zu einem anderen Kontinent. Sie war angekommen.


    Sie blickte auf die Uhr. Eigentlich eine sinnlose Geste, schließlich hatte sie keinen festen Termin. Nur ein Gefühl. Sie hatte sich tatsächlich von einem Gefühl ans andere Ende der Welt locken lassen. Nach Amruo, nach Wejau und nun ging es nach Oscura.
    Es war verrückt. Der Flug kostet ein kleines Vermögen, Normalverdienende in Xuan, ihrer Heimat in Ardona, konnten kaum von solch einer Reise träumen. Ausgerechnet für ein vages Gefühl gab sie solche Unmengen aus? Kein Auftrag, kein Plan, kein echtes Ziel? Ein Gefühl?!Es sah ihr nicht ähnlich, und sie erschrak darüber. Bauchgefühl konnte einem das Leben retten, aber diese Situation jetzt? Ihrem Verstand kam es absolut unsinnig vor, nur tief, ganz tief in ihrem Herzen wusste sie. Es ging nicht anders. Sie musste dem Gefühl folgen.


    Hinaus und weg vom Flughafen einer Großstad in Wejau schritt die junge Frau, und wunderte sich nicht nur über sich. Auch das Land erschien ihr fremdartig und seltsam. Die Straßen waren stark befahren von den neuesten Autos, die Leute trugen teure und doch geschmacklose Kleidung. Nirgends ratterte ein Militär-LKW über die Straße, nirgends sah sie Soldaten, Polizei, Beamte. Die Häuser waren hochmodern und gepflegt. Dazu sahen die Leute alle so gleich aus, ein Gesicht glich dem anderen. In Xuan galten die Menschen Amruos als Feindbild, verwöhnte Reiche ohne Geschmack und Moral. Da hatten die Xuanesen - selbst schon zum Großteil unnütze Menschen - recht. Wenn Hong jedoch wüsste, wie die Leute hier ihr schönes Xuan und seine Leute sehen...
    Willkommen im Westen, Li Hong.


    Doch angekommen war sie noch nicht ganz, bis nach Oscura waren es noch einige Kilometer. Sie brauchte ein Taxi, welches sie in Flughafennähe auch recht schnell fand. Mit den Worten "Oscura, bitte" stieg sie ein, und dem Fahrer war gar nicht wohl bei der Sache. Irgendwas an diesem Fahrgast machte ihm Angst. Hong störte sich an solchen Kleinigkeiten jedoch nicht, mehr Sorge machte ihr das safte Gewicht in der Innentasch ihres Jacketts. Die Pistole war dort, allerdings nur mit einem einzigen lächerlichen Magazin. Die Ausfuhr von mehr vonseiten der xuanesischen Behörden untersagt, auch wenn sie "recht leicht" an die Genehmigung zum bloßen Ausführen der Waffe gekommen war. Ohne Waffe in der Innentasche oder am Gürtel fühlte sie sich unwohl, keine Ersatzmunition im Reisekoffer war nicht viel besser.


    Schließlich hielt das Taxi irgendwo in der Einöde um Oscura, wie Hong den Taxifahrer irgendwie anwies. Hier musste es sein. Was auch immer es war. Der Taxifahrer jedenfalls raste mit quitschenden Reifen davon, sobald er das Geld hatte und bekreuzigte sich heftig.
    Wenig später wird er überrscht feststellen, dass diese gruselige Frau mit einem 5er gezahlt hat, ohne dass er es bemerkte, aber immerhin war er sie los. Nie wieder so ein Fahrgast.


    Der Schrecken von Fahrgast machte sich derweil über Wies und Felder auf, um den unbekannten Ziel näher zu kommen. Die Gegend erschien ihr vertraut, als hätte wäre sie ihr im Traum schon erschienen. Träume. Gefühle. Sie war bald da.
    Hier draußen fühlte sie sich wohl, bei jedem Schritt wurde ihr wohler. Als würde sie alleine durch das verlassenste Feindesland streifen und gleich auf eine große Entdeckung stoßen. Doch es sollten es keine geheimen Truppenbewegungen und Stützpunkte sein. Es waren Leute.
    Wortlos gesellte sie sich zu diesen Menschen, alle jünger oder gleich alt. Es war seltsam. Etwas war besonders an ihnen. Waren das gar keine richtigen Menschen? Jung und doch bedeutsam.


    Wie als Bestätigung flammte der Himmel plötzlich auf. Farben, Lichter, Spiegelungen, um ein eine riesige Sonne, ein wunderschöner Stern. Unglaublich. Unter funkeleldem Licht begannen auch die Jugendlichen um sie herum plötzlich zu leuchten. An ihren Körpern flammten merkwürdige Symbole in stärkster Leuchtkraft auf. Wie konnte das sein? Reflexartig schaute Hong an sich hinunter und auch sie selbst. Zum Himmelsschauspiel vernahm sie von irgendwo eine kindliche Stimme, doch konnte die Worte nicht verstehen.
    Sie selbst blieb während der Lichterparade still. Schon in ihrer Sprache hätte sie kaum eine Bezeichnung dafür gefunden. Unheimlich, aber wunderschön und ihr war wohl dabei.


    OT: Auf ein gutes RPG! Hoffentlich ergibt das am Morgen noch Sinn, ist ja schließlich schon spät. Aber warum gehen die Absätze immer kaputt? Im Vorschau-Modus sehen die komplett anders aus...

  • “...Noch immer kursieren die wildesten Gerüchte über das unbekannte Tier, das Bürger der Stadt Oscuras nahe des örtlichen Waldes gesehen haben wollen. Ein Sprecher der Polizei teilte uns heute mit, dass es sich jedoch am wahrscheinlichsten um einen Bären handle. Vorsichtshalber wird derzeit davon abgeraten, alleine Waldspaziergänge zu unternehmen, bis sich die Lage geklärt hat. Und nun zum Wetter …”


    Das Mädchen mit dem kastanienbraunen Pferdeschwanz wandte den Blick vom Fernseher ab und stand auf. Der Fernseher hier war der einzige Grund, aus dem sie die Wartehalle des örtlichen Bahnhofs überhaupt betreten hatte. Denn auch wenn sie die Natur den Siedlungen vorzog, wollte sie auch nicht völlig uninformiert sein, was sich in der Welt zutrug. Erst recht nicht, wenn der Ort, an dem sie sich gerade aufhielt, der Schauplatz dafür war. Wobei ein Bär jetzt nicht gerade etwas unglaublich Spannendes war, falls es sich überhaupt um einen handelte. Typisch Stadtmenschen, konnten keine Wildtiere eindeutig erkennen.
    Eine Welle von Pendlern schwappte aus einem kürzlich eingetroffenen Zug und sie ließ sich von ihr mit nach draußen drängen, wo sie schnell an die Seite zurückwich, um dem Menschenstrom zu entkommen. Niemand beachtete die 17-jährige mit der hellen Haut und den Sommersprossen, die in Jeans und grauem Kapuzenpulli an der roten Backsteinmauer lehnte; und sie konnte nicht sagen, dass sie das groß störte. Sie hatte sich nie zu anderen Menschen hingezogen gefühlt und hier, in einer fremden Stadt, wurde das Gefühl, keine von ihnen zu sein, nur noch verstärkt.
    Warum war sie überhaupt hierher gekommen? Oscuras war zwar keine allzu große Stadt, aber sie war kein Stadtkind. Die ganzen letzten Tage hatte sie sich nach der Weite des Landes außerhalb der Stadt gesehnt - und hin und wieder auch nach zu Hause, auch wenn sie das nicht gern zugab - aber aus irgendeinem Grund brachte sie es dann doch wieder nicht über sich, die Stadt einfach hinter sich zu lassen, wusste der Teufel wieso. Sie hasste es, hier zu sein. Gut, ihre Eltern hatten sich auch nie um sie gekümmert, aber zu Hause hatte sie wenigstens … was gehabt? Einen Ort, an dem du hingehörst? Mach dich nicht lächerlich!
    Schön, aber hier gehöre ich noch viel weniger hin,
    erwiderte Leira säuerlich auf ihre vorhergehenden Gedanken. Von sich aus hätte sie das Land ihrer Eltern nicht verlassen. Aber irgendwas hatte sie dazu veranlasst, ein paar Sachen zusammenzupacken und einfach zu gehen. Ein unbestimmtes Gefühl, nein, Träume. Es war geradezu absurd, war es von Anfang an gewesen, und sie war trotzdem gegangen. Klar, ich hatte ja auch nichts besseres zu tun, schnaubte sie in Gedanken. Das Schlimme daran war, dass es gar nicht mal so weit von der Wahrheit entfernt war.


    Diese Nachrichten von eben verfolgte sie schon, seit sie sie zum ersten Mal aufgeschnappt hatte. Am Anfang war der Hype darum auch viel größer gewesen, inzwischen hatte sich die Bären-Theorie weitestgehend durchgesetzt. Entgegen der Warnungen war sie sogar ein paar mal im Wald gewesen, aber sie hatte weder Anzeichen für einen Bären noch für irgendetwas anderes entdecken können. Nicht dass sie erwartet hätte, etwas zu finden. Jedenfalls waren die Siebenuhrnachrichten die einzige routinemäßige Beschäftigung, der sie hier nachging, seit sie vor gut einer Woche hergekommen war. Untergekommen war sie in der städtischen Jugendherberge und tagsüber tat sie nichts anderes, als ziellos durch die Straßen zu streifen auf der Suche nach … und hier endete die Erkenntnis schon wieder. Sie wusste nicht, was sie hier zu suchen hatte, wortwörtlich.
    Sie hatte zwar noch ein wenig Geld auf ihrem Konto übrig, aber natürlich war ihr klar, dass das nicht ewig so weitergehen konnte. Hätte sie nicht wenigstens warten können, bis sie volljährig war, bevor sie von zu Hause wegging? Das hätte vieles einfacher gemacht. So war sie jetzt schon genervt und langsam auch besorgt, wenn jemand in der Herberge sie fragte, ob sie denn keine Eltern hätte, die sich um sie kümmern würden. Sie wirkte halt leider auch recht jung. Bisher erfand sie noch laufend neue Ausreden für ihren Aufenthalt hier, aber langsam begann sie damit zu rechnen, dass jeden Tag das Jugendamt vor der Tür stehen könnte... Deshalb, und weil sie ihren Mitbewohnerinnen in dem Viererzimmer dort nicht traute, ließ sie nie etwas in ihrem Zimmer zurück sondern lief ständig mit ihrem Rucksack überall herum, so dass sie einfach verschwinden könnte, falls es sich als nötig erweisen sollte. Und ein weiterer Grund, warum sie das immer noch nicht getan hatte, war, dass sie sich seit kurzem eine neue Wahrnehmung zu ihren bisherigen Sinnen gesellt hatte, von der sie nicht wusste, was sie zu bedeuten hatte. Manchmal wenn sie durch die Stadt lief, überkam sie plötzlich ein Schaudern, als hätte sie ein warmer Windhauch gestreift und dazu kam danach eine Art Flimmern der Luft, wie man es von in der Sonne glühenden Autodächern kannte, nur dass sie es nicht wirklich sah, sondern eher spürte, vielleicht wie Vibration, aber auch das traf es nicht ganz. Absolut schräg jedenfalls. Und es musste irgendwie mit der Stadt zusammenhängen, da sie das Gefühl vorher noch nicht gehabt hatte. Und sie hätte gerne herausgefunden, was das war, bevor sie die Stadt verließ, auch wenn sie nicht genau wusste, wie man so etwas herausfand. Abgesehen von einem Besuch beim Psychiater vielleicht, kommentierte ihre innere Stimme trocken.
    Sie hatte noch nicht ganz entschieden ob diese ... Wahrnehmung sie störte, da das Gefühl zwar oft länger anhielt, aber schnell in den Hintergrund trat, wenn sie aufhörte sich darauf zu konzentrieren, so wie man das Ticken einer Uhr irgendwann nicht mehr hörte. Sie wusste nur nicht, ob sie sich deshalb nicht eigentlich Sorgen machen müsste, aber wenn sie so anfing... dann müsste sie sich auch über das Zeichen auf ihrer Haut Sorgen machen und um die Dinge, die damit zusammen hingen. Sie war ohnehin nicht normal, wo war also das Problem wenn noch ein unsichtbares Flimmern dazu kam? Vielleicht ist das nur die nächste Stufe einer sonderbaren Krankheit, dachte sie ironisch. Und danach sterbe ich. Ja, klar.


    Ohne dass sie es bemerkt hatte, hatten ihre Schritte sie langsam aus der Stadt herausgeführt. Überrascht sah Leira sich um. Es musste schon weit nach Acht sein, und es wurde langsam nicht nur dunkel, sondern auch kühl, so dass sie kurz stehen blieb, um ihre dunkelblaue Jacke überzuziehen. Nebenbei bemerkte sie, dass das lästige Vibrieren, an das sie eben noch gedacht hatte, wieder eingetreten war und sich diesmal näher als je zuvor anfühlte. Moment - näher? Was ist näher? Jetzt werde ich also tatsächlich noch verrückt, wunderbar.
    Leira ging noch ein paar Schritte weiter und stellte überrascht fest, dass sie nicht allein hier war. Ein paar andere Jugendliche standen hier mitten im Nirgendwo auf dieser Wiese herum. Hey, ist das hier so eine Art Treffpunkt oder wie? Hier? Beinahe hätte sie gelacht. Sie sollte jedoch bald feststellen, dass der sich dem Ende zuneigende Tag bald noch abstruser werden würde. Während die Rosetta Liuroum sich aus ihrem farbigen Nebel herauskristallisierte und die Nacht auf eine Weise erhellte, die den Stadtlichtern ernsthafte Konkurrenz machte, tauchten auch andere Lichtpunkte wie Glühwürmchen oder Lichterketten aus der Dunkelheit auf. Gleichermaßen erstaunt wie fasziniert wurde Leira Zeuge, wie sich unter der Kleidung der anderen Jugendlichen Muster abzeichneten und während sie noch darüber nachdachte, wie sie das wohl machten, fiel ihr Blick wie zufällig auf ihre eigene rechte Schulter, wo ein starkes silbernes Licht durch die Stofffasern ihrer Jacke brach. Ihre Augen wurden groß. "Oh mein Gott...", murmelte sie, obwohl sie gar nicht wirklich gläubig war. Wie einem Reflex folgend versuchte sie das Leuchten mit ihrer linken Hand zu bedecken, doch wie sie genau wusste, war die Fläche viel zu groß, um es vollständig ersticken zu können. Daher ließ sie die Hand nach einigen Sekunden wieder sinken und starrte fassungslos auf die anderen ... Gezeichneten, ergänzte ihr Verstand den Satz nach kurzem Zögern. Ohne Zweifel war hier irgendetwas im Gange und man hatte vergessen, ihr das Programm zuzuschicken. Aber so wie es aussah, hatte man den anderen auch lediglich die Einladung vorgelegt, denn soweit Leira das Erkennen konnte, wirkten sie genauso ratlos wie sie selbst. Sie erschauderte leicht angesichts diesen ganzen mysteriösen Dingen und beschloss, erst einmal abzuwarten, was als nächstes geschehen würde.


    OT: Schön dass es endlich losgeht ^^ Auf ein gutes RPG.

  • Mit Musik in den Ohren war alles leichter.
    Das versuchte Jasmin sich jedenfalls zu sagen, während sie sich in dem vollgestopften Bus auf den allerletzten freien Platz gleiten ließ, die Kopfhörer ihres Handys fast schmerzhaft tief in die Ohren gestopft. Jemand ließ einen Erdbeermilchshake haarscharf neben ihre Füße fallen. Der Plastikbecher zerplatzte und die cremige, rosarote Flüssigkeit begann langsam, sich unter ihren Schuhen zu verteilen. Mit hochgezogenen Augenbrauen hob sie ihre Beine ein wenig an. Niemand entschuldigte sich.
    Wie schön der Tag doch anfing.
    Fünf Stunden war sie geflogen, eingeklemmt zwischen einem schnarchenden, bierbäuchigem Rentner und einem zwei Jahre jüngerem Jungen, der permanent versuchte, ihre Handynummer herauszubekommen. Er hatte keinen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen, abgesehen von der verschmierten Hornbrille, die er alle zwei Minuten an seinem Pulli abwischte. Zum Glück hatte sie die meiste Zeit verschlafen oder auf die Wolken gestarrt. Flüge waren der reinste Horror für sie, spätestens nach einer Stunde musste sie sich zu jedem Atemzug zwingen. Mehr als ihr Handgepäck hatte sie nicht dabei, sie erwartete keine besonders lange Reise. Noch immer war es ihr ein Rätsel, wieso ihre Eltern ihr so schnell erlaubt hatten, diese Reise allein anzutreten. Sonst durfte sie doch noch nicht mal nach acht Uhr außer Haus sein. Nicht, dass ihr das etwas ausmachen würde - diese ganzen Partys, auf denen sich die beliebten Leute um die Wette betrinken und ihre täglich wechselnde große Liebe auf der Tanzfläche und danach wahlweise in einem zerwühlten Ehebett oder einfach auf dem Fußboden fanden, waren wirklich nichts für sie. Wenigstens lief sie so nicht in die Gefahr, schwanger zu werden. Trotzdem wunderte es sie, wieso ihre Eltern bedingungslos zugestimmt hatten - und wieso sie es überhaupt wollte. Klar, sie liebte es, allein Urlaub zu machen, aber nicht mitten in der Schulzeit und auch nicht auf dem Kontinent mit der größten Einwanderungsrate. Sie mochte die Ruhe lieber. Außerdem fühlte es sich nicht schön oder vorfreudig an, eher wie ein Zwang, eine Pflicht, die sie unbedingt erfüllen musste. Angenehm war das nicht. Noch unangenehmer wäre es allerdings, sich dem Gefühl zu widersetzen, was sowieso schon fast unmöglich ist.


    Ihr Bus hielt und die Türen wollten sich schon schließen, als sie es bemerkte. "Oh sch... Moment!" rief das Mädchen erschrocken, schnappte sich ihren Rucksack und kämpfte sich zum Ausgang, wobei sie natürlich in den Milchshake trat. Ein schmieriger Typ mit fettigen, schulterlangen Haaren grinste sie kurz an. Schnell sah sie weg. Schade um die Schuhe.
    In letzter Sekunde zog sie ihre Tasche aus den sich schließenden Türen und brauchte ein paar Sekunden, um ihr Gleichgewicht wieder zu finden.Ein wenig unschlüssig stand sie auf der Straße. Eigentlich müsste sie sich jetzt ein Hotel suchen oder einen anderen Platz, um dort die Nacht zu verbringen. Ihr Vater hatte ihr eine Menge Geld gegeben, das wahrscheinlich für Wochen reichen würde, aber so lang wollte sie gar nicht bleiben. Nur kurz dieses blöde Gefühl abstellen und dann wieder ab nach Hause. Deshalb hatte sie auch nicht viel dabei. Ein paar Wechselklamotten, das Ladekabel ihres Handys, ein schrecklich langweiliges Buch, die Reste ihres Flugproviants, ihren Teddy - gut versteckt unter zwei Jeanshosen - und ihre Sammlung an Messern. Letztere hatte sie erst in allerletzter Sekunde eingesteckt und wusste bis jetzt nicht, weshalb. Ein Bauchgefühl vielleicht.
    Doch die Anziehungskraft wollte und wollte nicht nachlassen. Es war nun beinahe schmerzhaft und sie hatte Mühe, überhaupt stehen zu bleiben und diesem Sog nicht zu folgen. Nun war sie froh, noch eine Jacke über ihren Pullover gezogen zu haben. Es war ziemlich kalt auf der verlassenen Straße. Umso besser. Die Sonne blendete trotzdem.
    Ein Blick auf ihre Uhr verriet ihr, dass es erst halb acht abends war. Sie konnte also gut und gerne noch bis zur Dämmerung warten, bevor sie sich ein Zimmer suchte. Und mit dem Gefühl würde sie sowieso nicht einschlafen können. Seufzend stolperte sie los. Irgendwo da hinten hatte sie einige grüne Hügel gesehen, dort war sicher ein Stadtpark und die Richtung passte auch zu dem Drang. Der Rucksack war recht schwer, aber das machte ihr kaum etwas aus. Nach der langen Fahrt in dem warmen Bus war es richtig angenehm, sich in der abendlichen Kühle ein wenig die Beine zu vertreten, ihr Lieblingslied im Ohr. Sie lächelte leise.
    Tatsächlich brauchte sie eine ganze Stunde, bis sie die Wiesen erreichte. Es war doch weiter, als sie es geschätzt hatte. Und es schien tatsächlich ein Stadtpark zu sein - jede Menge Leute standen hier herum, einige in kleinen Grüppchen, die meisten jedoch allein. Beruhigt legte sie ihre Jacke in das ein wenig feuchte Gras und setzte sich drauf. Bei so vielen Zeugen würde sie schon kein Pedophiler entführen.
    Sie hatte sich noch nie so wohl in einer Menschenmenge gefühlt. Zwar wechselte sie mit niemandem ein Wort, doch alle hatten eine so anziehende und positive Ausstrahlung, die ihr unwillkürlich ein gutes Gefühl gaben. Sie lächelte und kramte ihr Buch heraus, schlug es jedoch nicht auf und genoss stattdessen das Gefühl, sich einigermaßen dazugehörig zu fühlen. Die Leute um sie herum waren alle in ihrem ungefähren Alter. Ein wenig resigniert stellte sie fest, dass alle Mädchen perfekt schlanke Figuren hatten. Sie sah an sich herunter. Richtig dick war sie noch nicht mal, dünn aber noch weniger. Kurvig beschrieb es wohl am besten - und auch am nettesten. Nunja. Einen Freund werde ich hier wohl nicht finden... haha dachte sie bei sich. Trotz allem fühlte sie sich unglaublich wohl. Und die unangenehme Anziehungskraft war offensichtlich war auch verschwunden.


    Stimmte nicht ganz. Es war gerade dunkel geworden, als sie den unwiderstehlichen Drang spürte, den Sternenhimmel anzusehen. Seltsamerweise war sie da wohl nicht die Einzige, was sie mit einem Blick feststellte. Es wirkte fast wie eine abgesprochene Zerenomie, wie alle ihre Köpfe gen Himmel wandten. Ein wenig gruselig sah das aus, aber wenn es so normal war... Jasmin blickte auf.
    Zuerst sah sie nichts.
    Dann explodierte die Welt.
    Der ganze Himmel riss auf und brannte. Rote, violette, blaue, grüne Flammen schossen hin und her und aneinander vorbei, so nah, dass sie die Hand ausstreckte und versuchte, ein rosaschwarzes Feuer einzufangen. Es war beängstigend, faszinierend, magisch zerstörerisch und doch anmutig. Die Helligkeit blendete sie alle und doch konnte niemand die Augen verschließen vor diesem Schauspiel. Wütend tobte der Brand über den Köpfen der Menschen, sicher bereit, jeden zu einem kleinen Häufchen Asche zu verbrennen, wenn es nur wollte. Und doch verspürte sie keine Angst. Nur ein sehr tiefes, ihr unbekanntes Gefühl. Zäh floss durch Jasmins Kopf eine Erinnerung an etwas Ähnliches. Sicher war es elf Jahre her. Dann verbannte das Farbenspiel wieder jedwene Ablenkung aus ihren Gedanken.
    Vier besonders starke, wütende Strahlen, liefen mit einem Mal zusammen und brannten ein Mal in das natürliche Feuerwerk. Es ähnelte einem Stern. Jasmin wusste seinen Namen sofort. Rosetta Liuroum... flüsterte sie leise, ohne zu blinzeln und ohne sich zu wundern, woher sie diesen Namen plötzlich kannte. Das Lichtspiel brach nicht ab, im Gegenteil, der Stern feuerte es nur an und verstärkte es mit Farben, die vorher kein menschliches Auge je erblickt hat und die man nicht so einfach in primitive Worte fassen kann. Kein Astrologe hätte das voraussehen können. Rosetta erleuchtete die Hügel taghell und war doch nur für die Leute, die sich heute Abend versammelt hatten. Und ein wenig nahm Jasmin das Leuchten in sich selbst auf.
    Der Stern erreichte doch die Erde. Aber jenseits jeder Vorstellung, die sich das Mädchen ausgemalt hatte.
    Denn das Leuchten kam nun aus Jasmin heraus, auch wenn sie es zuerst nicht bemerkte, abgelenkt von den Explosionen der Gestirne. Weinrotes Licht überstrahlte mit einem Mal ihr Gesicht. Ruckartig zog sie den Kopf nach unten.
    Und fiel schreiend ins Gras.
    Ihr gesamter Oberkörper brannte weinrot und doch stumm. Sie spürte keinerlei Schmerz, sah nur ein so blendendes Leuchten auf ihrem Bauch. Es war ihr Mal, keine Frage. Die Schlange leuchtete durch all ihre Schichten an Klamotten und bestrahlte so auch ihr entsetztes Gesicht, als sie auf das Licht schlug, um es irgendwie zu ersticken. Beinahe lebendig wirkte die Natter an dem Stock. Sie hatte sie schon so lang! So lang. Fast normal war es ihr vorgekommen. Hatte sie nicht vorsorglich nur Badeanzüge beim Schwimmen getragen? Jeden von sich weggestoßen, der versuchte, ihr das T-Shirt über den Kopf zu ziehen, und sich in Umkleidekabinen zur Wand gedreht? Es half nichts. Das Zeichen war ein Teil von ihr und leuchtete nun ihren ganzen zitternden Körper an. Nur ein Blick auf ihre Umgebung konnte sie beruhigen. Sie war nicht allein. Ausnahmslos jede Person auf den Hügeln leuchtete an irgendeiner Stelle, und niemand schien darüber minder entsetzt zu sein wie sie. Leider hatte auch fast niemand ein derart riesiges Zeichen. Die meisten waren nicht größer als ihre Handfläche.
    Jasmin presste die Hand auf ihren Bauch, doch das Licht drang durch Fleisch und Knochen. Wo bin ich hier nur gelandet.


    OT: Ich gehe mal davon aus, dass die Eltern der Erleuchteten Bescheid wissen, wieso sie sich treffen, ok?
    Ansonsten, auf ein gutes RPG und so. Weiß grad nicht ob das so geht in RPGs, aber ich würde mich freuen, wenn mich jemand anspricht^^

  • "Nächster Halt, Bahnhof Oscuras.", dröhnte eine monotone Frauenstimme durch den Zug.
    Evelyn schenkte der Stimme keinerlei Beachtung, widmete sie sich doch lieber ihrem neusten Buch anstatt sich auf so etwas banales wie die malerische Landschaft auf der anderen Seite der Zugfenster zu konzentrieren. Die Spätnachmittagssonne interessierte das schwarzhaarige Mädchen auch nur insofern, dass sie die Buchstaben auf dem Papier auch ordentlich beschien.
    ... Ein Feuer prasselte im Kamin und tauchte den Raum in verschiedene Rottöne. Die Flammen leckten an dicken Klumpen aus morschem Holz einer Eiche, welches noch vor wenigen Monaten Teil eines stattlichen Baumes in den Wäldern von Ne'vre gewesen war... Feuer... Kamin...
    Evelyn blickte überrascht auf und blinzelte mehrmals, las den Satz nocheinmal und runzelte die Stirn. Nach einer erneuten Wiederholung und dem plötzlichen Auftauchen eines seltsamen Gedanken an die Sonne, die durch die Fensterscheibe fiel und an die saftigen, grünen Wiesen außerhalb des Zuges, war Evelyn offiziel verwirrt.
    Es war ihr so gut wie noch nie passiert, dass sie sich nicht auf ein Buch konzentrieren konnte beziehungsweise nicht sofort jeden Satz verschlang wie Schlemmermäuler Sahnetorte. Und dass sie sich trotz wiederholten Lesens nichteinmal genau daran erinnern konnte, was sie nun überhaupt gelesen hatte, war eigentlich nur noch als Sympton einer Krankheit zu deuten.
    Über diesen Gedanken frustriert klappte Evelyn das Buch zu,verstaute es in ihrem Reiserucksack und lehnte sich in ihrem - mittlerweile wirklich warmgesessenen, allerdings nicht sonderlich bequemen - Sitz zurück um doch einen hoffentlich beruhigenden Blick auf die Außenwelt werfen zu können.
    Noch drei Stationen, dann sollte ich mein nächstes Ziel gegen Einbruch der Dunkelheit erreicht haben... Schade, dass ich nicht Fliegen kann wie [i]der Phönixjunge...[/i], dachte Evelyn müde. Dauersitzen war ein umheimlich anstregendes Unterfangen, obwohl man dabei überhaupt nichts tat. Evelyn blickte wieder aus dem Fenster, während sie sich langsam der gähnenden Leere in ihrer Magengengend bewusst wurde und weiterhin die vorbeiziehenden Ländereien beobachtete, die nun durch immer mehr Häuser gespickt wurden.
    Die sechszehnjährige holte sich ein trockenes Brötchen aus ihrer Tasche und begann mehr daran herumzubröseln als es tatsächlich zu essen, den Hunger schien es trotzdem irgendwie zu stillen.
    Ich muss an die frische Luft. Evelyn verschluckte sich beinahe, als sie sich bewusst wurde, was ihr Unterbewusst sein sich gerade gewünscht hatte. Nein, sie hatte eigentlich überhaupt keine Lust den Zug zu verlassen, schon gar nicht an einem Ort mitten im Nirgendwo und ... Andererseits würde es schon irgendwie Sinn machen, immerhin hatte sie gehört, dass das Rosetta Liourum in dieser Gegend besonders gut zu sehen sein sollte, was ihr bei ihren Nachforschungen weiterhelfen könnte...
    Nonsense, schoss es Evelyn durch den Kopf. Auf Bildern konnte man das magische Himmelsgebilde mindestens genauso gut erforschen wie es mitten in der Nacht zu beobachten, was aufgrund der Distanz, die dieses "Gebilde" von der Erde haben musste, ohnehin unsinnig war und -
    Und während Evelyn noch mit dich selbst rang, ob sie nun aussteigen sollte oder nicht, hatte sie sich bereits erhoben und war aus dem eben angehaltenen Zug spaziert.
    Was ihr allerdings erst auffiel, als dieser wieder zu Rollen beginn.
    Das kann doch nicht war sein...
    Evelyn steckte nun wahrlich in der Zwickmühle, hatte sie die Fahrkarte doch ihr letztes Geld gekostet und würde sie doch niemals einen Nebenjob auf dem Lande finden, um sich eine Neue leisten zu können.


    Nun spazierte se bereits seit einer guten Stunde ziellos durch die Straßen Oscuras, welches, im Gegensatz zu Evelyns Erwartungen, wohl doch nicht so extrem Landwirtschaftlich orientiert zu sein schien. Generell schien der Ort einfach wie eine gewöhnliche Kleinstadt, was Evelyn etwas beruhigte. Aber nur ein ganz kleines bisschen, da das Mädchen immer noch überhaupt keine Lösung für ihr Problem gefunden hatte, geschweige denn überhaupt eine Antwort, warum sie sich plötzlich so merkwürdig verhielt.
    Mit einem befreienden Seufzen schob sie schließlich alle Gedanken beiseite udn fokussierte sich letztendlich darauf, das Rosetta sehen zu können. Nach einer Weile kam sie auch immer weiter Richtung Stadtrand, wo die Straßen immer gerade und weniger ineinanderverschlungen waren, sodass sie schließlich sogar wieder ihr Buch herausholte und weiterlas, während sie zwar langsamer - aber immernoch vorwärts - auf eine Wiese zuschritt, auf der sich auch schon so einige andere Menschen versammelt hatten, wovon sie allerdings kaum etwas mitbekam.
    Erst, als sie beinahe in jemanden hineinlief, wanderte Evelyns Blick nach oben und weg von dem Papier, sodass ihr ihr Aufenthaltsort schlagartig bewusst wurde - sie wusste nicht wo. Auf einer Wiese, umzingel von - Jugendlichen? Schlagartig viel der Schwarzhaarigen auf, dass alle Anwesenden in ihrem Alter waren und ebenfalls etwas ratlos zu sein schienen, teilweise jedoch auch recht seltsam aussahen.
    Sie bestaunte die Menge noch eine Weile, verfiel jedoch gleich darauf wieder ihrem Buch und versank wieder in ihrer eigenen Welt, ohne anstalten zu machen, sich zu bewegen oder sich wenigstens hinzusetzen.


    Sie schaute erst wieder auf, als sie bemerkte, dass der Himmel zu Leuchten begonnen hatte. Es war Nacht geworden.
    Wie von einer Tarantell gestochen schlug Evelyn ihr Buch zu, kramte ihren Notizblock aus ihrer Tasche und begann wie wild zwischen diesem und dem Himmel Hin und Her zu starren, während sie das Farbspektakell beobachtete. Es schien anders zu sein als sonst, und Evelyn versuchte, sich jedes Detail aufzuschreiben, kam jedoch bald nicht mehr mit und starrte nurnoch geband in den Himmel, bis - ein Schrei ertönte.
    Erschrocken wandte Evelyn den Kopf und blickte zu einem Mädchen, dessen Gesicht zu leuchten begonnen hatte. Auch die anderen Anwesenden begannen an verschiedensten Stellen Licht auszusondern, es schien jedoch niemand Schmerzen zu verspüren, die meisten schienen eher ratlos. Als Evelyn sich auch dieser Sonderheit notieren wollte, fiel ihr auf, dass ihr Handgelenk ebenfalls von einem grünlichen Licht ergriffen worden war. Kein Zweifel, ihr Mal leuchtete. Hieß dies, dass die Anderen auch alle ein Mal besaßen?
    Evelyn blickte wieder zu dem Mädchen, welches eben geschriehen hatte und stellte noch etwas seltsames fest, als sie langsam auf die Person zuschritt.
    Niemand starrte sie feindselig an, als sie sich bewegte, niemanden schien etwas zu stören, generell wirkten alle irgendwie - symphatisch?


    "Ist alles in Ordnung?", fragte Evelyn das Mädchen, dessen Gesicht immernoch leuchtete, und das mittlerweile ins Gras gefallen war, schüchtern, während sie schnellen Schrittes besorgt auf sie zueilte.

    0T: Auf ein gutes RPG und Yay,@Rocketgirl angesprochen fühlen!^^-

    “When life gives you lemons - call them yellow oranges and sell them for double the price!"
    - Cartoon guy

  • Was wollte Ian noch einmal in Oscuras? Genau, keine Ahnung.
    "Ich wusste ja schon immer, dass ich etwas besonderes bin, aber das das jetzt bedeutet, dass ich random irgendwelche Orte bereise... Bah, nein, das gefällt mir wirklich üüüüüüberhaupt nicht.", brabbelte er vor sich hin, da niemand in der Nähe war. Sofort wurde er stiller, als um eine Straßenecke vor ihn eine Person bog, direkt auf ihn zu. Tatsächlich gab es Leute, die es komisch fanden, wenn man mit sich selbst sprach, doch Ian war da recht offen. Ihn störte das bei Weitem nicht.
    Ian erlitt einen kurzen Zittermoment. Er schloss die rote Kapuzenjacke - sein einziges Oberteil - und zog die Kapuze enger ins Gesicht, als besagte Person an ihm vorbeilief. Es war ihm lieber, wenn man sein Gesicht nicht sah, aber die Vermummaktion hatte zudem den Effekt, dass ihm nicht mehr so kalt war.
    "Man, ist das ein Winterkaff oder was?", fluchte er, obwohl er genau wusste, dass Oscuras nicht wirklich klein war. Okay, 40 000 EInwohner waren nicht viel, aber auch nicht wenig. Es ging durchaus schlimmer.
    Er zückte sein Notizbuch und machte in der Rubrik "Städte" einen neuen Eintrag: Oscuras. Folgende Stichpunkte trug er ein:
    - 40 000 Seelendorf
    - Verdammt kalt! Vermeide es nochmal hier hin zu kommen! Bitte!
    - Die seltsame Anziehungskraft scheint nicht aus der Stadt selber zu kommen
    - Es ist viel zu friedlich hier... Gibt's hier auch Gesetzesbrecher? Laaangweilig! (Ich könnte das ändern
    )
    Die Notizbücher waren Ians Möglichkeit nicht wahnsinnig vor lauter Einsamkeit zu werden. Und sich allgemein zu amüsieren.
    "Nagut, dann gehen wir mal der seltsamen magnetischen Anziehungskraft nach. Die einzige Anziehungskraft, die mir zusagt, ist die Gravitation, ehm... ich schweife ab. Auf, auf!", sprach er munter weiter und setzte seinen Weg gelangweilt und interessiert zugleich fort.
    Die Zeit schritt voran, die Sonne setzte ihren Weg fort, und Ian schritt weiter durch Oscuras, stetig in Richtung des Ortes, an dem er die Quelle der Kraft vermutete. Er verließ die Stadt und kam irgendwann an. Aber wo? Er befand sich mitten auf einer Wiese mit weiteren, anderen Personen.
    "Wasn das fürn Dreck?", rutschte es ihm raus. Ihm missagte die Anwesenheit der anderen, denn das bedeutete, dass er nicht der einzige war, der diesen Ort finden wollte. Trotzig ließ er sich auf den WIesenboden fallen und wartete. Wartete, dass etwas Freudigeres passierte.
    Und mit einem Mal stand der Himmel in einem Meer aus Flammen. Ian sah in den Himmel, wie alle anderen. Vier Strahlen liefen zusammen und brannten den unverkennbaren Stern, die Rosetta Liuroum, in das Farbenspiel. Es wurde hell, viel zu hell für Ians Geschmack.
    "Okay. Was geht hier ab?", fragte er, doch die anderen schienen viel zu beschäftigt mit dem Farbspiel. Ian seufzte. Irgendwie ahnte er, dass das kein gutes Zeichen war.
    Plötzlich nahm Ian war, wie auf allen anwesenden Körpern in vielen verschiedenen Farben Symbole aufleuchteten.
    Oh, Mist, ich ahne Schlimmes, dachte er und drückte seine Hand in den Nacken. Auf keinen Fall würde hier jemand sein mysteriöses Tattoo auf dem Nacken entdecken. Nur über seine Leiche. Sollten sie sich doch gegenseitig beglotzen oder Ians andere Tattoos begaffen.
    Irgendwann war die Vorführung vorbei und Ian erhob sich. Viele äußerten ihre Verwunderung. Wie scharfsinnig.
    "Okay, die Show ist vorbei. Bitte zahlen sie ihren Eintritt an der Kasse und verlassen sie dann zügig den Saal.", witzelte er und ging langsam rückwärts. "Es hat mich wirklich absolut glücklich gemacht, dass es euch so gefallen hat. Eure... Gesichter waren echt bombig! Wir sehen uns beim nä-" Weiter kam er nicht, denn er spürte plötzlich in seinem Rücken einen Widerstand. Offensichtlich war er in jemanden reingelaufen und begrub besagte, zu allem Unglück - oder war es Glück - weibliche Person unter sich. Mühsam drehte er sich um und sah, dass er auf einer blonden, grünäugigen Frau lag. Ein todernstes, aber auch überraschtes Gesicht sah sie an.
    "Pardon, junge Dame.", murmelte er. Einen Moment blieb er, selbst etwas verwundert, liegen, dann kam er zur Vernunft und rollte von ihr herunter.


    OT: Die Person, mit der ich so subtil wie möglich Kontakt aufnehme, ist übrigens Sheewas Charakter ;) Auf ein nettes RPG!

  • Der sanfte Wind spielte mit Emmas Haaren, während sie durch die Wälder wanderte. In der Nähe befand sich eine etwas größere Stadt, das hatte sie schon mitbekommen, aber ihre Vorräte reichten noch und so zog sie es vor, den dortigen Menschenmassen fern zu bleiben.
    Es musste schon später Nachmittag sein; es fiel der Sonne immer schwerer, den Wald durch das dichte Blätterdach zu beleuchten. Es war erstaunlich kalt für diese Jahreszeit und Emma zog sich ihre „Jacke“ über, die eigentlich nur ihre Arme wärmte und sonst kaum über ihren Bauchnabel reichte. Mehr brauchte sie allerdings auch nicht. Ein langer Mantel wäre nur nervig.
    Nach einer Weile bemerkte Emma, dass sie mit jeder verstreichenden Minute ihr Tempo unbewusst anzog. Sie konnte nichts dagegen tun – der Drang war zu stark. Der einfache Wunsch, einmal Rosetta Liuroum mit eigenen Augen zu sehen, hatte sich vor fast genau zwei Wochen, als sie alleine auf dem Schiff nach Amrou war, in ein stechendes Verlangen gewandelt. Schon zuvor hatten sich seltsame Träume in Emmas Unterbewusstsein geschlichen, ohne dass sie ihre Bedeutung hätte entschlüsseln können. Doch dieser neue Drang zeigte ihr den direkten Weg… ja, wohin eigentlich? Emma wusste es nicht, hatte aber das dumpfe Gefühl, dass es ganz in der Nähe sein musste. Es war, als ginge sie stetig auf einen Punkt zu… nur auf welchen?
    Versunken in ihren Gedanken merkte Emma erst spät, dass der Wald zu Ende war. Sie stand nun auf einem Feldweg, der durchaus breit genug für Autos war. In der Ferne sah sie sogar noch ein Taxi verschwinden. Langsam setzte sie sich wieder in Bewegung. Nein, das sind absolut die falschen Worte dafür. Schon nach wenigen Schritten begann Emma zu rennen, als könnte sie sonst zu spät kommen. Zu spät zu was? Immer wieder Fragen zu einer Antwort. Nur welcher?


    Die Sonne färbte den Horizont bereits orange, als Emma schlagartig stehen blieb. Wie eine Wand schlugen ihr die verschiedenen Melodien entgegen, die doch irgendwie einen perfekten Einklang bildeten. Noch nie hatte sie mitbekommen, dass Melodien so gut zusammenpassen können. Wie eine riesige, wunderschöne Sinfonie kam ihr die Musik entgegen. Natürlich gab es auch hier einige Dissonanzen, Töne, die nicht gut zusammen klangen, aber im Gesamtklang weiterhin nur eine Nebenrolle spielten. Das ganze Stück war einfach… wunderbar. Die Melodien wiegten Emma in eine Sicherheit, wie sie sie noch nie erlebt hatte; alle zusammen und doch auch jede einzeln.
    Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich Emma mit der Situation abgefunden hatte und wieder zu Atem gekommen war. Der Drang, zu rennen, war verschwunden; anscheinend war sie, wo sie sein sollte. Emma hatte keine Angst, als sie ein paar Schritte weiter zwischen die anderen Menschen ging – Jugendliche, nicht wesentlich älter als sie selbst. Niemand sah sie wegen des Herzens auf ihrer Stirn seltsam an. Eigentlich beachtete man sie gar nicht; aber das störte Emma nicht im Geringsten.


    Mit einem Mal jedoch erstrahlte der Himmel. Ein Schleier in allen nur erdenklichen Farben legte sich über die Anwesenden, ein Farbenspiel wie man es nirgendwo sonst sehen konnte. Vier Strahlen, heller als der Rest, liefen zusammen und verbanden sich zu… Emma konnte ihren Augen nicht trauen. Mit einem Schlag rückten alle Melodien in den Hintergrund, niemand konnte gegen den Stern ankommen. Es war, als hätte er seine eigene Musik auf einem unbekannten Instrument, das Emmas Ohren einfach nicht hören konnten. Jede Faser ihres Körpers nahm den strahlenden Glanz des Sternes in sich auf, nur in ihren Ohren blieb es still. Mit feuchten Augen klebte ihr Blick am Himmel, Emma konnte einfach nicht wegsehen. Die Erinnerungen an Elias, Lena, aber vor allem an die einigermaßen friedlichen Abende mit ihrer Großmutter überfluteten Emmas Herz und eine erste Träne rann über ihre Wange.
    „Er ist viel zu schön…“, flüsterte sie, während sich eine weitere feuchte Linie über ihr Gesicht zog.


    So blieb Emma stehen, den Blick auf den Himmel gerichtet, auch als sie plötzlich ein lilanes Leuchten blendete. Es kann direkt aus ihrer Stirn; ihr Herz! Aber anstatt sich um dieses seltsame Phänomen zu kümmern, hielt sie nur ihre Hand so, dass sie noch immer die Farben des Himmels erkennen konnte. „Eigentlich“, dachte sie, „kann das ja nur ein gutes Zeichen sein. Vielleicht passiert nun endlich etwas damit, sodass sich die ganzen Tortouren endlich bezahlt machen.“
    Während sie nun endlich zum ersten Mal den Stern sah, wegen dem sie eigentlich aufgebrochen war, verlor sie komplett das Gefühl für die Zeit, aber auch den Blick auf alles um sie herum. Nur die Melodien in ihrem Kopf verrieten ihre Umgebung ein bisschen. Diese waren zusammen mit dem Einsetzen des Leuchtens mit einem Mal deutlich lauter geworden, so als würde jede einzelne mit Rosetta Liuroum konkurrieren wollen. Trotzdem waren fast nur Streicher zu hören, nur warme Klänge; Verwunderung und Angst.


    OT: Ich wünsche ebenfalls ein tolles RPG. Auf viele nette Stunden. (;

  • Dem Pförtner im Eingang des Motels, überlief ein kaltes Schaudern bei dem Anblick des etwa 16 jährigen Jungen. Er wusste selber nicht warum, aber der Junge war ihm unheimlich. Es hatte ihn Überwindung gekostet, dass dieser bei ihm übernachtet hatte. Zwar war es nur eine Nacht gewesen, doch die hatte mehr als gereicht. Sein Zimmer war auch am weitesten entfernt gewesen. Es war schon albern, dass er sich verhalten hatte, aber er konnte nicht anders. Das Geld das dieser fremde Junge ihm gab, nahm er jedoch gerne. Ansonsten war der Pförtner war dennoch heilfroh, als er den Fremden endlich los war.


    Marcello war es manchmal gerade recht, dass die Leute einen großen Bogen um ihn machten, auch wenn er nicht ganz verstand warum sie es taten. Aber das blieb wohl deren Sache. Die anderen hatten ihn schon immer gemieden und sich immer unwohl gefühlt, wenn er in deren Nähe war. Ihm aber ging es aber auch ähnlich. Nie hatte er sich irgendwo richtig zugehörig gefühlt. Die einzigen Momente, in denen er glücklich war und die Leute ihm ihre Zuneigung geschenkt hatten, waren während seine Konzerte gewesen. Aber leider hielten diese Momente nie lange an. Er hatte sich damit abgefunden anders zu sein, denn ändern konnte er so oder so nichts dran.


    Leicht fröstelnd zog der 16jährige seine Jacke um sich. Hier war es doch um einiges kühler als ursprünglich gedacht. Was musste dieser Ort auch so weit oben liegen? Dennoch ließ er sich nicht davon abhalten weiter zugehen. Diese innere Stimme trieb ihn an immer weiter zu gehen und er musste ihr folgen. Anfangs hatte er noch versucht sie zu ignorieren, doch das hatte auch nicht wirklich was gebracht. Besonders seit er hier in Amruo war, da war diese Stimme, diese Unruhe in seinem Inneren immer stärker geworden. Schließlich hatte er nicht anders gekonnt und war bei einer Nacht – und Nebel Aktion abgehauen. Das einzige was er neben seiner gut gefüllten Geldbörse mitgenommen hatte, war eine Tasche, in der Ersatzkleider und sonstige Kleinigkeiten verstaut waren. Anfangs war sein Leben draußen noch völlig ungewohnt gewesen. Die vielen unbekannten Menschen und der Trubel hatten ihn anfangs noch zurückschrecken lassen. Bald jedoch kam er damit zurecht.


    Irgendwie hatte er es geschafft in diese Stadt zu kommen und da es gestern zu spät war, hatte er kurzfristig in einem Motel übernachtet. Den Namen von der Stadt hatte er nicht für nötig empfunden zu erfahren. Wozu auch? Er hielt sich sowieso nur kurz in ihr auf und von daher nützte es nichts wenn er den Namen wusste. Nun ging es weiter, denn die innere Stimme drängte ihn weiter voran. Bald ließ er die Stadt hinter sich und befand sich draußen auf dem Land. Dort stieß er auf einen Feldweg. Zuerst hatte er Bedenken gehabt diesen zu benutzen, denn dieser schien nicht gerade vor Sauberkeit zu strotzen. Anders wie die Straßen in der Stadt. Aber er hatte keine andere Wahl. Seufzend ging er ihn entlang. Bald gelangte er zu einer großen Wiese, auf der zu seiner Verwunderung auch andere Menschen versammelt waren. Diese schienen nur unwesentlich älter oder jünger als er zu sein. Seltsamerweise schien ihn das nicht abzuschrecken. Ganz im Gegenteil. Marcello fühlte sich gleich ihnen zugehörig. Sowas hatte er fast noch nie erlebt. Die Szenerie erinnerte ihn an seine Gefühle, wenn er auf der Bühne stand und die Menge ihm zujubelte. Doch dies hier war noch sehr viel intensiver. Er fragte sich leise:“ Was wird hier gespielt?“ Auch die innere Stimme hatte ihm signalisiert, dass er hier her gehörte. Der Junge suchte sich einen Platz aus, von der er das ganze überblicken konnte. Immerhin kannte er hier niemanden und nur weil er sich der Menge zugehörig fühlte, heißt es nicht, dass er gleich jedem vertrauen musste. Aber damit hatte er ja dank seiner Vergangenheit genug Erfahrungen gesammelt. Vertraue nur dir selbst. Das war das wichtigste dort.


    Die Dämmerung brach herein und wie aufs Stichwort erschienen wunderschöne regenbogenfarbene Flammen am Himmel. Für jeden weiteren Vergleich fehlten ihm jedoch die Worte und er konnte nur darauf starren. Auch die anderen sahen zum Himmel hin. Eine Vorfreude durchrieselte seinen Körper, als er zudem noch das Rosetta Liuroum erblickte. Dieser Stern leuchtete noch mehr als die regenbogenfarbenen Flammen am Himmel und strahlte eine tiefe Zufriedenheit aus. Er blickte wie gebannt darauf und war in dem Moment absolut glücklich. Dann bemerkte er dass einige der anderen Jugendlichen verwirrte Laute ausstießen. Ungehalten über die Störung drehte er sich um und er entdeckte den Grund dafür. Alle Jugendliche schienen an einer bestimmten Stelle an ihrem Körper zu leuchten. Seine Augen weiteten sich als ihm klar wurde, dass wahrscheinlich auch das Zeichen auf seiner Zunge aufstrahlte. Um sicherzugehen, strecke er sie raus und das Zeichen leuchtete tatsächlich darauf. Er schluckte und dachte verwirrt:“ Was passiert hier?“ Ein Teil von ihm wollte verängstigt wieder verschwinden, doch stattdessen blieb er stehen und er fragte sich weiter, in was er da hineingeraten war.


    OT: Auch ich wünsche euch allen ein gutes RPG

    "Rayquaza verfügt über die Fähigkeit das Wetter zu kontrollieren. Gewissenlose Menschen wollen diese Fähigkeit an sich reißen. Helft mit das zu verhindern: Hoenn - Die Herrschaft des Himmels"


    "Kalos die Region der Schönheit und Anmut. Doch der drohende dunkle Schatten einer Verschwörung lässt das Licht verblassen und es ist zugleich der Beginn eines neuen Abenteuers: Kalos - das Wunder des Lebens"

  • Eine surreale Situation, aber sie war wieder gefasst.
    Hongs Ruhe kehrte langsam wieder zurück. Das Farbenspiel war beeindruckend, gewiss, doch was steckte dahinter? Sie musste dringend erfahren, was es mit dieser Versammlung auf sich hatte. Dringend. Dringlichst.


    Sie sah sich um und entdeckte so einige skurrile Gestalten. Scheinbar war keiner älter als sie, doch das war auch schon die einzige Gemeinsamkeit. Einige waren recht gepflegt, andere machten den Eindruck von Straßenräubern und wieder andere sahen total durchgedreht aus. Nein, das war nicht alles. Die leuchtenden Symbole. Ein jeder hier verfügte über eines, sie eingeschlossen. Was hatte das mit ihr zu tun? Hong ahnte, dass sich das nicht so einfach klären lässt und hielt daher nach den Verantwortlichen Ausschau. Verantwortliche? Sie wusste selbst nicht, wen genau sie suchte, aber irgendjemand musste für diese seltsame Zusammenkunft verantwortlich sein.


    Keiner der Anwesenden machte den Eindruck, Veranstalter des ganzen Spektakels zu sein. Nirgends einheitliche Kleidung, Anzüge oder gar Uniformen. Nur einer, nicht unweit von ihr, blieb auffällig unbeeindruckt des Ganzen.
    Dazu kam eine aufällige Kleidung, sehr altmodisch, aber doch gepflegt. Hong ging auf diesen Mann, nein, eher auf diesen Jungen zu und legte sich die Worte im Mund zurecht. Sie beherrschte die Sprache hier wirklich nicht gut, aber wollte das nicht offen zeigen. Wenn sie sich ihre Worte im Vorraus gut überlegte, sollte es klappen.


    "Guten Abend. Kann ich Sie sprechen?" Hong deutete auf ein etwas ruhigeres Plätzchen, abseits der größeren Menschenmenge.


    OT: Ja, hiermit darf sich der werte Artemis angesprochen fühlen.

  • Langsam rieb sich Jasmin den Kopf. Das Leuchten tat immer noch nicht weh. Genau so wenig hatte das Spektakel am Himmel aufgehört, aber mit der Zeit verlor es doch seine Wirkung. Was man von dem Licht leider nicht behaupten konnte.
    Immer noch strahlte es hell durch ihre Jeansjacke hindurch, weinrot, ein wenig dunkler als Blut. Meine Güte, als ob ich mich in einem Anflug von Kreativität selbst aufgeschlitzt hätte dachte sie ein wenig benommen bei sich. Immer noch lag sie im Gras und starrte ihren Bauch an. Seltsamerweise blendete das Strahlen kein bisschen, obwohl es doch mehrere Meter weit leuchtete.
    "Ist alles in Ordnung?" Ein blasses, schwarzhaariges Mädchen eilte auf sie zu. Wow, die hat mich bemerkt? Und kommt dann auch noch her... ? Sie war, wie Jasmin ernüchtert feststellte, ein wahrer Strich in der Landschaft. Auf ihrer Nase trug sie eine Brille, die ihr hübsches Gesicht kein bisschen entstellte. Ihre Augen wirkten schmal, trotzdem machte sie einen sehr schüchternen Eindruck, wie sie so unsicher vor ihr stand. Aus ihrem Handgelenk leuchtete eine schöne grüne Efeuranke, die noch nicht einmal ein Drittel der Größe ihres eigenen Mals hatte. Oh mann, ich liebe es, aufzufallen... NICHT.
    Hektisch richtete Jasmin sich auf. Sie hatte ihr Gegenüber schon wieder viel zu lang angestarrt. "Ähm, ja... klar, alles okay. Hab mich nur ziemlich erschrocken, ich meine..." Sie deutete auf ihren Bauch, der immer noch aussah wie das Opfer eines begeisterten Metzgers. "Hast du eine Ahnung, woher das kommt?"
    Jasmin hasste spontane Unterhaltungen. Eigentlich hasste sie Unterhaltungen allgemein, aber in den meisten Fällen konnte man wenigstens Gesprächsthemen planen, um blöde Schweigepausen irgendwie auszufüllen. Sie spürte schon, wie sie sich verkrampfte - sie blies sich dann immer ins Gesicht, wippte fast unmerklich vor und zurück und knetete ihre Finger - als ihr Blick auf das Buch fiel, welches das ebenfalls unsicher wirkende Mädchen unter dem Arm trug. Den Titel konnte sie nicht erkennen, trotzdem legte sich ihre Anspannung sofort. "Wow, liest du auch so gern? Wie heißt denn dein Buch? Ist es dein Lieblingsbuch?" fragte sie begeistert und streckte die Arme zur Seite aus.


    OT: Danke fürs Ansprechen! Ich hoffe das ist nicht zu kurz.
    Ansonsten können sich auch gern ein paar andere Leute zu uns gesellen, wenn sie Lust haben. :)

  • Artemis richtete sich auf. Er hatte offensichtlich im Überschwang vergessen, seine Tasse auszuleeren - und nun hatte die Schwerkraft das für ihn übernommen. Seufzend goss er sich eine neue Tasse Tee ein. Das unterbewusste Zerren hatte sich erledigt - er vermutete, das war alles, weshalb er herbeordert worden war. Erneut blickte er zum Himmel. Die Rosetta strahlte und leuchtete weiter und tauchte die Weide in Licht. Die ganze Situation wirkte irgendwie... surreal. Auch etwas anderes schien keinen Sinn zu machen - vom Blickwinkel her schien er sich direkt unterhalb der Rosetta zu befinden. Das war doch kein Zufall...


    Trotzdem blieb noch die Frage, warum er eigentlich hier war - von der ganz weltlichen Seite bzw. "Du hast dich in einen Zug gesetzt" mal abgesehen. Er und die anderen... Leuchtenden hatten sich hier versammelt, um zu leuchten. Artemis hoffte, dass das jetzt nicht zum Status Quo wurde. Der rote Schimmer fing an, ihm auf den Geist zu gehen, und außerdem kam er sich mehr und mehr wie ein Idiot vor, mit dieser Acht über dem rechten Auge. Der Schwarzhaarige fragte sich, ob die anderen auch alle gut sahen (wie er es bezeichnete, wenn er ins Gespräch über seine Fähigkeit kam), oder ob es verschiedene Fähigkeiten gab...


    "Guten Abend. Kann ich Sie sprechen?" fragte eine etwas kleinere, auf den ersten Blick geschlechtslose Person Artemis. Erst beim zweiten Mal hingucken zeichnete sie sich als weiblich ab - auch wenn nicht wirklich eindeutig. Nur der eine oder andere subtile Hinweis deutete darauf hin. Anzug, kurze schwarze Haare - sie wirkte ein wenig wie die Sekretärinnen der Geschäftspartner seiner Familie. Die Ethnizität war eindeutig Ost-Ardonisch... vermutlich Xuan. Mit 10 hatte sein Onkel ihn mit auf eine Geschäftsreise dorthin genommen. Der kleine Artemis hatte sich meist ans Fenster im 50. Stock des Gebäudes gesetzt und die Leute auf den Straßen beobachtet. Aus der Entfernung sahen sie alle ziemlich gleich aus, aber aus der Nähe auch. Das Gesicht der Frau war auch so ein generisches Gesicht, wie es sie auf den Straßen in Xuan dutzende gegeben hatte. Ein graues Fragezeichen leuchtete am Unterschenkel ihres linken Beines auf. Artemis fragte sich, wofür es denn stehen musste, aber unterbrach sich dann in Gedanken. Es ist nicht so, als ob mein Zeichen etwas mit meiner Fähigkeit zu tun hätte, hörte er sich denken. Und noch etwas anderes kratzte an seinem Bewusstsein: Warum siezt sie mich? Sie ist definitiv erwachsen, ich eindeutig nicht...


    Sie deutete auf eine etwas abgelegene Stelle des Feldes, und Artemis kam der Aufforderung nach. In Gedanken kommentierte er: Merkwürdig. Normalerweise muss man mich zwingen, damit ich mich mit anderen Menschen ruhig irgendwo unterhalte. Der Fleck war ein Fleck wie jeder andere, allerdings abgelegen von dem Geschrei der anderen. Ein Mädchen hatte, als sie angefangen hatte zu leuchten, einen plötzlichen Panikanfall erlitten, ein anderes hatte sie beruhigt. Pathetisch, dachte er. Wo kämen wir denn hin, wenn wir bei jeder unerwarteten Anomalie anfangen würden zu kreischen... Er ließ sich ins Gras fallen und nahm noch einen Schluck Tee. Dann richtete er seinen Blick auf die Frau. "Also, Sie wollten mich sprechen? Was gibts denn?"



    :ot: : Dann fühlt er sich auch angesprochen.

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

  • Die Xuanesin lächelte. Ein kleiner Zeitgewinn, um die nötigen Worte im Kopf zu suchen. "Korrekt. Ich vermute, Sie wissen über dieses Zusammenkunft ebenso Bescheid?" Ein kleiner Bluff, ob sie ihr Gegenüber so schon aus der Fassung bringen konnte?


    Artemis hob eine Augenbraue. Seh ich so sehr nach Verantwortlichem aus? "Nein, tut mir Leid," antwortete er. Etwas kommt mir an der ganzen Sache hier fischig vor, dachte Artemis. Sie sieht ebenfalls nicht nach Verantwortlichem aus. Hinter mysteriösen Anziehungskräften und leuchtenden Naturphänomenen erwartet man normalerweise alte Männer in Bart und Kutte, keine smarten Sekretärinnen - oder ähnliches. Trotzdem beschloss er, das Spiel mitzuspielen. Vielleicht wusste sie tatsächlich etwas. "Da Sie ja etwas zu wissen scheinen, können Sie es ja gleich weitergeben. Sein Ton wurde geschäftsmäßiger, im Stil seines Vaters. "Was ist das hier? Irgendeine Regierungssache oder so? Schmeißen die gleich eine Bombe und dann hat sich die Sache?"


    Ein schlauer Bursche, das hätte sie sich denken sollen. Besser sie machte hier schnell Schluss, er wusste wohl ebenfalls überhaupt gar nichts. Hoffnungslos, hier sind wohl nur die Spielbälle versammelt.
    Der Rest hält sich wie immer bedeckt, dachte sich Hong.
    "Verzeihung. Manches muss Geheimnis bleiben. Entschuldigen sie mich." Hong setzte wieder ein künstliches Lächeln auf und zwinkerte dem jungen Mann zu. Besser sie machte sich vom Acker und beobachtete weiter aus der Ferne.


    Artemis widmete sich wieder seinem Tee, der keine Anstalten machte, mit kryptischen Botschaften zu verschwinden. Vermutlich lag ich mit meiner Bombentheorie gar nicht mal so falsch, dachte er. Film und Fernsehen lehrten, dass Regierungen meist ein nahezu krankhaftes Interesse an Neuem und Mysteriösem haben. Aber dass die Frau zu den Verantwortlichen gehörte, war mehr als unwahrscheinlich. Sie schien vermutlich versucht zu haben, herauszufinden, ob er etwas wisse.


    Nein, wer so einen Zauber veranstaltete, machte auch einen großen Auftritt. Außerdem... "Korrekt. Ich vermute, Sie wissen über dieses Zusammenkunft ebenso Bescheid?" Ein Mindestmaß an Organisation sollte doch dafür sorgen, dass die Verantwortlichen voneinander Kenntnis haben. Ein Bluff, aber ein ziemlich gut ausgeführter. Er hatte die ganze Sache zu Anfang gar nicht kritisch beäugt - tatsächlich schien er an dem Gespräch Gefallen gefunden zu haben. Ein völlig neues und unerwartetes Geschehnis, aber nicht unangenehm. Überhaupt nicht unangenehm.


    Tja, Rumsitzen brachte ihn nicht weiter. Vielleicht sollte er wieder zu den anderen hinübergehen, die sich ebenfalls an ihr Leuchten gewöhnt hatten. Hoffentlich klang das bald ab. Es war ihm schon fast ein bisschen peinlich. Aber zu wem? Er entschied sich dazu, zu dem Mädchen hinüberzugehen, das eben geschrieen hatte. Vielleicht gab es einen Weg, sich in das Gespräch einzuklinken. Und sonst... er hatte Tee und ein Buch.


    Hong dagegen wurde die Sache zu viel. Das Gespräch war kurz, und doch viel zu lang gewesen. Ein scharfsinniger Kerl war das, Respekt. Nur kleidungstechnisch ließ ihn sein Verstand wohl im Stich. Sie musste schmunzeln.
    Besser ließ sie sich erst einmal nicht auf große Diskussionen ein. Schon bei dem kurzen Gespräch hatte sie nicht alles verstanden, musste aber wenigstens keine klaren Antworten geben. Jetzt war auf jeden Fall abwarten und beobachten angesagt.


    Unauffällig verschwand sie weiter abseits des Versammlungsfeldes, ihren Koffer, eine etwas größere Aktentasche, hatte sie zum Glück immer noch bei sich. Nur mit dem Nötigsten. Feldstecher zum Beispiel.
    So zog die ehemalige Soldatin das Jacket aus, platzierte es mit dem Koffer neben sich und legte sich gedeckt von einem kleinen Strauch auf die Lauer. Hoffentlich musste ihre weiße Bluse danach nicht in die Reinigung.
    Im Hintergrund weiß man immer mehr. Hong war zuversichtlich.


    OT: Entstanden mit MentalChocobo. Super, die Charakterfarben kann man kaum auseinanderhalten. xD

  • „Und seien sie vorsichtig mit den Kartons, der Inhalt ist zerbrechlich!“ Der Arbeiter, welcher eine ihrer Kisten trug,
    verdrehte nur die Augen und zuckte mit den Schultern. Danas alte Wohnung wirkte ohne ihre Möbel, wie das weiche Sofa und ohne den
    mitgenommenen Sessel und die Poster an den Wänden ziemlich leer und verlassen. Genauso fühlte sie sich bei dem Gedanken, ihr langjähriges
    Heim zu verlassen. Aber ihr Beschluss stand fest. Sie wollte (und etwas in ihrem Inneren sagte ihr, dass sie auch musste) hier weg. Weit weg.
    Sogar bis in ein anders Land, nämlich ins Nachbarland Amruo. Und dieser Entschluss stand fest, auch wenn er ihr ganzes Leben verändern
    würde- und das würde er auf jeden Fall.
    Vor ungefähr einer Woche war Dana gerade bei ihren typischen Nachmittags-Waldspaziergang. Luna die Nebelkrähe flog irgendwo herum und
    ihre Ratten schlummerten selig in den Taschen ihrer weiten khakifarbenen Jacke, welche sie einfach nur schrecklich fand, aber für ihre Ratten
    behielt, weil sie so viele Taschen besaß, in denen die kleinen Schlawiner sich verstecken konnten.
    Dieser Nachmittags-Waldspaziergang endete, als sie fernab von allen Wegen (Dana hielt sich nie an vorgegebene Wege und Regeln) auf einen Hirsch
    mit einem großen mächtigen Geweih stieß.
    Er stand ungefähr 10m entfernt. Dana erstaunte es sehr, dass er nicht davon rannte und sich versteckte. Nein, er blickte sie nur seelenruhig an. Was will der denn? fragte sich das Mädchen. Nach einer Weile des Blickkontaktes bewegte er sich und sie dachte schon,
    jetzt würde er endlich begreifen, dass er sich lieber verstecken sollte. Aber er kam auf sie zu. Und je näher er kam, desto mehr nahm sie ein
    farbenfrohes, fast göttliches Schimmern, um ihn wahr. Fast wie eine magische, heilige Aura, die jeden in seiner Nähe ehrfürchtig zu
    ihm blicken ließ.
    Als er schließlich so nahe gekommen war, dass sie sich fast berührten und er ihr in die Augen blickte, begann er zu reden. Nicht, dass es sie
    verwunderte, dass ein wildes Tier sie einen Moment länger betrachtete, bevor es Reißaus nahm oder dass Tiere reden konnten- aber das war anders.
    Der Hirsch sprach mit einer tiefen, kehligen Stimme, die man jedoch trotzdem nicht als männlich einstufen konnte. Dana verstand es recht gut und es hörte sich an wie: „Du musst nach Amruo! Laufe von hier Richtung Norden! Geh und stelle dich deiner Bestimmung!“
    Er drehte sich um und sprang ins nächste Dickicht. Dabei rief er ein Wort „Osc...“. Mehr konnte sie nicht verstehen, da plötzlich ein Schuss
    durch den Wald gellte. Dana rannte was das Zeug hielt und sie hoffte, die Jäger würden sie nicht mit fliehendem Wild verwechseln.
    Als sie zuhause war, verstand sie, was soeben passiert war. Ein Hirsch hatte ihr gesagt, dass sie nach Amruo sollte. Das war der blanke Wahnsinn!
    Dana setzte ihre Ratten in eins der vielen Häuschen, die über die ganze Wohnung verteilt waren und stellte ihnen ein Schälchen Wasser und Futter hin.
    Danach setzte sie sich auf ihren Sessel am Fenster und schaute hinaus. Doch selbst die Vögel waren heute seltsam.
    Sie riefen etwas lauter als sonst und das was sie riefen klang wie „Geht! Geht!“ Waren denn jetzt alle Tiere durchgedreht?


    Die ganze nächste Woche lang riefen alle Tiere durch einander „Geht!“ und andere unverständliche Dinge.
    Sie benahmen sich auch anders.
    So als wollten sie Dana vertreiben. Schließlich überwand sie sich und informierte sich über Amruo und die Gebiete des Landes,
    welchen nördlich ihrer Heimatstadt lagen. Das größte Gebiet war Wejau und noch weitere kleinere, von denen aber keines mit Osc... begann. Nur im Gebiet Wejau waren ein paar wenige Städte, welche mit diesen Buchstaben begannen. Beachtung schenkte sie jedoch keiner von ihnen,
    bis sie plötzlich anfing nachts schlecht zu träumen.


    In ihren Träumen kamen jedes Mal ein Hirsch und dein Stern vor. Der Hirsch murmelte immer denselben Namen einer Stadt und der Stern
    sprach mit einer seltsamen, nicht menschlichen aber auch nicht tierischen, Stimme, welche sie aber trotzdem verstand.
    Er sagte immer wieder zu ihr:„Komm!“. Dana war verzweifelt. Sie wollte fragen: „Wer seid ihr? Und wohin soll ich kommen?“ aber aus ihrem Mund kamen nur unverständliche Laute .Nachdem sie dies zum ersten Mal träumte bekam sie ein komisches Gefühl. Es war ein Bedürfnis wie essen und schlafen, nur viel stärker. Sie musste die Stadt verlassen, koste es was es wolle. Und sie musste nach Amruo. Dana hielt ja sonst nicht sehr viel auf solche Gefühle, vor allem nicht, wenn sie sagten „Gib alles auf und gehe in ein fremdes Land, weil ein Hirsch dir das gesagt hat.“.
    Aber diesmal war es anders, es war wichtig und von höchster Dringlichkeit.
    Und nach wenigen Tagen hatte sie eine Wohnung in einem kleinen Örtchen gefunden, umgeben von einem sehr dichten Wald. Es ist in Amruo, es ist nördlich in Wejau und beginnt mit Osc. Was wollte man mehr?


    Und dann stand sie endlich vor ihrer neuen Wohnung. Alles war bereits ausgepackt und aufgestellt. Aber der Druck, welcher sie immer weiter schob, hatte nicht nachgelassen. Er war sogar stärker geworden.
    Mitsamt ihren Lieblingen wollte sie nun die Umgebung erkunden und gerade waren sie am Waldrand angelangt als ein Schimmern
    durch das Laub flutete und der Hirsch erschien.


    „Folge mir!"sprach er diesmal. Nicht ruhig und mächtig, sondern auffordernd und fast ein bisschen gehetzt.
    Sofort sprintete er davon. „Warte!“ Dana rannte hinter ihm her. Sie konnte ihn nicht mehr sehen rannte aber weiter.
    Denn nun wusste sie, was zu tun war. Sie lief sehr lange, ohne darauf zu achten, dass ihr Äste ins Gesicht peitschten und Brombeersträucher
    ihre Beine aufrissen. Sie hörte auch nicht, dass sich ihre Ratten darüber beklagten, so durchgeschüttelt zu werden.
    Auch, dass Luna nicht auf ihrer Schulter saß, sondern über dem Blätterdach dahin glitt, bemerkte sie nicht. Das ist es! Wir sind gleich da! Dieser Gedanke und ein großer Schwall Adrenalin in ihrem Blut ließen sie erst stoppen, als sie mit einem Ruf der Entschlossenheit
    durch das Dickicht auf eine Lichtung schoss. Auf einen Schlag holte sie die Erschöpfung ein. Zu ihrer Verwunderung war sie jedoch weder schweißgebadet, noch war sie zerkratzt oder hatte sonst ein Indiz, welches darauf schließen ließ, dass sie gerade einen Marathonlauf durch dichtesten Wald hinter sich hatte. Aber diese Verwunderung schien wie weggeblasen als sie bemerkte, dass sie nicht allein war.
    Überall um sie herum standen Leute. Teenager! Es wurde schon dunkel und manche von ihnen waren noch ziemlich jung.Was tun die alle hier draußen?
    Aber auch diese Gedanken verschwanden aus ihrem Bewusstsein, als sie das seltsame Verlangen spürte,
    in den klaren Nachthimmel zu blicken. Was sie dort sah, verschlug ihr den Atem. Erst war da nichts Besonderes zu sehen oder zu hören,
    aber fast im selben Moment gab es eine Explosion gigantischen Ausmaßes. Es war jedoch eher eine Explosion der Farben, aller Farben.
    Selbst Farben, die man sich nicht einmal vorstellen konnte. Und alle diese Farben waren so rein und konzentriert, dass sie leuchteten.
    Und da, einfach aus dem Nichts wusste sie, was es war."Rosetta Liuroum!"Die Worte kamen aus ihrem Mund, ohne dass sie
    überhaupt wusste, was sie bedeuteten. Sie kannte sie nicht, aber sie war sich sicher, dass das ihre Vergangenheit, Gegenwart und vor allem ihre Zukunft war. Die 16 Jährige bemerkte, dass das Leuchten sich nun zu einem sternenförmigen Regenbogen geformt hatte. Auch die anderen waren fasziniert.
    Sie erkannte, auch wenn sie diese Leute nicht kannte, dass sie nur mit ihnen gemeinsam fortbestehen konnte.
    Zwischen diesen besonderen Menschen und ihr selbst war ein Band geknüpft worden, welches ihr verriet, dass sie diesen Leuten vertrauen konnte.
    Und als wäre das nicht genug der Verwunderung, gesellten sich plötzlich neue Farben zum Strahlen des Sternes.
    Sie schienen jedoch von der Erde zu kommen und Dana erkannte, dass ihr Zeichen, das mysteriöse hellblaue Ornament, welches ihr in ihrem Leben schon so manche Schwierigkeit bereitet hatte, nun zu leuchten begonnen hatte.
    Um sie herum leuchteten immer mehr Lichter auf und als sie sich umblickte, erkannte sie, dass jeder der Anwesenden auch gezeichnet worden war.
    Überall an ihren Körpern leuchteten geheime Zeichen in unterschiedlichen Farben, so als versuchten sie die Rosetta zu übertrumpfen oder eins mit ihr zu werden.


    Und so plötzlich wie das Spektakel begonnen hatte so endete es auch. Nun wandte sie ihren Blick von der noch immer leuchtenden Rosetta ab und betrachtete die Umstehenden. Deren Male leuchteten immer noch, ebenso wie das ihre. Was soll das jetzt werden? Fragen über Fragen trieben durch ihren Köpf bis sie plötzlich ein „Hi.“ aus den Gedanken riss.



    OT: Ich hab ein bisschen getrödelt und hoffe das ist ok wenn ich die Tiere in in meiner Farbe und Fett schreibe. Ich hoffe wir haben alle viel Spaß mit diesem Rpg!

  • Sie schrie. Sie schrie so lange bis sie nicht mehr konnte. Was sollte das hier alles? Warum bin ich hier? All diese Fragen schwirrten ihr im Kopf herum.
    Erneut blickte sie zu den anderen Leuten auf der Wiese. Vielen von ihnen war es genau so suspekt wie ihr aber manchen schien dieses Ereignis gar nicht so komisch vorzukommen.
    Lorina wusste nicht was sie nun tun sollte. Sie fühlte sich hilflos und vollkommen Radlos. Diese Gefühle gefielen ihr nicht aber was sollte sie dagegen nur tun? Vielleicht könnte sie mit jemanden darüber reden und ihn fragen ob er mehr weiß. Aber wen?
    Sie schaute sich um und entdeckte ein junges Mädchen mit schwarzen Haaren, was eine sehr zierliche Figur hatte.
    Lorina hob ihren Spiegel auf, richtete sich kurz die Haare kurz und ging auf das Mädchen zu. Zwei Meter hinter ihr blieb sie plötzlich stehen. Ich kann das nicht. Ich kenne die doch nicht. Sie drehte sich um und wollte wieder gehen, doch dann entschied sie sich doch anders. Sei doch nicht so feige. Sonnst bist du doch auch nicht so. Wer nichts wagt der nichts gewinnt.
    Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und brachte noch sichtlich von dem Ereignis ein eingeschüchtertes „Hi“ raus.
    Als sich das Mädchen umdrehte erkannte Lorina was es doch für eine hübsche junge Frau war. Zwar konnte sie Lorina keine Konkurrenz machen, wie sie fand aber hässlich war sie nicht. Nur die Zahnspange passte irgendwie nicht zu ihr.

  • Laverne fläzte sich auf dem breiten Bett und warf schlaftrunken einen Blick auf seine Armbanduhr. Kurz vor fünf Uhr … abends.
    Grummelnd richtete der junge Mann auf und fuhr sich kurz durch das unordentliche, schwarze Haar, bevor nach seiner gigantischen Brille griff und sie sich aufsetzte. Seine Sicht wurde nun klarer und er konnte seine Umgebung genauer erkennen. Er befand sich in einem mittelgroßen Hotelzimmer, mit Doppelbett, grünen Armlehnensessel, der perfekt auf den laufenden Plasmafernseher ausgerichtet war und einer Minibar. Dafür, dass es die teuerste Suite der gesamten Herberge war, fand der Dieb sie ziemlich erbärmlich, da hatte er schon Besseres gesehen.
    Übellaunig stand er auf und ging zum großen Kleiderschrank in der Ecke, um sich sein Outfit für die Nacht auszusuchen. Im Hintergrund hörte er die Newssprecherin gerade sagen: „ … -shalber wird derzeit davon abgeraten, alleine Waldspaziergänge zu unternehmen, bis sich die Lage geklärt hat. Und nun zum Wetter …“, doch Laverne hörte nicht mehr zu. Er stand vor der unglaublich wichtigen Entscheidung sein Kostüm zu wählen. Ihm entgegen strahlten die verschiedensten Kleidungsstücke, eines schriller als das andere. Gut, um Aufmerksamkeit zu erregen, … aber natürlich Markennamen, man wollte die potenziellen Freunde ja schließlich nicht vergraulen.
    Schlussendlich entschied der junge Mann sich für sein Lieblingskostüm, das von „Der Mann, der ein Niemand war“. Schwarze Stiefel, rote Hose, weißes Hemd, schwarzer, asymmetrischer Mantel und roter Schal. Die Farben standen ihm sowieso gut.
    Nachdem er sich fertig umgezogen hatte, schenkte er seinem Spiegelbild ein strahlendes Lächeln („Ich sehe heute aber auch wieder gut aus!“) und ging runter zum Restaurant um die Ecke, um sich ein paar Milchkaffees zu kaufen.


    Oscuras war ein kleines Dorf, absolut gar nichts für ein Großstadtkind wie Laverne. Die Straßen waren ihm zu eng, die Häuser zu grau und die Leute zu uninteressant. Überall nur unwichtige, langweilige Emotionen, nichts, was , ihn ansprach. In so einem Dorf gab es vermutlich auch niemanden, der irgendwie zur High Society gehörte oder durch den er an Geld kommen konnte. Wie enttäuschend …
    Seinen fünften Latte Macchiato Vanilla schlürfend stolzierte der junge Mann durch eine der größeren Straßen, auf der Suche nach einem Geschäft, in dem er das Geld eines Bekannten ausgeben konnte. Er hatte grad unglaublich Luft auf Sushi … Hatte dieses Kaff überhaupt ‘nen Asiaten? Vermutlich nicht. Laverne zog eine Schnute und betrachtete griesgrämig die ihm Entgegenkommenden.
    Die meisten Leute starrten ungläubig auf sein Outfit, einige mit einem leicht missbilligenden Gesichtsausdruck. Eine alte Frau, die große Ähnlichkeit mit einer Kröte hatte, schenkte seinem Mantel einen abfälligen Blick; Laverne spürte eine Welle der Empörung und ein wenig Scham von ihr ausgehen. „Wer ist die denn?“
    Er warf den leeren Plastikbecher in seiner Hand weg und fuhr mit der Hand in die Tasche, um sich einen weiteren Kaffee zu greifen, da wurde er plötzlich von hinten angesprochen. „Und sollte das Licht nur eine Lüge sein, so will ich in der Dunkelheit leben …“
    Ohne nachzudenken beendete Laverne den Satz, er kannte das gesamte Stück schließlich in und auswendig: „ … und von nun an nur noch ein Niemand sein!“ Mit einem freudigen Gesichtsausdruck wirbelte der Schwarzhaarige herum und blickte in das Gesicht seines Gesprächspartners. Es war ein junger Mann, kaum älter als er, der ihn freudestrahlend angrinste. Er war unscheinbar und sah ziemlich langweilig aus, wie auch der Rest der Bewohner dieses Orts. Sein dünnes, mausbraunes Haar war gerade und recht kurz, die Augen klein und zusammengekniffen, die Haltung gekrümmt und seine Kleidung sah aus, als ob er sie sich aus dem Altkleidercontainer gegriffen hätte. Lavernes Freude verflog.
    „Oh man, ich hab noch nie jemanden getroffen, der auch ein Fan von „Der Mann, der ein Niemand war“ war!
    “, rief der Junge aus und streckte dem Dieb, dessen Blick inzwischen derselbe wie der von der alten Dame zuvor gewesen war, eine schwitzige, käsigweiße Hand engegen. „James Johnson.“
    Laverne fiel auf, was für eine nervige, pfeifende Stimme sein Gegenüber, aber trotz aller Abneigung schüttelte er die Hand des anderen, wobei er jenem ein paar Glücksgefühle einpflanzte. „Freut mich, Jack.
    Äh, James.
    Wie auch immer …


    Ungefähr eine Stunde später befand sich Laverne mit einem neu errungenen Portmonee in der Tasche auf einen Pfad, der etwas außerhalb der Stadt führte. Jake (oder so) hatte sich als ziemlich leichte Beute erwiesen, nichts zu Anspruchsvolles. Nun gut, das war kein Wunder, da er durch die ständige Manipulation des Diebes zu abgelenkt gewesen war, um zu bemerken, wie jener ihm den Geldbeutel aus der Tasche gezogen hatte. Wie sich herausstellte war der Idiot reicher gewesen, als sein Aussehen hatte vermuten lassen. Laverne fand einige Hunderter und dazu noch eine Kreditkarte, die er sich selbst einsteckte. Außerdem war da noch irgendein Zettel an einen Doktor oder so, aber damit konnte er nichts anfangen, also schmiss er es weg.
    Inzwischen fragte der junge Mann sich, warum er überhaupt hier war. Irgendetwas war da gewesen, aber hatte keine Ahnung mehr, was ihn in diesem versifften Kaff hielt, außer natürlich, dass er mehrere Feinde quer über das Land verteilt besaß, denen er lieber ausweichen wollte. Aber trotzdem hatte er das Gefühl, dass es irgendetwas Besonderes gewesen war … Vermutlich hatte er es vergessen.
    Inzwischen war es recht dunkel geworden und die ersten Sterne funkelten am Himmel. Laverne begann gerade sich zu langweilen und einen weiteren Kaffee zu öffnen, da schlug ihm auf einmal eine Welle an Emotionen entgegen. Verwirrt und überrascht blickte er sich nach der Quelle dieses Gefühlssturms um. Es musste irgendwo eine Menschenansammlung in der Nähe sein. Tatsächlich entdeckte der Schwarzhaarige weiter oben auf der Wiese mehrere Leute, die sich dort gemeinsam versammelt hatten. Neugierig ging er näher. „Ist das hier so ’ne Art … keine Ahnung … Freiluftparty oder … Ritualmord, oder was?“
    Es war schwierig etwas Verständliches aus den ganzen verschiedenen Gefühlen herauszufiltern, wie es immer der Fall bei Gruppen war, aber hier war es für Laverne ziemlich eindeutig, welche Emotion bei allen überwog: Anspannung. „Also, so wie die hier drauf sind, ist es eher der Ritualmord …“, kommentierte der junge Mann abfällig und ließ den Blick schweifen. Man hatte ihn noch nicht gesehen. „Ganz ehrlich, das letzte Mal, als ich so ‘ne Stimmung gespürt hab‘, war bei der Beerdigung von …“
    Doch weiter kam er in seinen Gedanken nicht, da auf einmal, der nun nachtschwarze Himmel aufriss und ein fantastisches Spektakel enthüllte. Wellen aus Licht und vielfarbenden Flammen flossen über das Himmelszelt, als hätten die Engel den großen Farbeimer auf Wolke Sieben umgekippt. Dem jungen Mann blieb vor Erstaunen der Mund weit offen stehen. Inmitten dieses leuchtenden Spektakels erschien ein Stern, der über allem zu thronen schien wie ein König mit brillanter Krone. Laverne konnte den Blick nicht von ihm lassen, fast wie hypnotisiert.
    Ein Schrei riss ihn aus seiner Paralyse und als er sich umblickte, erkannte er mit großem Entsetzen, dass die anderen Leute auf der Grasfläche plötzlich angefangen hatten, es dem Stern gleichzutun und zu leuchten. Schlimmer noch, erst jetzt bemerkte er, dass das Symbol auf seiner linken Handfläche, welches er all die Jahre lang geheim gehalten hatte, ebenfalls anfing zu strahlen wie eine Taschenlampe, sogar durch seinen schwarzen Lederhandschuh durch.
    Oh, s-“, fluchte der Dieb panisch und versuchte stürmisch das helle Zeichen zu verdecken, doch jeder Versuch war vergebens. Schließlich ballte er die Hand zur Faust und steckte diese in die Hosentasche, in der verzweifelten Hoffnung, dass niemand ihn bemerkt hatte.


    OT: So, da ist nun auch mein Post. Zum Ende hin ist vermutlich nich mehr ganz Deutsch, aber ich bin müde und wollte das endlich fertig haben.