Wettbewerb 20: Freies Gedicht

  • [tabmenu][tab=Informationen zum Vote]



    In diesem Thema habt ihr eine bestimmte Anzahl an Punkten zur Verfügung, die ihr den Texten im Tab "Abgaben" geben könnt. Dabei ist zu beachten, dass ihr nahezu frei wählen könnt, wie ihr die Punkte verteilt und welche Texte mehr Punkte als andere bekommen. Achtet jedoch darauf, dass ihr die Punkte, die euch zur Verfügung stehen, komplett ausschöpft. Votes, welche zu wenige oder zu viele Punkte enthalten, können leider nicht gezählt werden. Des Weiteren solltet ihr eure Punkte mindestens auf drei Texte verteilen, eure Wahl begründen und natürlich nicht für eure eigenen Texte voten.
    Es ist außerdem hilfreich, euch das "How to vote-Topic" anzusehen. Schreibt ihr in dieser Saison besonders viele Votes, habt ihr die Chance auf Medaillen. Weitere Informationen findet ihr hier: Informationen und Regeln zu den Wettbewerben.


    Wer neben den Votes noch weitere Kritik für sein Werk erhalten möchte, aber kein eigenes Thema erstellen möchte, der kann dies gerne in unserem Feedback-Thema für fertige Texte tun!

    Zitat von Aufgabenstellung

    Freies Gedicht
    Traditionell gibt es zum Abschluss der Saison zwei freie Themen. Nach der freien kurzen Erzählung, dreht sich hier nun alles um das Gedicht. Das bedeutet, eure Aufgabe liegt darin, ein lyrisches Werk zu einem Thema eurer Wahl und in einer Form eurer Wahl zu verfassen. Verzaubert ihr die Voter mit einer Ballade, haltet ihr die Natur in einer Kette aus Haikus fest oder überrascht ihr die Voter mit einer ganz eigenen Struktur? Ihr habt die freie Wahl! Ein Pokémonbezug ist in diesem Wettbewerb möglich, aber nicht verpflichtend.




    Ihr könnt 8 Punkte verteilen, maximal 4 an eine Abgabe




    Wenn ihr nicht wissen solltet, wie ihr eure ID herausfindet, könnt ihr dies unter anderem hier nachlesen.


    Der Vote läuft bis Sonntag, den 08.11.2015, um 23:59 Uhr.
    [tab=Abgaben]


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  • Download-Post


    Wie gewohnt könnt ihr euch die Abgaben der Wettbewerbe hier im PDF- und ePub-Format herunterladen, um so auch unterwegs lesen zu können.
    Die PDF und das ePub wurden von @Deception erstellt . Sollten Fragen und/oder Anregungen bestehen, dann zögert bitte nicht die Urheberin deswegen anzusprechen; konstruktive Verbesserungsvorschläge sind immer willkommen.


    Für eine kurze Anleitung und noch einmal die Einführung zu den "Wettbewerben unterwegs" klicke hier.

  • [tabmenu][tab=Vorwort]Guten Abend,


    noch kein Vote? Da geht noch was! Besonders bei den vielen tollen Gedichten findet sich sicher für jeden etwas und die Teilnehmer freuen sich sicher auch über jeden Kommentar, den sie bekommen können. Dann wollen wir mal.
    [tab=Kommentare]01 - Tagedieb
    Die Aufteilung der Geschichte auf einen ganzen Tag ist ja ein beliebtes Stilmittel und du hast auch einige nette Formulierungen und Metaphern verwendet. Im Grunde scheint es auch um die Liebe zu gehen, die zuerst langsam reift, im zweiten Part mit Streitigkeiten aufwartet, danach innig wird und die beiden Charaktere am Ende trennen lässt. Dass du diese Dinge aber nie direkt ansprichst, sondern umschreibst, macht es besonders. Insgesamt bist du dabei auch relativ frei geblieben, hast dich aber an Reimen versucht, die manchmal ganz gut geworden sind. Ich finde es zudem etwas unrhythmisch zu lesen, da es eher einen Geschichts-Eindruck hinterlässt als den eines Gedichts, aber der Eindruck kann auch täuschen.


    02 - Freundschaftspflichten
    Freundschaft und Liebe, ja, diese Dinge liegen nah zusammen und es verwundert nicht, dass du diesen engen Grat in deinem Gedicht ebenfalls aufgreifst. Dabei spielst du mit den Gedanken und Eindrücken beider Personen und beleuchtest ihre Hintergründe und die Einstellung zueinander. Leider lassen sich in der Sache diese Gefühle nicht abstellen und so endet es - mehr oder weniger - traurig. Wobei dieses „mehr nicht“ zum Ende einen sehr starken Klang mit sich bringt und auch wirkt. Es überzeugt auf einer emotionalen Ebene.
    Das Gedicht selbst finde ich etwas unrhythmisch, aber das soll so weiters nicht ins Gewicht fallen.


    03 - Vollmond
    Eine klassische Liebesgeschichte mit dem Twist, dass ein Part eine böse Hälfte in sich trägt. In diesem Fall als Werwolf versteckt. Die Geschichte an sich ist nicht wirklich außergewöhnlich, aber du überzeugst vor allem mit einem guten Rhythmus und einer tollen Wortwahl, nette Beschreibungen inklusive. Auch die durchgängigen Reime, die ebenfalls immer ganz gut gewählt sind, runden das Leseerlebnis noch weiter ab. Du solltest dir in Zukunft aber Zeichensetzung am Ende der Verse angewöhnen, da hier theoretisch viele Kommata fehlen. Aber das nur so nebenbei erwähnt.


    04 - Verhaltensorientiertes Handlungskonzept
    Das scheint mir ein Vergleich zwischen Träumen und Realität zu sein, verbunden mit einem eher schwierigen Charakter, der wohl unter Beobachtung steht und seine Erlebnisse teilen muss. Dass die Eindrücke anfangs gar nicht ankommen, mag wohl darauf hinweisen, dass gewisse Symptome im Spiel sind, die nicht vorhergesehen waren. Dass sich das gegen Ende hin klärt und sich wohl auch die Einstellung zu gewissen Dingen geändert hat, kann darauf hindeuten, dass die Träume dahingegangen sind und die Realität das Ich einholt. Oder der Alltag. Oder aber der Zwang, etwas geben zu müssen, was man selbst nicht möchte und sich so selbst verstellt. Vielleicht auch alles zusammen. Mir gefällt hier vor allem die Umsetzung und die Worte bleiben in Erinnerung. Vom Gedicht her hast du dich recht frei gehalten, was dich auch kaum eingeschränkt hat und schließlich zu dieser Form geführt hat. Passt also.


    05 - Traumhafte Aussicht
    Ob mit der Aussicht wohl der Blick vom Hochhaus gemeint ist? Die Situation ist nachvollziehbar und du bist die einzelnen Punkte in der Szene gut durchgegangen. Man erfährt von dem Leid des Ichs und auch, was es überhaupt so weit treibt und das machst du mit einem netten Spannungsbogen. Insgesamt überzeugst du auch mit einem interessanten Rhythmusschema, in dem der erste Vers immer etwas versetzt zum Rest ist. Das hast du interessant gelöst und auch die Reime sind ganz okay. Allerdings müsstest du noch an der Zeichensetzung am Ende der Verse arbeiten, da die Kommata in den Strophen einfach fehlen. Selbiges gilt für die Versbeginne, die dann klein sein müssten.


    06 - Schattengefängnis
    Mir fällt es schwer, das Gedicht zu deuten. Es klingt interessant und hat einen tollen Aufbau, auch wenn ich dich ebenfalls auf die Zeichensetzung am Versende hinweisen möchte. Ich komme nur nicht ganz dahinter, was du aussagen möchtest. Auf mich wirkt es so, als würde sich jemand vor der Wirklichkeit verstecken und am liebsten den Tag auch wieder zur Nacht machen, um sich nicht für sein Leben rechtfertigen zu müssen, sondern weiterhin in der Dunkelheit zu bleiben. Das ist allerdings nur eine Theorie. Das kleine Licht gegen Ende scheint mir ein Hoffnungsschimmer zu sein, der trotz der Dunkelheit im Herzen bis zu ihm hin durchleuchtet und die Chance gibt, etwas zu ändern. Das würde auch zum Gefängnis im Titel passen. Auf jeden Fall interessant gemacht.


    07 - Ailuropoda melanoleuca
    Ah ja, der Große Panda also. Dass er bei seinem wissenschaftlichen Namen genannt wird, greifst du im Gedicht auch auf und du hast dabei eine schöne Wortwahl, gepaart mit guter Zeichensetzung und einem angenehmen Rhythmus im Gedicht. Man möchte es schon fast als Klagelied beschreiben, da der Panda hauptsächlich über negative Dinge berichtet; teils auch über Dinge, die ihn bisher gar nicht tangiert haben und die er nicht wissen dürfte, was etwas unlogisch ist. Um ehrlich zu sein finde ich allerdings den letzten Vers fehl am Platz, da er die eigentliche Hoffnung wieder zerschlägt und mich als Leser mit einem ungewissen Gefühl zurücklässt. Allgemein hätte eine positivere Sicht gegen Ende womöglich geholfen, das Gedicht in andere Höhen zu heben.


    08 - Kerosin
    Zwar kommt man bei dir nicht umhin zu glauben, dass es nur um das leicht brennbare Kerosin geht, aber es hört sich auch an wie eine Kampfesrede. Als würden die Charaktere dahinter wieder aufstehen und sich zur Wehr setzen, hinausragen und noch weiter steigen. Man könnte es auch als Sinnbild eines Phönix deuten, der sich selbst einfach mit „Wir“ anspricht, aber das dürfte schon etwas weit hergeholt sein. Mir fallen viele verschiedene Ideen zur Interpretation ein und das ist angesichts dessen, dass dein Gedicht recht normal und wenig außergewöhnlich wirkt, sehr interessant. Ich würde dir aber raten, nach einem Komma klein weiterzuschreiben, auch wenn es ein neuer Vers ist.


    09 - Traum
    Eine typischer Zeitraffer, wenn man so möchte und so behandelst du hauptsächlich das, was man als Träume bezeichnet. Als Kind noch in weiter Ferne, als Erwachsener schon lange hinter sich gelassen, kann man Träume auch als eine Art Portal zur Fantasie ansehen, das mit der Zeit verschwindet und der Realität gleicht. Die Strophen hast du passenderweise recht ähnlich aufgebaut, sodass man ein Muster erkennt und es liest sich auch insgesamt recht rhythmisch. An dich ebenfalls, am Ende der Verse machen sich Kommata gut, um die Verse abzugrenzen.


    10 - Zersplittert
    Ja, die Liebe lädt zu wahrhaftigen Gefühlsstürmen ein und auch bei deinem Gedicht lässt sich ein ähnliches Muster erkennen. Besonders gefällt mir hier aber der Aufbau mit den sehr kurzen Versen, die quasi wie prägnante Gedanken aussehen und sich auch so anfühlen. Wobei mit weiterem Verlauf und Beginn der Hoffnungslosigkeit gegen Ende die Verse länger werden. Auch das lässt sich schleichend beobachten, als hätte das Ich wieder die Möglichkeit, Worte zu finden. Die Umsetzung finde ich hierbei gelungen.


    11 - Das Ende des Regenbogens
    Die Farben der Trennung also. Interessantes Konzept und der Aufbau als Regenbogen - auch wenn du ein paar Farben auslässt - ist dir ganz gut gelungen. Jede Farbe lässt sich zudem mit einem Gefühl verbinden und so ergeben sich Wut, Neid und Trauer, um am Ende die Hoffnungslosigkeit dominieren zu lassen. Du hast dabei auch eine sehr starke Ausdruckswahl, die die Verse voranträgt und genau aussagt, was das Ich fühlt. Dabei gehst du auch recht rhythmisch vor, wenngleich etwas unregelmäßig in den Versen.


    12 - Malen
    Ein eher kürzeres Werk, das auch die Fantasie im Allgemeinen anzusprechen scheint. Wobei es mir seltsam vorkommt, dass du zuerst übers Malen schreibst und dann ganz am Ende das Schreiben nochmal aufgreifst, dass es doch mehr aussage. Du bestichst vor allem durch die Eindrücke der verschiedenen Szenarien, die du in den Strophen ansprichst und durchwanderst dabei alle möglichen Natureindrücke von Wärme, Wiese und Nebel bis hin zur Kälte. Man könnte sagen, du hast deine eigenen Jahreszeiten geschrieben und, wie du im Titel auch andeutest, gemalt.


    [tab=Punkte]Ich finde es interessant zu sehen, wie viele Gedichte die Liebe oder eher traurige Themen angestimmt haben, um sich auszudrücken. Ob Zufall oder nicht - wir haben ja zurzeit auch Herbst -, die Entscheidung war wirklich nicht leicht.


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    [/tabmenu]

  • [tabmenu][tab=MOTI]Aus irgendeinem Grund verspüre ich die Motivation, genau jetzt zu voten. Um *auf die Uhr schiel* zehn vor eins nachts. Das kann ja nur von hoher Qualität sein.
    Ich hab die Gedichte schon einmal gelesen und ich glaube, ich fand die meisten gut ... Oder fand ich die meisten blöd? Weiß nicht mehr, ist jetzt auch egal, werden wir ja gleich sehen.
    [tab=VATIONS][subtab=Tagedieb]Hm, interessante Geschichte, die hier erzählt wird. So, wie ich das verstehe, geht es hier um eine Beziehung, die nicht gerade symmetrisch ist und in der das lyrische Ich mit seinen Wünschen unterdrückt wird. Mich verwirrt der Aufbau gerade ein bisschen. In den ersten beiden Strophen wirkt es eher negativ wegen der Metapher mit der kalten Wand und den weggeworfenen Wünschen, wird dann in der dritten und vierten Strophe aber positiv dargestellt, sodass man eine Form von Verbundenheit spüren kann, in der letzten Strophe wird es aber wieder negativ, wenn man mitbekommt, dass das "Du" das lyrische Ich ganz für sich eingenommen hat, was nach Unterdrückung klingt, wie oben schon erwähnt. Ob es nun um eine Liebesbeziehung geht oder um irgendeine andere Beziehung, die gekippt ist, sei mal dahingestellt.
    Ein durchgehendes Metrum gibt es leider keines, darum hat mich die erste Strophe irritiert, die sogar ein Metrum hat. Die Reime sind sehr selten gestreut und wirken daher eher zufällig, wenn nicht sogar überflüssig.
    Insgesamt eine interessante Geschichte, aber man hätte sie besser verpacken können.
    [subtab=Freundschaftspflichten]Oho, ein Liebesgedicht aus der ungewohnten Sichtweise, damit fällt es nicht in die Sparte "random Liebesgedicht nach dem Motto: mimimi er/sie liebt mich nicht", sondern ist irgendwie besonders. Freundschaft und Liebe liegen ja wirklich nah beieinander und da ist es nicht verwunderlich, wenn sich einer von beiden auf einmal mehr erhofft. Das lyrische Ich kann diese Gefühle jedoch nicht erwidern, obwohl es sich wohl wünschen würde, ebendies zu können. Die Verzweiflung, die daraus entsteht, ist förmlich spürbar, besonders durch den immer wieder wiederholten Vers "Was soll ich tun? Es tut mir leid.".
    Ein durchgehendes Metrum ist erkennbar, wodurch sich das Gedicht flüssig lesen lässt. Reime sind ebenfalls vorhanden. Und wenn mir irgendwer sagt, dass diese unreinen Reime im jeweils ersten und dritten Vers jeder Strophe unbeabsichtigt sind, dann wette ich dagegen ... Es sei denn, es ist der Verfasser, der mir das sagt. ;D
    Insgesamt ein gutes Gedicht, das seine Stimmung gut zu vermitteln weiß.
    [subtab=Vollmond]Ein Werwolf? Die Geschichte an sich ist recht einfach erzählt und birgt wenig Überraschendes oder Neues, wie man es noch nie gelesen hätte. Die Beschreibungen sind ganz nett, aber dabei fehlt mir irgendwie der Gedichtcharakter, es wirkt mir zu sehr wie eine in Gedichtform gepresste Erzählung.
    Die Reime sind durchgehend und passend, aber das Metrum ... naja. Man merkt, dass sich vermutlich Mühe dabei gegeben wurde, gegen die hin und wieder auftauchende überflüssige Silbe will ich auch gar nicht so viel sagen, aber dieser Wechsel zwischen Jambus und Trochäus in der dritten und vierten Strophe, der hat mich sowas von aus dem Lesefluss geworfen. :(
    Insgesamt eine akzeptable Abgabe, aber mir fehlt das gewisse Etwas, sowohl bei der Idee als auch bei der Umsetzung.
    [subtab=Verhaltensorientiertes Handlungskonzept]Dieser Titel '-' Musste gerade dreimal nachschauen, ob ich den richtig habe, und bin mir immer noch nicht sicher. '-'
    Der Inhalt ist wirklich stark. Ein lyrisches Ich, das zuerst von allen dazu motiviert wird, darüber zu schreiben, wie es sich fühlt, aber als es das tut, akzeptiert es niemand, da sie nicht erkennen (wollen?), dass es ihm eigentlich verdammt schlecht geht, und erst, als es einen auf "heile Welt" macht, finden es alle gut. Die Bilder wissen dabei wirklich zu überzeugen und bringen die Stimmung dem Leser gut nahe. Ich konnte das richtig gut mitfühlen.
    Metrum und Reime fehlen komplett, aber ich habe sie auch nicht vermisst. Besser, sie sind komplett abwesend, als ein unnötig gekünstelt wirkender Versuch. ;)
    Insgesamt eine sehr gute Abgabe mit einer unglaublichen Wirkung. Respekt.
    [subtab=Traumhafte Aussicht]Es geht um Selbstmord als Folge von Mobbing, oder? Aus persönlichen Gründen verabscheue ich bei diesem Thema alles, was nicht unglaublich meisterhaft gut gemacht ist. Und tut mir leid, aber das ist dieses Gedicht einfach nicht. Also sieh es mir nach, falls ich ein bisschen gemein werde. Ich finde, die ganze Geschichte wird zu oberflächlich abgehandelt. Man kann sich zwar gut vorstellen, was da vorgefallen ist, aber mir fehlen einfach die Gefühle, die kamen bei mir nicht an.
    Aufbaulich ... meh. Es wirkt irgendwie so, als wollte das Gedicht mich dauernd darauf hinweisen, dass irgendeine Form von Metrum oder Regelmäßigkeit oder sonst irgendetwas vorhanden ist, aber ich finde einfach keine. Das Einzige, was sich regelmäßig durchzieht, sind die Reime, und die wirken an einigen Stellen auch eher erzwungen. Achte außerdem darauf, dass sich eine unbetonte letzte Silbe nicht auf eine betonte letzte Silbe mit der gleichen Endung reimt (endlich -- mich) und auch zwei unbetonte identische letzte Silben reimen sich nicht wirklich (niemand -- jemand). Außerdem gefällt mir persönlich dieser riesige Reim in der letzten Strophe nicht, das hat für mich so etwas von Kinderreim und klingt in meinen Ohren einfach nicht gut.
    ... Das war jetzt alles total negativ, tut mir leid. Das ist nicht böse gemeint und mit ein bisschen Übung kannst du mich von deinem nächsten Gedicht bestimmt überzeugen.
    [subtab=Schattengefängnis]Ich weiß nicht, wie oft ich das Gedicht jetzt gelesen habe, und ich hab immer noch keinen Schimmer, worum es eigentlich geht. Dunkelheit, Ausweglosigkeit, Resignation sind so die Motive, die ich erkennen kann. Es scheint mir um ein ewiges Gefangensein in der Dunkelheit und in der ewig gleichen Routine zu gehen. Ob am Ende daraus entkommen wird, kann ich aber auch nicht so recht sagen. Zwar wird von einem Licht in der Dunkelheit geredet, allerdings auch von dem Sarg, was für mich so wirkt, als wäre es für immer verloren ... Ach, keine Ahnung. Klär mich auf. ._.
    Vom Aufbau her echt interessant, die ersten drei Strophen sehr ähnlich aufgebaut, die letzte kürzer, zusätzlich ist die letzte die einzige, die Satzzeichen am Versende verwendet, also ein kompletter Bruch. Ein Metrum zieht sich durch das gesamte Gedicht, das Reimschema ist auch gleichmäßig und die Reime wirken gut und nicht erzwungen.
    Insgesamt eine interessante Abgabe, aus der ich einfach nicht schlau werde ... aber genau das macht sie gerade interessant. Gefällt mir.
    [subtab=Ailuropoda melanoleuca]Was ist mit diesen ewig langen Titeln hier? '-'
    Ich habe mich von Dr. Google aufklären lassen, der Titel bedeutet so viel wie Panda. Und genau an so einen habe ich auch gedacht, als ich das Gedicht gelesen habe. Der Inhalt ist traurig und ernüchternd, es geht um einen Panda, der vermutlich der Letzte seiner Art ist und bald der Letzte seiner Art gewesen sein wird. Es ist an sich zwar einfach beschrieben, aber die Grundstimmung kam bei mir zumindest gut an. Besonders gut gefällt mir dieser letzte Vers, der einzeln steht und die Aussichtslosigkeit der Lage noch einmal unterstreicht und deutlich macht.
    Das Metrum wurde schön durchgezogen, allerdings machen die ständigen Wechsel zwischen Jambus und Trochäus das Ganze etwas arg holprig zu lesen, sodass ich mehrmals aus dem Lesefluss kam. Dafür ist das Reimschema gleichmäßig und die Reime passend.
    Insgesamt eine ganz solide Abgabe mit mehreren kleineren Mängeln, die aber mit ihrer Wirkung überzeugt.
    [subtab=Kerosin]Hm ... Ist mir zu kurz, um irgendetwas in mir auszulösen. Zwar können kurze Gedichte auch ihre Wirkung haben, aber dieses hat sie nicht. Die Abwesenheit von Metrum und Reimen sorgt für mich zusätzlich dafür, dass das Gedicht nichts an sich hat, was es für mich besonders macht oder herausstechen lässt. Auch inhaltlich finde ich es sehr flach, es geht darum, dass man sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen will, wenn ich das so richtig verstanden habe, aber ich kann weder eine Motivation dafür noch eine Euphorie dafür noch sonst irgendetwas erkennen, was dieses Verhalten verständlich machen würde. Die Idee hätte bestimmt Potenzial, aber so wirkt sie einfach wie etwas schon oft Dagewesenes.
    [subtab=Traum]Ich liebe dieses Gedicht. Es ist so ... aww ... ich liebe es. Es ist so toll. :heart:
    Die Aussage hat mich einfach gleich gepackt. Es ist an sich eigentlich nichts Neues, dass einem irgendwann eingeredet wird, dass die Träume, die man hat, für immer nur Träume bleiben sollten, was oft in späteren Jahren mit sich zieht, dass man es bereut, es nicht zumindest versucht zu haben, aber wie das hier verpackt wurde, finde ich einfach toll. Die Wortwahl ist so passend.
    Außerdem liebe ich den Aufbau. Alle Strophen sind gleich aufgebaut und unterscheiden sich nur in der Zeit, in der sie spielen, mit den damit verbundenen verschiedenen Reaktionen, so etwas gefällt mir. Das Metrum sitzt von vorne bis hinten und die Reime klingen gut und passend.
    Was mir aufgefallen ist: In Strophe 3 ist ein "man" zu viel, außerdem klingt die Stelle "dass "so geht's nicht nur dir" seltsam, da das "dass" nicht wirklich an die Stelle passt und normalerweise einen Nebensatz mit sich zieht. Aber abgesehen davon ist die Abgabe mein Favorit.
    [subtab=Zersplittert]Oh, das gefällt mir. Beim ersten Mal durchlesen ist mir dieses Gedicht gar nicht so aufgefallen, aber jetzt, wo ich mir mehr Zeit dafür nehme, umso mehr. Die kurzen Verse haben alle ihre eigene starke Wirkung, die diese Geschichte von zwei Menschen, die sich wohl im Streit getrennt haben (so zumindest interpretiere ich diese tiefe Abneigung des "Du"), lebendig werden lässt. Die Hoffnungslosigkeit des lyrischen Ichs kann man regelrecht spüren. Auffällig ist auch, dass die Verse immer länger und gegen Ende zu richtigen Sätzen werden. Ich deute das einfach mal so, dass das lyrische Ich die Situation zu verstehen beginnt und wieder Worte findet.
    Sehr gut gefällt mir auch, wie das erste und das letzte Wort identisch sind, das spannt so einen schönen Bogen. Die Reime erschienen mir am Anfang eher überflüssig, aber jetzt, wo ich mehr darüber nachdenke, erscheinen sie mir immer passender. Ein Metrum lässt sich dank der kurzen Verse am Anfang noch nicht erkennen, gegen Ende ist aber ganz klar eines vorhanden. Trotzdem wirkt das gesamte Gedicht einheitlich, auch im Rhythmus.
    [subtab=Das Ende des Regenbogens]Gefühle durch Farben ausdrücken, sehr interessanter Gedanke. (Gibts sowas nicht auch bei der FF-Challenge?) Wenn ich das richtig verstehe, geht es um den Verlust eines geliebten Menschen durch direkten oder indirekten Einfluss eines anderen Menschen. Die Idee, das mit den Farben so umzusetzen, finde ich wirklich gut, nur die Wortwahl erscheint mir stellenweise zu simpel und nicht ganz passend. Positiv hervorheben will ich jedoch die letzte Strophe, da sie mit dem Aufbau der anderen Farben, denen jeweils drei Strophen gewidmet waren, bricht. Außerdem ist dieser Kontrast zwischen dem Weiß, das diese Person beschreibt, und der Dunkelheit, die bleibt, sehr schön gewählt.
    Metrum passt, abgesehen von ein paar Stellen, die sich etwas holprig gelesen haben. Die Reime erscheinen mir stellenweise etwas erzwungen (z.B. Tod -- rot).
    Insgesamt finde ich die Abgabe ganz gut, sie hat ihre Stärken und Schwächen, aber ich sehe Potenzial darin.
    [subtab=Malen]Vermutlich nicht die neueste Idee, Malen und Schreiben zu verbinden bzw. das Eine als eine Metapher für das Andere zu verwenden, aber die Umsetzung finde ich ganz niedlich. Es wirkt so verspielt, locker und einfach, besonders durch diesen letzten Vers, "mit Worten zeichnen ist nicht schwer.", hat es etwas sehr Kindliches und Verspieltes an sich. Die Bilder, die das Gedicht quasi als Beispiele anbringt, sind, obwohl sie nur kurz angebracht werden und dann gleich wieder zu etwas anderem geschwenkt wird, so lebhaft beschrieben, dass man die Bilder gleich lebendig vor sich sehen kann.
    Am Metrum habe ich keine Fehler entdecken können, das Reimschema sitzt und die Reime wirken sehr passend.
    Alles in allem eine sehr schöne Abgabe zum Abschluss.
    [tab=KEEEKS]Vier Stunden für einen Vote, wtf ... Naja, dann wünsch ich den Einen mal eine gute Nacht und den Anderen einen guten Morgen.
    Ich hätte den Abgaben 4 und 12 gern mehr Punkte und der Abgabe 7 zumindest einen Punkt zukommen lassen, aber es hat vorne und hinten nicht gereicht. .-.


    ID: 44497
    A4: 1
    A6: 1
    A9: 3
    A10: 2
    A12: 1


    /Kiriki~ http://abload.de/img/625g7ldu.png[/tabmenu]

  • [tabmenu]
    [tab=Irgendwas]
    Dann will ich auch mal voten. Irgendwie sollten mir für den letzten Wettbewerb wohl noch ein paar bedeutsame Worte einfallen, das will aber einfach nicht passieren, also was solls. Ich vermisse ja immer noch das freie Theaterstück, aber wer will bei so vielen schönen Gedichten denn die Meckerziege spielen?
    [tab=mit]
    [subtab=Tagedieb]
    Mein erster Eindruck vom Titel sagt mir, dass ich eindeutig zu viel Pokémon spiele, haha.
    Also, in der ersten Strophe ist es nachts, und dann folgt wohl eine Art Rückblick auf den Tag, sodass die erste Strophe wohl chronologisch an die letzte anzuschließen oder zur gleichen Zeit zu spielen scheint, wenn ich mich nicht irre.
    Bei der Deutung des Inhalts bin ich mir nicht sicher. Es fängt im Morgengrauen ja eigentlich schon nicht fröhlich an, die "Wünsche landen im Mülleimer", danach wirkt es ein bisschen fröhlicher oder zumindest positiver, auch wenn von Kämpfen die Rede ist. Und am Ende kippt das dann wieder un bezieht sich augenscheinlich dann wohl eher wieder auf die erste Strophe.
    Insgesamt scheint es um eine (Liebes?)Beziehung zu gehen, bei der jedoch ein Teil zu besitzergreifend wird, wenn ich die letzte Strophe richtig deute. Analog geht dann auch die Sonne unter, was ja quasi das Ende des Tages ist (ja, ich weiß, ein Tag hat eigentlich 24 Stunden und ist erst um Mitternacht vorbei, aber man weiß hoffentlich, was ich meine) und somit wohl auch metaphorisch für das Ende der Beziehung oder das Ende ihres bisher noch glücklichen Verlaufs steht?
    Das ganze gibt mir jedenfalls Rätsel auf. Es kann auch so sein, dass es noch viel metaphorischer ist, als ich bisher dachte. Wenn man die "Kämpfe" mal wortwörtlich nimmt, klingt das ganze irgendwie wie eine Abenteuergeschichte, aber andererseits kann man das auch metaphorisch verstehen. Die Kämpfe dann irgendwie als Streitereien und wenn man sich selber mit den Schwertern trifft, dann auch Streitereien untereinander? Und am Abend dann die Versöhnung? Würde an sich passen, aber ich weiß nicht so recht. Den Tagesablauf würde ich auch eher nicht als wirklich einen Tag verstehen, sondern eben wie eine grobe Einteilung einer Zeitspanne. Bin mir halt insgesamt unsicher, wie ich das Gedicht verstehen soll, aber ich möchte betonen, dass das keinesfalls schlecht ist.
    Ansonsten wirkt das Gedicht auf mich von Metrum und Reimschema her recht unregelmäßig, aber ich konnte es ganz gut lesen.
    Auf der emotionalen Ebene hat es mich zumindest ein bisschen angesprochen, aber die eigentliche Wirkung lag eher darin, dass ich darüber nachdenken musste, was es vielleicht bedeuten könnte.
    [subtab=Freundschaftspflichten]
    Ach herrje. Ist mal ein Thema, welches mir nicht so oft begegnet ist. Hier scheint also aus Freundschaft Liebe geworden zu sein, aber das eben einseitig, was dann schließlich auch die Freundschaft zu belasten scheint. Dabei wird die Situation aber nicht aus der Perspektive des Zurückgewiesenen, sondern aus Sicht des Zurückweisenden geschildert, für den das nun einmal auch eine Belastung ist, auch wenn ihm/ihr versichert wurde, das eigentlich alles in Ordnung ist und man weiterhin Freunde bleiben kann. Auffällig ist natürlich der sich mehrmals wiederholende Vers "Was soll ich tun? Es tut mir Leid", der sehr schön eine gewisse Hilflosigkeit und Verzweiflung rüberbringt. Am Ende steht dann das endgültige "mehr nicht".
    Das Gedicht hat so ein paar Unregelmäßigkeiten, die aber nicht sonderlich stören. Es hatte vor allem eine gewisse emotionale Wirkung auf mich.
    [subtab=Vollmond]
    Uff, Werwölfe. Aber wenigstens noch nicht ganz so ausgelutscht wie Vampire. Nun, hier stellst du mich vor ein Problem: Verstehen tue ich wohl alles und tatsächlich muss ich sagen, dass das Gedicht sehr spannend ist, aber es hat eine so große Nähe zu einer Erzählung, dass ich mich ein bisschen schwer tue. Das liegt zum Teil auch am Paarreim: Ich habe bei meinen frühesten Gedichtversuchen festgestellt, dass ich so gut wie immer in den Paarreim verfallen bin und das hatte seinen Grund: Ich erzählte quasi trotzdem eine Geschichte, nur eben in Reimform und beim Paarreim braucht man eben quasi nur einen Vers weiter zu denken. Nun, das ist jedenfalls so meine persönliche Erfahrung und ich will dir jetzt nichts Böses unterstellen. Insgesamt klingt es halt sehr nach einer Ballade, welche natürlich auch lyrische Elemente hat, aber auch Epik und Dramatik vereint. Da bin ich mir jetzt halt nicht sicher, wie es bewerten soll, denn eigentlich mag ich das Gedicht und ich finde, es hat tolle Reime, aber andererseits hat es eben diesen Erzählcharakter.
    Zeichensetzung ist problematisch, was jetzt aber der eigentlichen Aussage keinen Abbruch tut.
    [subtab=Verhaltensorientiertes Handlungskonzept]
    Der Titel wiegt schwer und nachdem ich ein bisschen rumgegoogelt habe, glaube ich, den Zusammenhang zur Geschichte gefunden zu haben. Also: Wir haben ein lyrisches Ich, welches offenbar in psychologischer Behandlung zu sein scheint oder so ähnlich, zumindest vermute ich das. Dabei wird ihm wohl im Rahmen der Therapie empfohlen, seine Ängste und Ähnliches niederzuschreiben. Jedoch zeigt man dann diesen Geschichten Ablehnung gegenüber und versucht anscheinend so, dass Verhalten des lyrischen Ichs so zu modifizieren, dass es fröhlichere Geschichten schreibt. Und dieses kommt dem nach, jedoch lediglich oberflächlich und wohl eher, damit man es in Ruhe lassen soll. Insgesamt bessert sich also nichts, vielmehr wird die Möglichkeit zur Verarbeitung sogar eingeschränkt. In dem Sinne übrigens zweifle ich schon wieder, ob es eine Therapie ist oder einfach nur das Umfeld des (Nicht-mehr-) Mädchens sich einfach so blöd verhält, denn ein derartiges Vorgehen ist für eine Therapie reichlich unprofessionell. Man könnte das Gedicht auch generell als ein Statement verstehen, welches dafür plädiert, dass man einfach schreiben darf/dürfen sollte, egal worüber, solange man es selber für richtig hält. Und das dürfte wohl auch so richtig sein.
    Hat mich emotional auch angesprochen, Reime und Metrum erkenne ich jetzt so nicht, das Gedicht ist eben reichlich frei, was sowohl zum Wettbewerb als auch zu seiner eigenen Aussage passt. Da denke ich mir, dass das wohl auch volle Absicht war.
    [subtab=Traumhafte Aussicht]
    Okay, ich muss sagen, dass ich diesen fast schon bösartigen Zynismus im Titel mag.
    Wenn ich mich nicht irre, beschreibt, das Gedicht den Selbstmord eines Mädchens (mutmaßlich durch den Sprung von einem hohen Gebäude), welches anscheinend mindestens übel gemobbt wurde, allerdings könnten die "Scherze" auch etwas noch Schlimmeres gewesen sein, darüber kann man nur spekulieren. Dabei wurde das Mädchen wohl von ihrem Bruder eigentlich beschützt, aber er war wohl nicht immer da. Hinterlassen wird dann noch ein Abschiedsbrief.
    Nun, die Zeichensetzung ist quasi nicht vorhanden. Jedoch könnte man das als Stilmittel verstehen, welches eben die Gehetztheit der Situation oder das schnelle Aufeinanderfolgen von Gedanken ausdrücken soll. Ein regelmäßiges Metrum kann ich jetzt so nicht entdecken, die Reime haben dafür eine deutliche Regelmäßigkeit, aber manche davon hören sich für mich nicht so schön an, wenn ich ehrlich sein soll.
    [subtab=Schattengefängnis]
    Und bei dieser Abgabe habe ich nun keine Ahnung von nichts. Ich weiß nicht, was sie mir sagen soll und ehrlich gesagt habe ich nicht mal einen Ansatz, nach dem ich mich an eine Interpretation machen könnte. Aufgrund "Sarg" und der Tatsache, dass eine "sie" von jemandem befreit werden soll, dachte ich für einen Augenblick an Schneewittchen, aber das passt nicht so ganz und war halt nur eine dieser komischen ersten Verknüpfungen, die man so macht. Was ich vielleicht wohl guten Gewissens sagen kann, ist, dass es eine triste, düstere Situation ist, der am Ende mit dem "Licht in der Dunkelheit" eine etwas optimistischere Wendung gegeben wird. Dass ich zu dem Gedicht jetzt nicht wirklich was sagen kann, macht auf komische Art ihren Reiz aus.
    Finde es bei den ersten beiden Strophen interessant, dass man quasi einen Spiegel in die Mitte legen kann. Auch ansonsten hat das Gedicht ein regelmäßiges Metrum und überhaupt nette Reime, die nicht aufgesetzt wirken.
    [tab=Freiheit]
    [subtab=Ailuropoda melanoleuca]
    Da sagt einem der Titel nichts, man googelt ihn und macht sich damit dann wohl das Gedicht kaputt, weil man dann schon weiß, worum es geht. Weiß nicht, ob ich ohne die Recherche zum Titel jetzt auf einen Panda gekommen wäre.
    Nun, dieses Gedicht hat eine traurige, geradezu klagende Stimmung, was wohl seinem Thema geschuldet ist, nämlich dem Aussterben der Großen Pandas in freier Wildbahn, wozu auch der Mensch beigetragen hat. Scheinbar ist der Panda hier aber ein Exemplar aus einem Zoo, denn es ist ja von einem Gehege die Rede.
    Das Gedicht hat auch ein recht regelmäßiges Metrum und Reimschema, welches dann am Ende der letzte Vers ein wenig bricht und scheinbar noch einmal die Aussichtslosigkeit verdeutlichen soll.
    Insgesamt ist es wohl eine solide Leistung aber irgendwie hat es für mich jetzt nicht so viel Außergewöhnliches, muss ich sagen.
    Wenn ich übrigens einen Vorschlag machen dürfte, so würde ich vorschlagen, statt "große Wälder" lieber "grüne Wälder" zu schreiben, ich persönlich finde, dass sich das schöner anhört bzw. mehr Bezug zur Natur hat. Ist aber nur ein Vorschlag und du musst ihn nicht übernehmen.
    [subtab=Kerosin]
    Der Titel klingt etwas banal, jedoch ist das Gedicht dann aber gar nicht mal so eindeutig.
    Auch hier weiß ich jetzt nicht wie ich es interpretieren soll, ich meine, klar, Kerosin brennt leicht und da man Flugzeuge damit antreibt, ergibt wohl auch das mit dem Horizont und dem Fliegen einen Sinn. Und da es sozusagen um immer "mehr" geht, kann man es so ein bisschen wie eine Motivation verstehen. Aber irgendwie stellt sich bei mir hier leider nicht nur aufgrund des Unverständnisses einer möglicherweise tieferen Aussage so keine rechte emotionale Resonanz ein.
    Dann ist auch die Grammatik noch fragwürdig, es stehen Verben im Plural, die meiner Ansicht nach eher im Singular stehen müssten und das trägt irgendwie auch nicht so ganz dazu bei, dass ich das Gedicht mag.
    [subtab=Traum]
    Finde zwar irgendwie, dass der Titel ruhig im Plural hätte stehen können, da es wohl irgendwie um Träume allgemein geht, aber das nur nebenbei.
    Wir haben hier also ein an sich klassisches Thema, welches hier in stark zeitraffender Darstellung wiedergegeben wird: Nämlich das allmähliche Aufgeben der Träume und Wünsche im Prozess des Erwachsenwerdens. Dabei darf man als Kind ruhig Träume haben, sie werden jedoch mehr toleriert und belächelt als wirklich akzeptiert. Mit wachsendem Alter muss man sie dann, auch auf Druck des Umfelds, allmählich aufgeben, obwohl man sie jetzt gerade vielleicht umsetzten könnte und möchte. Und am Ende, wenn man dann wirklich erwachsen ist, blickt man darauf zurück, was man einst gewollt hat, will es jetzt aber nicht mehr, denn man hat seine Träume aufgegeben.
    Und dann gibt es eben auch nicht wirklich etwas zu bemängeln, abgesehen davon, dass du in der letzten Strophe zweimal hintereinander "man " schreibst (wohl ein Flüchtigkeitsfehler) und das im selben Vers vorkommende "dass" die Grammatik an der Stelle schon sehr stark biegt, auch wenn ich die zugrunde liegende Idee, quasi immer ein Zitat an der Stelle der Strophe einzubauen, erkenne. Aber hier hätte es sich vielleicht angeboten, das "dass" zu ersetzen, zum Beispiel durch "sagt".
    Metrum und Reime passen jedenfalls, hört sich schön an und ich nehme dieses Gedicht wohl mal in meine Favoritenliste auf.
    [subtab=Zersplittert]
    Ist jetzt wieder was mit Liebe, oder? Es scheint so, dass das lyrische Ich verlassen wird, es also eher ein einseitiger Beziehungsabbruch ist, auch wenn möglicherweise Wut auf beiden Seiten vorhanden war. Mehr kann ich zu dem Inhalt jetzt auch nicht so wirklich sagen, jedenfalls ist dieses Thema eindrucksvoll verarbeitet worden. Die Verzweiflung des lyrischen Ichs, das Zerbrechen, oder in diesem Fall vielleicht eher Zersplittern der Hoffnungen und Träume wird deutlich und zugleich bekommt man auch einen starken Eindruck von der Ablehnung an sich, die das "Du" dem "Ich" entgegenbringt.
    Die Reime gefallen mir auch gut, wenngleich mir die Formulierung "ins Gewissen gebissen" irgendwie etwas komisch vorkommt.
    Auf jeden Fall eine mehr als solide Abgabe.
    [subtab=Das Ende des Regenbogens]
    Hm, Farbsymboliken. Man soll mich nicht falsch verstehen, ich habe nichts dagegen, wenn man das macht, ich mag es sogar, nur ist es in der Regel immer so ein großer Interpretationsaufwand, weil Farben zum Teil einfach alles und nichts bedeuten können.
    Hier scheint es aber noch recht eindeutig zu sein. Okay, grau ist ja immer irgendwie trist, traurig und öde und das passt wohl. Rot steht sicherlich für die Wut, die das lyrische Ich empfindet und Grün für den Neid und die Eifersucht, die es empfand. Blau dann wohl für Trauer und auch Sehnsucht. Und Weiß, naja, steht auch für Leere, aber da das "Du" wohl stirbt (dazu gleich) hat es dann hier vielleicht auch ein bisschen den Sinn der Unsterblichkeit (im Sinne von Leben nach dem Tod).
    Nun zum Inhalt. Das "Du" lebte wohl mit einem "Idioten" in einer Beziehung, auf die das "Ich" neidisch war und einerseits vielleicht selbst Interesse am "Du" hatte, aber auch gesehen hat, dass dieser "Idiot" das "Du" anscheinend schlecht behandelt hat, worauf der Fokus liegt. Ich vermute, dass sich das "Du" dann irgendwann umgebracht hat, was natürlich das "Ich" verzweifelt zurücklässt.
    So haben wir dann in der Gesamtheit ein schönes Gedicht mit tragischer Geschichte und einer gewissen Symbolik. Mir gefällt es auf jeden Fall.
    [subtab=Malen]
    Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich bisher fast nur traurige Sachen gelesen. Und dann kommt das hier. Malen mit Worten also, nette Metapher, wenn auch nicht neu.
    Was nun das Gedicht angeht: Ich glaube, das mag ich sogar von allen hier am meisten. Es liegt vielleicht daran, dass es mal etwas Fröhlicheres ist. Ich kann es nicht einmal wirklich beschreiben, es ist so ... sprunghaft, irgendwie verspielt. Und es hat so viele schöne und eindrucksvolle Natureindrücke, das gefällt mir besonders.
    Über Metrum und Reime müssen wir uns wohl gar nicht groß unterhalten, sitzen beide. Fehler finde ich sonst auch keine.
    [tab=oder so]
    Unter anderem deswegen mag ich Gedichtwettbewerbe eigentlich doch ganz gerne: Die Votes kosten mich weniger Zeit. :whistling:
    Es war auf jeden Fall ein Wettbewerb mit vielen tollen Abgaben, der sicherlich einen gelungenen Abschluss der Saison darstellt. Leider macht es das auch nicht leichter, die Punkte zu verteilen. Ich konnte mich wirklich nicht dazu durchringen, die Punkte auf weniger Abgaben zu verteilen, was mir irgendwo auch Leid tut, da ich gerne auch ein paar Abgaben vielleicht noch besonders hervorgehoben und an andere noch vielleicht einen Punkt verteilt hätte...


    ID: 101835
    A2: 1
    A4: 1
    A6: 1
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    http://abload.de/img/150nrsia.png
    [/tabmenu]

  • ID=85483
    Glaube ich. o:


    Entschuldigt die fehlende Formatierung und eventuell auch Rechtschreibung dieses Handyvotes.


    Abgabe 9:
    Als ich die Gedichte am Handy durchgelesen habe hatte ich eigentlich nicht vor, einen Vote zu verfassen. Das hat sich mit diesem Gedicht geändert.
    Du hast in einem schönen und weitestgehend regelmäßigen Rhythmus geschrieben.
    In der zweiten Strophe stört mich die vierfache Verwendung des Wortes 'im' ein bisschen im Lesefluss, da gibt es denke ich bessere Alternativen.
    Außerdem steht das Wort 'man' in der zweiten Strophe doppelt, ich schätze das ist aber ein Versehen.
    Ich liebe den inhaltlichen Faden dieses Gedichts mit Bezug zur Zeit und die parallelen zwischen den Strophen. Das Gedicht hat mich sehr bewegt und ich danke dem Verfasser dafür. Kannst dich ja später mal bei mir melden. =)
    Der Titel ist btw in meinen Augen nicht wirklich gut. Irgendjemand hatte vorgeschlagen das Gedicht 'Träume' zu nennen. Das fände ich ebenfalls besser.



    Abgabe 4:
    Weg mit Rythmus, Reimen und all dem Zeug.
    Ich mag dieses Gedicht, da es sehr viel Kraft und Ausstrahlung hat. Die Bilder der 'verdrehten' Welt, die von 'ihnen' nicht akzeptiert werden schaffen in dem Gedicht eine besondere Atmosphäre. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Gedicht wirklich richtig verstanden habe, aber es gefällt mir auf jeden Fall sehr. Aber wie kommt man auf so einen Titel? o:



    Abgabe 6:
    Ein dunkles Gedicht. Einfacher Aufbau, aber effektiv.
    Mir gefällt, wie du mit Leitmotiven und Bildern spielst. In der Hinsicht kommt für mich kein anderes Gedicht in diesem Wettbewerb an deines heran.
    Die dritte Strophe fällt für mich ein bisschen ab. Mal angesehen davon, dass sie im Gegensatz zu den anderen rhythmisch ein wenig holpert wird hier auch das Leitmotiv nicht wie in den anderen Strophen ausgespielt.
    Trotzdem alles in allem gelungen. ^^



    Abgabe 2 - Ein Liebesgedicht, regelmäßig und einfach. Schon alleine dadurch sticht es heraus zwischen all den düsteren Werken. Dieses Gedicht ist schön geschrieben, auch wenn es an starken Bildern und Farbe mangelt, die durch eine ausdrucksstärkere Wortwahl erreicht werden könnte. Es plätschert eher so vor sich hin, aber das hat auch etwas. =)



    tl;dr, auf zu den Punkten. :>


    Abg. 9 - 4 Punkte
    Abg. 4 - 2 Punkte
    Abg. 6 - 1 Punkt
    Abg. 2 - 1 Punkt

  • [tabmenu]
    [tab=x]
    Dann will ich auch noch schnell voten – bevor die Deadline erreicht ist. Aus Zeitgründen kann ich leider nicht alle Abgaben kommentieren, jedoch möchte ich vorab schon sagen, dass auch zum letzten Wettbewerb dieser Saison wieder wirklich tolle Abgaben entstanden sind. Dann wollen wir mal! :3
    [tab=Kommentare]
    o2 – Freundschaftspflichten
    Eine Freundschaft zwischen zwei Menschen – und einer fühlt mehr als der andere. Das dürfte wohl keine Seltenheit sein. Es wird treffend geschildert, was diese Person fühlt; sie will weiter an der Freundschaft festhalten. In diesem Sinne ist der Titel passend, da versucht wird, die bisherige Verbindung aufrecht zu erhalten. Das Gedicht klingt angenehm, auch wenn ich hier und da über den ein oder anderen Ausdruck stolpere. Ansonsten eine schöne Abgabe!


    o7 – Ailuropoda melanoleuca
    Auch ohne diesen fremdartig klingenden Begriff in Google einzutippen stellt man schnell fest, dass es sich hier um einen Panda handelt. Diese Tiere sind wirklich wahnsinnig niedlich – jedoch wird hier in einer bedrückenden Stimmung toll die Problematik beschrieben, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Auch das Gefühl der Wertlosigkeit, da der Panda als Zootier gehalten wird, kommt stark zum Ausdruck. Insgesamt eine interessante und vor allem kreative Abgabe, die mich sehr anspricht.


    o8 – Kerosin
    Kurz und bündig, das gefällt mir. Den Einstieg und die ersten Zeilen finde ich super, klingt beinahe wie eine Art Schlachtruf. Jedenfalls fesseln mich die Worte wirklich und der Vergleich mit Kerosin beziehungsweise Feuer und der Sonne schafft einen starken Eindruck. Schade, dass in den letzten Zeilen die Reime fallen gelassen werden, obwohl der Aufbau noch gleich bleibt... Dadurch wäre die Wirkung, die diese Abgabe auf mich hat, sicherlich noch stärker ausgefallen.


    o9 – Traum
    Ein eher trauriges Gedicht, das trotzdem die Wahrheit erzählt. Den Aufbau finde ich wirklich gelungen, aber vor allem inhaltlich gefällt es mir sehr gut. Kinder werden oft mit Träumen in Verbindung gebracht und hier wird beschrieben, wie jemand im Laufe seines Lebens ebendiese Träume, die er einst hatte, verliert. Eine Art Mahnung, an seinen Träumen festzuhalten? Jedenfalls finde ich die Thematik und ihre Umsetzung wirklich gelungen, auch wenn das Ende auch hier eher bedrückend ist.


    11 – Das Ende des Regenbogens
    Ich liebe die Farbensymbolik, mit der hier in diesem Gedicht gespielt wird. Frustration, Wut, Traurigkeit, Sehnsucht – so viele Gefühle werden durch verschiedene Farben beschrieben. Aber auch inhaltlich gefällt mir diese Abgabe sehr gut. Die letzte Strophe tritt besonders hervor, da die Farben Schwarz und Weiß eigentlich nicht zum Regenbogen gehören. Das Ende des Gedichts hinterlässt ein bedrückendes Gefühl, und auch allgemein werde Emotionen und die Atmosphäre toll aufgebaut.


    12 – Malen
    Dieses Gedicht gefällt mir vor allem wegen seiner Leichtigkeit und Heiterkeit. Die Beschreibungen der Umgebung sind stark und einnehmend, vor meinem geistigen Auge entsteht ein schönes Bild. Besonders die letzte Strophe hat es mir angetan! Der Vergleich mit einem Wunderbrunnen wirkt irgendwie niedlich und die letzte Zeile ist eine schöne Vorstellung. Denn eigentlich ist das Schreiben ja wirklich nichts anderes, als die Bilder in der eigenen Fantasie mit Worten aufs Papier zu malen.



    [tab=Punkte]

    ID: 57178


    Ao2: 1
    Ao7: 1
    Ao8: 1
    Ao9: 1
    A11: 3
    A12: 1
    ___________________
    8 Punkte

    [/tabmenu]



    Gracidea

  • [tabmenu]
    [tab=It's]
    Hey,


    ok ich wollte eigentlich früher voten, aber ich war a) zu faul und b) ka nicht motiviert xD Naja, aber auf alle Fälle habe ich nun beschlossen das nach zu Holen, wäre auch eine Schande, wenn ich es nicht hin bekommen würde, am letzten Wetti der Saison zu Voten. War wie ich finde bisher eine recht tolle Saison, zwar hatten wir zwischendrin paar Schwierigkeiten, aber ich fand die Saison, trotzdem toll, auch thematisch. Bin auch auf mich selbst stolz, nicht so viele homosexuelle Kampfreden fabriziert zu haben. Muss ich dann einfach nächstes Jahr nachholen xD Hihi
    OK in diesem Sinne will ich mal los legen. Auf in den Gedichte Wahnsinn.


    [tab=the final]


    01: OK ich werde aus dem Titel nicht schlau, das einzige was ich daraus deuten könnte ist die Tatsache, dass die Beziehung die die beiden - ich kann dir nicht sagen wieso, aber ich bilde mir ein die sind schwul ha ich bin schlimm - eher auf gegenseitigem Ausnutzen aufgebaut hat. Sprich irgendwie scheint dem einen Mehr an der Bz gelegen zu haben als dem anderen, wodurch sie einfach zum Scheitern verurteilt war, vielleicht weil A B wirklich geliebt hat, während B A einfach nur benutzt hat. I don't know. ich weiß nicht wieso, aber dieser Doppelpunkt in der ersten Strophe stört mich xD Ich kann dir nicht sagen wieso genau, ich finde ihn da nur irgendwie unpassend. Ist vielleicht einfach geschmackssache. Ansonsten ist das glaube das dritte Liebesgedicht das ich hier und heute bepunkten werde. An sich ist sehr sehr nett, wobei mir teilweise die Reime irgendwie nicht gefallen wollen. Trotzdem finde ich es an und für sich nicht schlecht. Vor allem die letzte Strophe gefällt mir irgendwie :3

    02: Weißt du, dass schöne an diesem Gedicht ist zumal, dass eigentlich jeder verstehen kann, wie es sich anfühlt, in solch einer Situation zu sein. Ich kann rein im letzten Jahr zwei solcher Aufzählen, die mich dazu häten verleiten können, dieses Gedicht zu schreiben ... naja ... abgesehen davon, dass ich das wohl nicht so gut hin bekommen hätte xD
    Durch die Wortwahl und die Anapher "Es tut mir Leid" wird die Verzweiflung des lyrischen Ichs schön verdeutlicht. Vor allem auch, da man deutlich merkt, dass die Person, welche man abweisen musste, dem lyrischen ich doch sehr nahe geht. Das erkennt man finde ich nicht nur an der Erwähnung der Freundschaft, sondern auch der Tatsache, dass sich das lyrische ich um es sorgt, dass es diese gequählte Beziehung bedrückt, ihm sprichwörtlich die Luft zum Atmen nimmt.


    07: OK also zuerst weiß ich nicht was die Überschrift bedeutet. Habe sie in Google Übersetzter eigegeben, und der hat keine Planung. Also eventuell ist es der Name des Tieres oder ka xD Habe eh noch nicht raus welches Tier xD Ich habe zuerst auf Löwe oder so getippt, dann auf Zebra ... I don't know. wobei ... vielleicht doch Panda ... Dann habe ich eiskalt bei den anderen Votern nachgeschaut und sah: Ha doch Panda... Also hatte der Titel doch was mit dem tier zu tun, ich bin so gut im Raten. Ich würde jetzt gerne einwerfen, dass der Titel sehr lang ist, aber sie dir die 4 an xD Die ist noch verrückter als du xD
    Das war es dann allerdings auch mit der guten Stimmung, denn das Gedicht an sich, lässt nichts von dieser Erkennen, bereits in den ersten Zeilen, findet man eine eher düstere bis traurige Stimmung vor, die in den weiteren Strophen nur an Itensität zunimmt. Ich persönlich mag das Gedicht sehr, zum einen da es durch seine Thematik, als auch Wortwahl überzeugen kann, zum anderen, finde ich den Aufbau und die Gestaltung sehr gelungen. Darf ich nur kurz anmerken, dass ich bei dem Wort "Weltenbaum" an die nordische Mythologie denken musste, und kurz geneigt war zu glauben, du willst andeuten, dass es keine Rolle spielt aus welcher Welt man kommt, da die Menschen die Tiere immer erniedrigen werden. Dann dachte ich mir allerdings ich bin crazy und habe den Gedanken wieder verworfen. Schöne Umsetzung.


    10: Uuuund das ist mein Liebling. Ich weiß nicht wie viele Liebesgedichte ich jetzt gelesen habe, aber das hier gefällt mir definitv am besten. Die Spaltung und der Schmerz kommt hier einfach so schön zur Geltung, vor allem durch die Ausdrucksweise, die du gewählt hast, als auch durch den gekonnten Einsatz der richtigen Wörter an der richtigen Stelle. Dadurch wird die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des lyrischen ichs fast spürbar. Ich finde ein hier haben wir ein sehr gelungenes Gedicht vor uns liegen.


    [tab=countdown]


    Und ich habe fertig. Ich weiß ich bin echt schlecht, nur 4 Leute zu bepunkten, aber ich finde so kann ich den Leuten, die es verdienen auch schön Punkte zuwerfen. Wodurch ich nicht sagen will, dass die anderen schlecht sind... im Gegenteil ... ich muss sagen dieses Mal haben mir wirklich alle, ausnahmslos alle Abgaben gefallen und das ist sehr selten, eigentlich war das bisher noch in keinem Wetti dieser Saison so. Von daher finde ich es schön, dass wir mit einem Wetti abschließen, der voller toller Abgaben ist. OK, also nun will ich hier mal meine Bepunktung zum Besten geben.


    ID: 29857
    01: 1
    02: 2
    07: 2
    10: 3

    3+2+2+1 => 8 = > Yeah


    [/tabmenu]

    [align=center][font='Georgia, serif'][size=12]Never doubt that I love you, cause I'm with you till the end of the line RaichuPorenta Caesurio

  • Abgabe 4 - Verhaltensorientiertes Handlungskonzept
    Ich weiß nicht, warum ich dieser Abgabe Punkte geben möchte. Sie hat keinen Wow-Titel, keine Reime, kein Versmaß. Sie hat nichts, was für mich sonst aus einem Gedicht ein Gedicht macht. Aber sie klingt. Diese Abgabe schafft es, mich von dem Starren zu lösen, damit ich mich mehr auf Klang und Inhalt konzentriere. Es kommt ihr bestimmt zu Gute, dass das meine fünfte Saison im FF-Bereich ist und ich mich inzwischen ganz gut an solch freie Gedichte gewöhnt habe. Ich erinnere mich an eine Abgabe 2012 (Der Phönix fliegt nicht mehr), die ich positiv erwähnte, auch wenn sie keine Punkte bekam. Dies ist nun die Steigerung. Vielleicht ist es die Geschichte, die erzählt wird, dass mich dieses Mädchen, das Lyrische Ich irgendwie beeindruckt. Sie scheint in einer Psychiartrie zu sein, aber trotzdem ziemlich klar im Kopf. Und wenn ich das falsch interpretiere, tut es mir leid, aber auf irgendeine Art und Weise hat mich dieses Gedicht fasziniert. Und deshalb gibt es auch einen Punkt.


    Abgabe 6 - Schattengefängnis
    Irgendwie vermisse ich gerade @Glühwürmchens Vote. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie meist die Gedichte versteht, mit deren Interpretation ich mich schwer tue und ich dann bei ihr luschern kann.^^ Allerdings scheinen die anderen auch eher im Dunken zu tappen (hm ... ob es wohl darum geht xD), weshalb es natürlich sein kann, dass auch Cass das Gedicht nicht so schön hätte interpretieren können. Na ja, wer weiß. Auf jeden Fall war mir nach dem ersten Lesen klar, dass dieses Gedicht von mir einen Punkt bekommen würde, einfach nur für seinen wundervollen Klang und den unkonventionellen Aufbau. Nur mit der dritten Strophe habe ich ein paar Probleme, weil mir der Rhythmus ab und zu verloren geht. Dass du mit dem vorherigen Schema brichst, ist nicht so schlimm, aber ich bekomme es irgendwie nur jedes zweite Mal hin, die Strophe richtig zu lesen. Nichtsdestotrotz verbreitest du einfach eine unglaublich passende Stimmung und ich denke, obwohl niemand dein Gedicht bisher so wirklich interpretieren konnte, konntest du doch das ausdrücken, was du wolltest. Und dafür war dir der Punkt von Anfang an sicher.


    Abgabe 9 - Traum
    Ich muss ja ehrlich sagen, ich hätte das Gedicht "Träume" genannt. Ich finde "Traum" klingt so spezifisch. Aber das mag auch nur an mir liegen. Auf jeden Fall wurde dieses Gedicht schnell mein Favorit. Ab und zu stören mich die Waisen in den Strophen, aber allgemein klingt es sehr schön. Ich finde es gut, wie du in jeder Strophe das gleiche Schema aufgreifst und so die Stadien des Lebens abarbeitest und dich immer auf die kindlichen Träume beziehst, die ein jeder hat, aber nicht jeder haben darf. Ich finde ja, der allerletzte Vers klingt ein wenig resignierend. So endet man ja aber vermutlich auch. Es ist also ein sehr realitätsnahes Gedicht. Man träumt, man wird zurechtgewiesen und wünscht sich, dass es nicht so wäre. Nach längerer Überlegung habe ich mich entschlossen, allerdings nur zwei und keine drei Punkte zu vergeben, was vornehmlich an den Übergängen zur wörtlichen Rede liegt. Das ist dieses kleine Bisschen, was fehlt, um das Gedicht sehr gut zu machen, sodass ich guten Gewissens drei Punkte geben könnte. Ich bin mir, wenn ich mir die vorherigen Votes so ansehe, trotzdem sicher, dass das Gedicht eine sehr gute Platzierung machen wird (vermutlich sogar Platz eins, was ich meinem Favoriten definitiv gönne), aber so wird bei mir noch ein Punkt frei, den ich einem noch nicht bepunkteten Gedicht zukommen lassen kann.


    Abgabe 10 - Zersplittert
    Ich interpretiere das Gedicht so, dass das Lyrische Ich seinem Schwarm seine Liebe gestanden hat und von ihm zurückgewiesen wurde. Diese Interpretation kam allerdings erst nach dem zweiten Lesen zustande, nach dem ersten war mein Gedanke nur: "Das hat was." Das liget vermutlich hauptsächlich an den letzten Versen, denn ich liebe dieses letzte Reimpaar. Und auch die Tatsache, dass du mit dem gleichen Wort endest, mit dem du beginnst. Das rundet das Gedicht wunderbar ab und verstärkt zudem seine Wirkung. Ich liebe dieses Ende wirklich. Zwischendrin gibt es noch ein paar Dinge, die mir weniger gut gefallen, z.B. hätte ich einige Verteilungen auf die Verse anders gemacht und vor allem das fehlende Reimwort zu "Zerfall" stört mich. Ich finde, in Gedichten wirken die Strophen nur dann wirklich abgeschlossen, wenn sie mit einem Reim enden. Es gab mal ein Gedicht im SF 2013 ("Feder, Tinte und Papier"), das hatte ein Reimschema abac, da war es auch so schwierig für mich. Ansonsten aber ist deine Arbeit definitiv einen Punkt wert. (Für weniger Spießige als mich sogar mehr.)


    Abgabe 12 - Malen
    Dies ist vom Aufbau her mein Lieblingsgedicht. Egal wie schön der Aufbau von "Schattengefängnis" auch klingen mag, solche einfachen, klaren Gedichtformen können bei mir eigentlich nie etwas falsch machen. Und dann hat das Gedicht auch noch ein so schönes Thema. Ich liebe die Wendung, dass es sich im Endeffekt um das Malen mit Worten handelt. Du belegst deine letzte Aussage ja mit dem Gedicht, das zuvor steht. Und gerade wenn man etwas über das "richtige" Malen erwartet, belehrst du einen ja direkt, denn alle Bilder, die im Kopf entstehen, wurden nur mit den Worten gemalt. Man könnte jetzt darauf eingehen, warum du im letzten Vers "zeichnen" statt des Titels "Malen" verwendet hast, aber das ist mir jetzt zu viel, wenn ich anfangen würde die Farben im Gedicht (du sprichst tatsächlich nur von grau und weiß) zu analysieren. Ich muss sagen, dass mir dieses Gedicht sehr gut gefällt, auch wenn es nicht den Favoritenstatus von "Traum" erreichen konnte. Zwei Punkte sind ihm definitiv sicher.


    Abgabe 3 oder 5?
    Vermutlich habt ihr schon nicht mehr gedacht, noch einen Kommentar oder gar Punkte zu bekommen, aber ich habe ja nun noch einen übrig, weiß nur noch nicht, an wen er geht. Vom Aufbau, vom Rhythmus gefällt mir "Vollmond" besser. Es ist schön zu lesen, viel klarer als "Traumhafte Aussichten", auch wenn es ab und zu ein unpassendes Versmaß hat. Außerdem mag ich es aber auch, wie mir beim Vollmond zuerst eine romantische Szene in den Kopf kommst, du sie aber komplett umdrehst, auch wenn das Paar bleibt. Erinnert mich an wenig an Ruby aus "Once upon a time". "Traumhafte Aussichten" finde ich aber dennoch stärker im Inhalt, welcher gerade in Bezug auf den Titel echt toll wirkt. Das Gedicht ist gerade darin unglaublich stark, lässt allerdings zum Ende hin ein wenig in der Qualität nach. Wenn du das Level vom Anfang gehalten hättest, hättest du ganz sicher den letzten Punkt bekommen, aber so habe ich einfach ein riesiges Problem. Am liebsten würde ich ja euch beiden jeweils einen Punkt geben, aber dafür reicht es definitiv nicht. Und deshalb muss ich mich jetzt entscheiden, was ich stärker gewichte und welches Gedicht ich damit als besser empfinde ...



    ID: 57311
    A4: 1
    A6: 1
    A9: 2
    A10: 1
    A12: 2
    A3: 1
    Tut mir so leid für Abgabe fünf ;A; Eigentlich hast du ebenso Punkte verdient. Ich hoffe, es kommt noch ein Voter, der das genauso sieht! Es waren einfach (mal wieder) viel zu viele gute Gedichte in diesem Wettbewerb für diese geringe Anzahl an Punkten.

  • [tabmenu]
    [tab=\o/]
    Dann vote ich auch mal, bevor die Deadline erreicht ist.
    [tab=Kommentare]


    1) Tagedieb



    Das Gedicht thematisiert wohl den Wandel einer Beziehung im Laufe der Zeit bedingt durch Fehlverhalten der Personen. Dieser Vorgang wird symbolisch durch den Wechsel der Tageszeit von Strophe zu Strophe ausgedrückt. Ebenfalls das Wetter drückt symbolisch eine wiederkehrende Änderung aus. Der Anfang des Gedichts schließt durch diese Chronologie an das Ende an und es bildet sich ein Kreislauf. Dies Verdeutlicht gut, dass eine Beziehung zwar immer auf und ab schwanken wird, aber nie vollkommen zerbrechen wird und immer eine Chance ist, neu anzufangen, ein neues Kapitel anzufangen und das Geschehene hinter sich zu lassen (hier ein neu beginnender Tag). Der Hauptgrund für das Verschlechtern einer Beziehung ist dem Gedicht nach das Ausnutzen des Partners und der Übergang von einer beidseitigen Beziehung in eine einseitige Beziehung, wobei im Gedicht ein Partner letztendlich dem anderen sogar komplett gehört.


    Es gibt kein einheitliches Metrum, allerdings weist die erste Strophe eine klare Struktur auf. Wenn die letzte Strophe wieder einheitlich wäre, würde das Metrum ebenfalls den Aspekt des Wandels und die Tatsache, dass man am Ausgangspunkt angelangt ist, unterstreichen. Doch das ist leider nicht der Fall, folglich hat das Metrum keinerlei Bedeutung für das Gedicht.


    Es gibt nur wenige Reime im Gedicht und kein klares Reimschema. Die Reime sind eher zweckgereimt anstatt sorgsam gewählt, um besondere Betonungen zu setzen. Daher könnten die Reime meiner Meinung nach auch gut wegfallen. Denn nur für den Reim das Tempus plötzlich zu missachten („landen“ statt „landeten“) macht das Gedicht dann schon eher kaputt als dass es es bereichert.


    Insgesamt finde ich dass das Gedicht eine schöne Thematik hat und diese auch anschaulich durch Symbolik darstellt, einen zum Nachdenken anregt und sogar eine Moral vermittelt. Die Tageszeiten Chronologie ist sehr gelungen, jedoch hätte sie durch angeglichene Form (Metrum / Verse pro Strophe / Reimschema) noch mehr verdeutlicht werden können.



    2) Freundschaftspflichten



    Das Gedicht thematisiert die Verwandlung einer Freundschaft in eine Liebesbeziehung. Im Gedicht werden die Gefühle des lyrischen Ich, welches die Liebe des Freundes nicht erwidern kann, durch sprachliche Mittel, Gebrauch von Konjunktiv sowie Auswirkungen der äußeren Form auf den Inhalt des Gedichts genau vermittelt. Der einheitliche vier-hebige Jambus wird in einem Vers nicht eingehalten. Eben diese Unregelmäßigkeit sorgt dort, in dem bereits ein Klimax als sprachliches Mittel verwendet wird, durch die Atempause durch den Wechsel von Jambus auf Daktylus für eine weitere Erhöhung der letzten Steigerungsstufe, der Hilflosigkeit.


    Neben diesem durch Klimax und Metrum stark betonten Vers rückt durch Wiederholung auch noch ein anderer Vers in den Vordergrund: „Was soll ich tun? Es tut mir leid“ kehrt zum Ende der letzten drei Strophen immer wieder. Auch innerhalb des Satzes befindet sich eine Wiederholung, nämlich des Worts „tun“. In der letzten Strophe ist er versetzt, durch den finalen Satz „Für mich bist du ein Freund -- mehr nicht“. Hier negiert das lyrische Ich eindeutig die Liebe zum Freund und lehnt eine Liebesbeziehung komplett ab, stellt ihn auf Distanz, dieser Satz wirkt nach und bildet einen gelungenen Abschluss.


    Das Thema wird durch den verzweifelten Gedankengang des lyrischen Ich gut zur Geltung gebracht. Das Gedicht liest sich besonders flüssig und es werden durch den scharfsinnigen Gebrauch von Stilmitteln, Metrik und Reimschema Betonungen gesetzt, die dem Text weitere Ausdruckskraft verleihen.



    3) Vollmond



    Das Gedicht weist Charakteristika einer Ballade auf, es wird eine Geschichte erzählt, welche am Ende in einer dramatischen Katastrophe endet. Das ist mal was anderes und hebt sich auf diese Weise von den anderen Gedichten ab. Die Reime sind gut, das Reimschema ist regelmäßig. Doch ausdrucksstärker wäre es, würde es am Ende keinen Reim mehr geben, das würde den Aspekt des gebrochenen Herzens verdeutlichen. (Lediglich ein Vorschlag, keine Kritik)


    Von besonderer Wichtigkeit bei einer Ballade ist das Metrum. Ignoriert man mal die Auftakte, so ist es ein Jambus, der durch die stumpfe Kadenz flüssig fortläuft und sich somit gut vortragen lässt. Allerdings ist das Metrum an zwei Stellen unsauber, „zusammengekrümmt“ hieße besser „zusamm’ngekrümmt“ und „Sonne“ besser „Sonn‘ “. Außerdem sind ein paar Verse zu lang.


    Hier wird also die Geschichte erzählt von einem Werwolf, der in seinem unbeherrschbaren Tötungswahn seine Frau umbringt. Die Thematik ist mir nicht ganz schlüssig, vermutlich geht es um fehlende Selbstbeherrschung und Kontrolle über sein eigenes Handeln. Denn manche Dinge kann man nicht mehr richten, wenn man sie einmal getan hat. Deshalb wird die Reue des Werwolfs wird am Ende nochmal gut deutlich und wirkt nach.



    4) Verhaltensorientiertes Handlungskonzept



    Ein lyrisches Ich, das, dem Titel nach zu urteilen, von Psychoterapeuten dazu gezungen wird, über sich zu schreiben. Dabei wird versucht, das Verhalten des Mädchens zu ändern.


    Ich denke, das Gedicht vermittelt die Botschaft, dass Gedanken und Gefühle jeder Person frei sind, und niemals von irgendjemanden anderes geändert werden können.


    Der innere Monolog ist sehr aussagekräftig, die Gefühle werden anschaulich beschrieben.
    Im Gedicht befinden sich extrem viele Parallelismen, womit manche Ausdrücke gut betont werden und Nachwirken, aber viele nicht wirklich wichtig sind und einfach zu einer Inflation von Parallelismen werden. Ich würde mir mehr andere Stilmittel wünschen, die sich eventuell mehr auf den Inhalt beziehen.



    5) Traumhafte Aussicht



    Dieses Gedicht ist kein gewöhnliches Gedicht über Selbstmord, es beschreibt ihn positiv, nicht nur als Ausweg, sondern als wahre Freude. Es geht sogar soweit, dass er als „Sieg“ beschrieben wird. Der Titel drückt eben dies gut durch eine Doppeldeutigkeit aus, „Traumhafte Aussicht“ kann sowohl der Ausblick vom hohen Punkt aus, von dem die Person sich herabstürzt, sein, als auch die Aussicht auf Erlösung, die Vorfreude auf etwas Besseres als das leiderfüllte Leben. Es werden positive Wörter verwendet, um die Atmosphäre fröhlich zu gestalten, sie verwandeln den Aspekt des Sterbens in etwas Schönes.


    Wir haben es hier also mit einer Person zu tun, dem so etwas schreckliches im Leben widerfahren ist, dass es sich auf den Tod freut. Das ganze wirkt auf mich äußerst schockierend, mehr, als wenn ich Gedichte lese, in denen explizit das Leid und die Trauer der Person beschrieben wird, die Selbstmord begeht.


    Doch diese Freude des lyrischen Ich, die einen sehr stark ins Nachdenken versetzt, ist nicht permanent da. Das Gedicht widerspricht sich in diesem und weiteren Punkten, was mich stört:
    -Sie spricht den Wunsch aus, dass jemand sieht wie schlecht es ihr geht „Fragt nun endlich jemand?“. Das zeigt, dass in ihr der noch ein Wunsch ist, Hilfe zu bekommen. Sie muss sich aber eingestehen, dass niemand ihr zur Hilfe kommen kann, weil niemand etwas für sie tun kann, niemand sieht ihren inneren Schmerz. D.h. nach dieser Aussage ist der Selbstmord nicht ihre erste Wahl, sondern erzwungen, die schlechtere Alternative. Folglich kann diese Person auch nicht überglücklich sein, denn ihre erste Wahl ist missglückt, die sie sich erhofft hatte.
    -Außerdem sagt sie, dass keiner verletzt wird, ist sich aber ihres Bruders bewusst, den sie durch ihren Tod wehtut, wie sie weiß und deshalb sagt, dass es ihr Leid tut.
    -Des weiteren sticht das Wort „Beschützer“ durch den nicht vorhandenen Reim heraus, hat allerdings keine großartige Inhaltliche Aussage, widerspricht sich eher mit den ganzen Wunden, die sie mit sich getragen hat, die sie in den Selbstmord treiben.


    „Jetzt“ , „endlich“ , „Schmerz“ , „Abschied“ , diese zentralen Schlüsselwörter des Gedichts werden durch diese Abtrennung durch ein Komma am Ende jedes ersten Verses einer Strophe betont. Verbessern könnte man dies, indem man es schafft, diese Verse auch ohne Hilfe von Satzzeichen zu betonen, diese Atempause nicht nur durch ein Komma zu befehlen, sondern die Atempause durch geschickten Einsatz des Metrums auf natürliche Weise hervorzurufen. Dann ließe sich das Gedicht auch schöner und flüssiger Sprechen.


    Auch kann durch ein Metrum dem ephorischem Inhalt eine ephorische Betonung verpasst werden, was das Potential des Gedichtes mehr ausschöpfen würde.



    6) Schattengefängnis



    Der Aufbau des Gedichts ist ein gelungener Antiklimax. Die erste Strophe beschreibt die Dunkelheit, die zweite Strophe das Graue, die dritte Strophe die Tristheit, dass man sich schon damit abgefunden hat. Der Sarg steht wohl symbolisch für die vergrabene Hoffnung. Am Ende scheint Licht auf den Sarg, symbolisch für wiederauferstehende Hoffnung.


    Ganz klar hervor gehen die Gegensätze, welche das Gedicht ausmachen. Es fängt an bei dem Gegensatz von Licht zu Dunkelheit, geht mittels Oxymora (z.B. dunkles Feuer / dunkler Schein) in die Tiefe und wird durch die Form des Gedichts widergespiegelt. Der umarmende Reim stellt die Reime ihren Partnern gegenüber. Die oberen Reimpartner werden von ihren unteren Reimpartnern ebenso durch das Metrum getrennt. Grundsätzlich besteht schon im Metrum ein Gegensatz, die Kadenzen wechseln von Vers zu Vers zwischen stumpf und klingend, Synchron zum Wechsel von Jambus auf Trochäus (stumpfe Kadenz => nächster Vers Jambus / klingende Kadenz => nächster Vers Trochäus), doch dort, wo der innerste Vers auf seinen Reimpartner trifft, sind beide Kadenzen stumpf. Dort entsteht eine Sprechpause, welche die ersten drei Verse von den letzten 3 trennt.


    Die Form des Gedichts unterstreicht somit klar den Gedankengang des Gedichts.


    Das Gedicht lehrt einen, dass man schlechte Zeiten nicht einfach so hinnehmen soll, sondern sich der immer präsenten Hoffnung bewusst sein soll. Hier durch die Metapher ausgedrückt, dass selbst in der Dunkelheit noch Licht ist. Diese beiden Verse finde ich genial. Vor allem diese Doppeldeutigkeit von „Schein“ gibt dem ganzen noch einen besonderen Schliff.


    Das Gedicht bietet reichlich Stoff zum Nachdenken und philosophieren, bei jedem mal mehr Nachdenken fallen einem wieder kleine Dinge auf, wie z.B. Wortspiele mit „einfach, zweifach, dreifach“. Irgendwann verstehe ich auch, wie sich das Gefängnis auf alles bezieht und wie der Held und das Ungeheuer zu deuten sind.



    7) Ailuropoda melanoleuca



    Also ein Panda, welcher in seinem Käfig hockt und über das Fortleben seiner Rasse nachdenkt. Interessante Idee, die Gefühle des Pandas werden gut vermittelt, die Tragik kommt durch ansprechende Adjektive und Formulierungen gut zur Geltung.


    Das Metrum zieht sich durch und gibt dem Gedicht einen guten Lesefluss. Das Gedicht baut Spannung auf und wird zum Ende hin immer tragischer, bis es zum letzten Vers kommt, in der der Panda sämtliche Hoffnung für sich negiert. Daher ist es vom Aufbau gelungen, auch wenn man vielleicht die Anzahl der Verse pro Strophe hätte variieren können, um die abnehmende Zahl der Pandas zu verdeutlichen, aber das ist nicht von großartiger Relevanz.



    8) Kerosine



    Ein Zusammenschluss aus Menschen, das „Wir“, vergleicht sich mit Feuer und dessen positiven Eigenschaften und plant eine herrschende Position einzunehmen, Dies geschieht durch Zerstörung, das Feuer verursacht einen Ascheregen, welcher aber durch die positiven Feuer-Eigenschaften leicht in den Schatten gestellt wird. Nach dieser Zerstörung wird sich das „Wir“ als Herrscher über allem befinden, es fliegt weit oben, während alles andere, durch das „Wir“ vernichtet, nach unten fällt.


    Das Feuer der Gemeinschaft ist ihre Motivation, ihr Engangement, ihre Loyalität, ihre Ideologie, die sie nach vorne bringt, sich wie Feuer ausbreitet, von welcher gesungen wird. Das Gedicht scheint also mehr als eine Motivationsrede zu sein, es ist Propaganda.


    Propaganda muss wiederrum leicht einprägsam sein, daher ist es fast schon in Ordnung, dass das Gedicht so kurz ist. Doch einfach maßgeblich für Propaganda ist die Aussprache, dass es sich gut Vortragen lässt.
    Der Daktylus des zweiten Versfußes in jedem zweiten Vers betont gut den Aspekt des Feuers. Das hätte ich mir auch vom zweiten Vers erhofft, doch dort ist das leider nicht der Fall.
    Der Reim von drei Wörterb zusammen und der Parallelismus zeigt den Aspekt der Gemeinsamkeit auf. Das Vorstellen des Verbs im letzten Vers hebt ihn von den anderen ab und betont das eigentlich wichtigste Wort des Gedichts, welches nun am Ende steht, die Metapher des Fliegens im Ascheregen.


    Das Gedicht stellt letztendlich das Thema dar, wie sich eine Ideologie verbreitet und wie das vermeintlich helle, warme, gute Feuer dieser Ideologie am Ende einen leise niederschwebenden Ascheregen hinterherzieht.
    Diese Metapher ist äußerst gelungen.



    9) Traum



    Ein lyrisches Ich, welches auf seine Vergangenheit zurückblickt, in der es, wie es sagt, Wünsche hatte, welche durch kindliche Freude und Hoffnung stark waren, jedoch mit dem Alter immer weniger möglich wurden. Die letzte und die erste Strophe bilden dann einen Gegensatz, Blick und Herz werden wieder aufgegriffen. Doch der letzte Satz bleibt derselbe, ein wenig verändert aber bleibt bestehen.


    Die zeitliche Chronologie, wird besonders gut durch den Parallelismus und den Wechsel des Tempus von , „werde“, „möchte“, „wollte“ deutlich.


    An einer Stelle ist der Satzbau unklar, „dass“ bildet keinen Nebensatz, am Ende ist kein Prädikat. Vielleicht ein simpler Grammatikfehler und es heißt in Wahrheit „das“, bleibt aber immer noch schwer zu verstehen, man hätte auch „sagt“ oder „spricht“ nehmen können, was man dann verstehen könnte.




    10) Zersplittert



    Das Thema ist das Zugrundegehen einer Beziehung. Dieses wird veranschaulicht durch die zersplitterten Gedanken des lyrischen Ich, sie sind ungeordnet, häufen sich, werden teilweise nur angeschnitten und teilweise ins Detail beschrieben.


    Deutlich werden die Synonyme zu zersplittert: „erstarrt, zerstört, zerstoben, zerfressen, zerrissen…“ und die Betonung der beinahe vollkommen erloschenen positiven Gefühlen: „Hauch eines Lichts“, „Staub einstiegen Glücks“.


    Die Form des Gedichts repräsentiert den Gedanken des Zersplitterns wieder, und bringen das Gefühlschaos nochmal zum Ausdruck. die Sätze sind in kleine Fetzen zerlegt, die Verse sind abgehackt, es gibt kein geordnetes Reimschema, Reime erscheinen zufällig, die Anzahl der Verse pro Strophe variiert, die Anzahl der Worte bzw. Silben pro Vers variiert und das Metrum ist unklar. Somit macht das Gedicht seinem Titel alle Ehre.



    11) Das Ende des Regenbogens



    Das Gedicht beschreibt Emotionen und weist ihnen eine Farbe zu. Das lyrische Ich durchlebt nacheinander verschiedene verschiedene Gefühlslagen und damit verbundene Gefühle, rot für Wut, blau für Trauer und so weiter. Das Konzept gefällt mir.
    Die Reime sind qualitativ gut, kommen unregelmäßig, was man als Auswirkung dieses Gefühlschaos verstehen kann.


    Allerdings könnte man durch die äußere Form sowie sprachliche Mittel gerade diesen Wandel stärker zur Geltung bringen. Mittels Metrik könnte man das Gedicht schon mit diesen Gefühlen in der Betonung vortragen, z.B. Daktylus bei Wut, Trochäus bei Trauer.



    12) Malen




    Das Thema dieses Gedichts ist wohl die Inspiration. Als Hauptquelle aller Inspiration wird die Natur dargestellt, mit ihren Farben, Mustern und Launen. Das wird anhand eines lyrischen Ich beschrieben, welches hinaus in die Welt zieht und die Natur überwiegend durch das Wetter erfährt. Noch besser fände ich auch noch mehr Beschreibungen von Landschaften in Bezug aufs Malen und Schreiben, sonst ist das Gedicht an sich sehr kurz und hat wenig Inhalt.


    Die äußere Form ist gut durchdacht und reflektiert das Thema der Inspiration, des Auslebens der Fantasie durch Abwechslung in Satzbau und Wortwahl (es gibt keinen Parallelismus oder Anaphern). Der Kreuzreim spiegelt ebenfalls die Abwechslung wieder, außerdem sind die Reime von guter Qualität. Das Metrum überzeugt durch eine klare Struktur und eine strophenbedingte Abwechslung von Jambus und Trochäus.



    [tab=Punkte]
    Hier kommen die Punkte:
    ID: 108001
    A2: 1
    A6: 4
    A8: 1
    A10: 1
    A12: 1
    [/tabmenu]

  • [font=verdana][align=justify][tabmenu][tab=Vogel]VOTEVOTEVOTE


    Aus Zeitmangel nur die bepunkteten Abgaben, verzeiht.
    [tab=im][subtab=Verhaltensorientiertes Handlungskonzept]Dieser Titel. ._.
    Autsch, die Abgabe trifft mich genau ins Herz. ;A; Erzeugt eine sehr düstere, hoffnungslose Atmosphäre, in der die Protagonistin sich selbst aufgibt, um den Leuten zu gefallen und damit sie lesen, was sie lesen wollen. Die knuffige Shira meinte in dem Post über dem über mir, dass das Mädchen wohl in einer Psychiatrie ist, aber so hätte ich das jetzt gar nicht gesehen. Eher scheint sie auf mich eine Autorin zu sein, deren "wahre" Geschichten, obwohl sie immer gesagt bekommt, dass sie genau das schreiben soll, die Leute nicht lesen wollen und das alles nur Schein ist. Die harte Realität halt. Und autsch. Es tut wirklich weh. ._.
    [subtab=Schattengefängnis]Oh. Verwirrend. Verwirrend, aber verdammt gut. Ich habe keine Ahnung, worum es geht, und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verschließt es sich mir ... Genau das, abgesehen von der absolut tollen Wortwahl und dichten Atmosphäre, finde ich an dieser Abgabe so cool. Man muss wirklich nachdenken und sich seine eigenen Theorien aufstellen, ob man es nun hinkriegt oder nicht, aber es ist nicht einfach so ein Heruntergedudel von irgendwelchen schön klingenden Worten. Da steckt was dahinter, das merkt man, und sich zu überlegen, was es sein könnte, macht das hier für mich so gut. Kudos! °^°
    [subtab=Ailuropoda melanoleuca]Wenn ich den Titel verhauen habe, tut's mir leid. '-'
    Und ich habe mich schon gefragt, wo denn die BisaBoardischen Tierrechtsadvokaten sind! PETA ist immer genau da, wo man sie haben will. ... Nein, Scherz. Ist imo nicht die beste Abgabe, was die Sprache angeht, zwar ist sie klar und sauber, aber irgendwie fehlt mir das gewisse "Etwas". Trotzdem trifft sie einen, weil es ein ziemlich wichtiges Thema ist, über das man erstaunlich wenig nachdenkt, wenn man sich das mal so überlegt. Hier beeindruckt mich aber vor allem das Ende, es ist zwar traurig und hoffnungslos (duh), aber ich mag es, mit dem Ausdruck "die Hoffnung stirbt zuletzt" zu spielen. So gemein das auch klingt. Die Abgeschnittenheit vom Rest des Textes durch den Zeilenumbruch verleiht ihr noch etwas Endgültigeres, das mir echt gefällt. Also, abgesehen von der Tatsache, dass ich mit dem Panda (ist es doch, oder?) so fürchterlich mitfühle. Argh. D=
    [subtab=Zersplittert]Zerfressen, / zerrissen, / ins Gewissen / gebissen.
    Warum denke ich so an mein "ich."? (Gebrochen / Geflogen / Vom Himmel / Betrogen, lol) Überhaupt hat das Ganze einige Komponenten davon, unter anderem die kurzen Verse, die "ich bin ich"-Sache ... Es ist quasi eine tragische Version davon. xD War entweder ein sehr cooler Zufall oder Inspiration, was es auch ist, ich mag das Gedicht!
    Ich find das Zentrierte zwar furchtbar nervig zu lesen, aber die kurzen Verse mag ich trotzdem und sprachlich überzeugt es einwandfrei. Da haben wir so wunderschöne Phrasen wie "Nur der Hauch eines Lichts" (♥ ich liebe die Stelle srsly), reim- und metrumtechnisch ist es mal was Anderes als das Übliche und sehr cool gemacht. Es lässt sich wundervoll lesen, trotz des eher tragischen Themas. Denke da eher an eine zerbrochene Beziehung oder Freundschaft, was traurig ist. Duh.
    [subtab=Malen]Es ist irgendwie nichts Besonderes vom Aufbau her, aber omg, ich mag das. Es beschreibt so wundervoll, wie es eigentlich ist, zu schreiben oder malen oder überhaupt kreativ etwas zu schaffen, packt das in eine sehr schöne Wortwahl und klingt damit sowohl von der Stimmung als auch den Worten her sehr positiv nach. Tatsächlich hat es irgendwas ... Buntes auf mich, das mir richtig gefällt. Alles scheint hier schon wieder so negativ zu sein, da sticht das sehr positiv heraus und ich mag Fröhlichkeit, auch, wenn es einige Bilder gibt, die doch eher dunkel wirken. Aber genau das ist es ja - es ist eben NICHT alles hell und freundlich, sondern es ziehen auch mal Wolken auf und es wird kalt, aber im Endeffekt trägt das alles nur dazu bei, etwas zu erschaffen. Und es ist wundervoll. ;w;
    [tab=Käfig]Auf, auf! Oder so. Längster Vote seit Anbeginn der Zeiten ... Nicht ...


    ID: 27919
    A4: 2
    A6: 2
    A7: 1
    A10: 2
    A12: 1


    2+2+1+2+1=8! Ich hätte Malen wirklich gern noch mehr gegeben, aber mir fehlte es an Punkten. ;___; Auch die anderen Abgaben waren aber durch die Bank toll zu lesen und so bildet dieser Wettbewerb einen sehr schönen Abschluss zu einer tollen Saison (naja, das, was ich davon mitgekriegt habe, war zumindest toll)! ♥

  • Jetzt hat mich Shiralyas Kommentar neugierig gemacht, lol. Spontaner Vote also. Ich habe die Gedichte heute bzw. jetzt zum ersten Mal gelesen und schreibe also eher den Ersteindruck nieder. Sorry also, wenn ich mal was super Ersichtliches übersehe oder nicht auf Details eingehe (sowas tut mir immer sehr Leid, weil gerade bei Gedichten vieles im Detail liegt :( )


    Abgabe 01 - Tagedieb
    Ich mag hier die Metapher mit der Zeit und wie das mit dem Titel und dem Ende des Gedichtes zusammenspielt. Jedoch verwirrt mich die zeitliche Abfolge des Zustands etwas. Am Ende spricht das Lyrische Ich davon, dass es eine Beziehung mal gab, aber von dieser Beziehung wird die Strophen vorher nie gesprochen. Stattdessen wird eigentlich von Anfang an klar gemacht, dass es sich nur noch um eine einseitige Liebe handelt. Ansonsten aber schöne Bilder, die die Wahl der Metaphern weckt. Strophe zwei, drei und vier gefallen mir da außerordentlich gut. Die Wanderer haben etwas romantisches, verträumt naives an sich, was natürlich zu den Wünschen passt, die achtlos weggeworfen wurden. Die Ironie mit den Kämpfen und wie man sich am Ende selbst verletzte, kann vielfach ausgelegt werden. Mein spontaner Gedanke war jetzt, dass man gegen gemeinsame Probleme in der Beziehung gekämpft hat und dabei die Kompromisse zu stark einen selbst eingezäunt haben oder gar verletzt. Zuletzt die vierte Strophe, die zeigt, wie das Lyrische Ich für den Partner da war, geduldig zuhörte, ihn ermunterte. Zum Schluss das schwindende "wir", das in den Strophen immer wieder vorkam. Die Unregelmäßigkeit im Metrum empfinde ich hier nicht als ganz passend bzw. ich sehe nicht wirklich, wieso es mal flüssig ist, mal nicht. Inhaltlich existieren keine Unterschiede(?).


    Abgabe 02 - Freundschaftspflichten
    Schönes Thema, mal von der anderen Seite der unerwiderten Liebe (sonst ist das Lyrische Ich ja meist die Person, die liebt). Das Gedicht liest sich schön flüssig und bricht nur zum Schluss, wo es aber sehr gut passt, weil die "Pointe" erfolgt. Mir gefällt persönlich die Wiederholung des Verbes "wünschen" und wie es am Ende von den Wünschen des Lyrischen Ich zu dem unerfüllbaren Wunsch des Lyrischen Du wechselt. Selbiges gilt für das "Es tut mir Leid", das sehr schön die Hilflosigkeit und Trauer des Lyrischen Ich unterstreicht. Ich weiß grad auch nicht warum genau, aber die indirekte Rede der zweiten Strophe macht auf mich einen überzeugenden Eindruck. Ich glaub, es klingt ein wenig nach einem indirekten "Vorwurf". So nach dem Motto "aber du hast doch gesagt [...] und jetzt ist es doch nicht so und ich weiß nicht, was ich tun soll". Der Titel macht den Inhalt nochmal etwas belastender, weil es auch darauf anspielt, dass jemand aus freundschaftlichem Pflichtgefühl in diesem Dilemma steckt (und es ist ja wirklich ein Dilemma. Man liebt den menschen, aber eben nicht so, wie der andere es möchte. Heißt, man will ihn nicht verletzten, aber gleichzeitig tut man das auch, wenn man weiterhin schauspielert).


    Abgabe 03 - Vollmond
    Ich habe die ersten drei Strophen noch gedacht, dass es sich um eine große Metapher handelt, die häusliche Gewalt umschreiben soll ... Irgendwie erwartet man nicht unbedingt eine kleine Werwolf-Geschichte, wenn man ein Gedicht liest. Das ist aber keine Kritik, sondern soll nur schildern, wie das Gedicht wirken kann. Jedenfalls mag ich so kleine Geschichten, da sie auch gar nicht so einfach in Reime und Metrum zu verpacken sind. Das ist hier definitiv gelungen; kein Reim klingt irgendwie an den Haaren herbeigezogen und das Metrum ist richtig fließend, was die Anspannung im Gedicht unterstützt. Ich mag besonders den letzten Satz in der zweiten Strophe, weil er mit so wenigen Worten ein so starkes Bild erzeugt. Was ich hier außerdem am Titel mag ist, dass er Hintergrundinformationen liefert ohne wirklich inhaltlich vorzugreifen. Ein Gedicht hat meist nicht viel Platz für Erklärungen und der Titel wurde hier super genutzt.


    Abgabe 04 - Verhaltensorientiertes Handlungskonzept
    Der Titel hat mich erstmal davon abgehalten das Gedicht zu lesen, weil ich angefangen habe nachzudenken, wie sich Handlungen äußern, deren Konzept auf Verhalten anderer basiert. Weit bin ich nicht gekommen, aber das Gedicht hat dann den Titel perfekt erklärt. Ich mag das zerrissene Metrum und die äußere Form, weil es einfach perfekt zum Inhalt passt. Allerdings hat das Gedicht für mich ein Manko: Ich finde, es wird zu viel gesagt/umschrieben. Strophe vier, fünf, sechs und sieben erzählen von dem Zustand, Emotionen und Gedanken des Lyrischen Ich und ich finde, das ist zu viel und interferiert mit den entstehenden Emotionen des Lesers. Die Atmosphäre, die mit solchen Metaphern wie in Strophe drei gebildet wird (btw. tolle Metapher ♥), geht wieder etwas verloren. Ich hätte diese vier Strophen etwas zusammengefasst um mit wenigen Worten einprägender zu sein. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich bei der letzten Strophe; ich fand die vorletzte als Ende fast besser. Allerdings ist das jetzt eher Gemecker nach persönlichem Geschmack. Mir hätte es recht gut gefallen, wenn das Gedicht mit der Frage endet und den Leser somit mit offenen Gedanken stehen lässt.


    Abgabe 05 - Traumhafte Aussicht
    "Sie nannten es dreist Scherz" - diese Stelle drückt mit so wenigen Worten ein so unglaublich großes Problem aus. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber eben sowas regt mich im Leben sehr auf. Wenn menschen alles als Humor abstempeln, um sich für nichts zu verantworten. Ich glaub, ich hätte ein Gedicht mit diesem Inhalt eher unregelmäßig gemacht, aber ich muss sagen, dass mir das schnelle Metrum zusagt. Liegt womöglich an der ersten Strophe, die eben dieses Tempo setzt und davon spricht, dass der Suizid schnell geschieht, anstatt ewig in Gedanken zu verweilen. Die Brüche in den Reimen wirken nicht störend, weil das Versmaß selber noch stimmig ist. Was mich ein wenig stört ist aber das Wort "Beschützer". Nicht nur, dass es den Bruder als eine wichtige Person ins Spiel bringt, ohne dass er sonst je eine Rolle gespielt hat, es bricht den Lesefluss zu sehr. Ich hätte eher von der Familie allgemein oder von einem unbestimmten Lyrischen Du gesprochen, damit es für den Leser frei interpretierbar ist. Wenn man unbedingt den Bruder rein nimmt, dann wäre es imo nicht schlecht gewesen, wenn der vorher auch schon erwähnt worden wäre. Ansonsten toller Titel, der Zynismus ist fast schon schmerzhaft, wenn man darüber länger nachdenkt.


    Abgabe 06 - Schattengefängnis
    So, die Abgabe wegen der ich hier gehighlightet wurde, lol. Hat mein Ehrgeiz geweckt, aber ich bin wie immer natürlich völlig unsicher mit irgendwelchen Interpretationen. Dennoch erinnert mich der Inhalt und die Atmosphäre an ein anderes Gedicht - "Seltsam im Nebel zu wandern" (von Hesse). Und da es das tut, hat es Einfluss auf meine Interpretation; der Titel im Zusammenspiel mit den Strophen lässt mich an pessimistische/depressive Gedanken denken. Es ist einfach manchmal wie ein Gefängnis in das man sich selber manövriert und dann wie tot lebt (also eher vor sich hinvegetiert), was die Sarg-Metapher unterstützen würde. Was ich an dem Gedicht aber viel interessanter finde, sind die Wortwiederholungen und die Wortspielerei in der letzten Strophe. Die Wiederholung von "dunkel" und "grau" am Anfang bringt diese Monotonie zum Ausdruck, die einen begleitet, wenn man an nichts mehr Freude hat. Wie erwähnt, gefällt mir in er letzten Strophe das Wortspiel "Doch Dunkelheit ist oft nur Schein"; auch wenn "Schein" hier etwas anderes meint, so kann man es doch mit dem Lichtschein in Zusammenhang bringen, was einem Raum für die Interpretation gibt, dass das Lyrische Ich selbst gute Dinge (also Lichtschein) als negativ interpretiert, obwohl sie es gar nicht sind. Also ist sogar die Dunkelheit in Wahrheit gar nicht so dunkel. Aber ich schweif wohl arg in meine Gedanken ab. Jedenfalls schönes Gedicht, dass gerade auch mit der Kürze punktet, weil es nicht zu viel sagt und Gedanken anregt.


    Abgabe 07 - Ailuropoda melanoleuca
    Mein allererster Eindruck: Bitte nutzt nicht das Wort "Niedlichkeit" in einem so ernsten und eher düsterem Gedicht. Das zerschlägt die Stimmung, lol. Aber das nur am Rande, weil es mir wirklich stark aufgefallen ist. Generell sehr schön erzählt, ich kann mir so richtig vorstellen, wie der Panda unruhig hin und her tapst und diese Gedanken hegt. Bei diesem Gedicht fühle ich mich von der Thematik und wegen der Perspektive an "Der Panther" von Rilke erinnert (und das erinnert mich wiederum an Narime, lol, aber eigentlich das ganze Gedicht wegen Wortwahl und dem Titel) und mir hat es schon da gefallen, dass die Perspektive es einem so einfach erlaubt, sich selber wie das gefangene Tier zu fühlen. Tolle Reime im Übrigen; sehr schöne Wortwahl, die wirklich nicht simpel ist, aber super rein passt. Und am Ende schlägt natürlich die vorletzte Strophe nochmal die Kurve zum Titel und gibt insgesamt dem Gedicht auch nochmal einen vorwurfsvollen Unterton, der aussagt, dass wir als Menschen das Leben des Tieres nicht wirklich sehen, sondern objektivieren.


    Abgabe 08 - Kerosin
    Das Gedicht find ich grad etwas heftig (was ich natürlich niemandem zum Vorwurf machen will). Womöglich liegt eben darin die Stärke, dass hier sehr bildhaft und teilweise malerisch etwas gefährliches, todbringendes geschildert wird. Hat etwas von Zynismus, vor allem mit dem Titel kombiniert. Ähnlich wie beim Vollmond-Gedicht finde ich den Titel hier auch sehr geschickt und informationsreich eingebaut. Das Metrum ist sehr regemäßig, was dem ganzen etwas "Singsang"-Charakter verleiht. Es bricht nur am Ende, weil Aschenregen anders betont wird, aber generell stört es selten, wenn ein Gedicht etwas anders betont abschließt.


    Abgabe 09 - Traum
    Ich habe ja eine Schwäche für solche Wiederholungen in Gedichten ♥ Dementsprechend liebe ich es, wie Wiederholungen und Parallelismen hier in jeder Strophe vorkommen, aber den Inhalt weiterentwickeln und eben nicht wiederholen. Inhaltlich das Gedicht imo sehr stark; sowas wie der letzte Satz, der die Entwicklung von Hoffnung und Weltanschauung so simpel darstellt. Zuerst als Kind war das Lyrische Ich noch munter damit einverstanden, dass ihm die Träume gehören, dann kommt langsam die Zeit der Identitätsfindung, wo das infrage gestellt wird, weil man noch daran festhält. Zuletzt und traurigerweise die Resignation eines Erwachsenen, der sich dem Alltag hingibt und den Verpflichtungen, weil seine Träume anscheinend keinen Platz haben und den Erwartungen der Gesellschaft weichen müssen. Das "Ich wollte" drückt nochmal stärker aus, dass das nun Vergangenheit ist und die Hoffnung somit aufgegeben. Ein Gedicht, das eigentlich schwer im Magen liegt, wenn man sich über die Aussagen in der dritten Strophe richtig Gedanken macht. Es hätte theoretisch auch anders enden können (oder könnte sogar, wenn man aus Optimismus heraus eine vierte Strophe ergänzt, haha). Ich rede btw. grad nur wirres Zeug und meine Extrawünsche gehen natürlich nicht in die Bewertung rein. Sehr solides und mit einfachen Worten starkes Gedicht.


    Abgabe 10 - Zersplittert
    Hier ein großes Lob für die durchdachte Form, die den Inhalt wider spiegelt und vor allem auch den Titel. Vor allem das alleinstehende "nichts" am Ende, das auch als letzter übriger Splitter gesehen werden kann (und beim Lesen auch einen tollen Effekt hat, weil man automatisch eine Pause macht, bevor man es liest). Die bruchstückhafte Ausdrucksform passt sehr gut, um Gedanken auszudrücken. Die ganzen Alliterationen (schrei-stumm-stille, zerfressen-zerissen, vollkommen-verschwommen usw.) hämmern ein wenig diese Gedanken auf den Leser ein, was mich bei dieser Art von Gedichten auch das einen erhöhten Herzschlag erinnert (lest mal so, als ob jede Alliteration der Moment ist, wenn das Herz schlägt. Macht mich voll nervös beim Lesen, lol). Also alles in sich stimmig; wenn ich meckern will, könnte ich höchstens erwähnen, dass es schön wäre, wenn das Thema nicht immer Herzschmerz ist.


    Abgabe 11 - Das Ende des Regenbogens
    Am Anfang dachte ich, dass die Farben noch eher eine kleinere Spielerei sind, aber mit jeder Strophe war ich mehr und mehr begeistert davon, wie die Farben hier verwendet wurden. Die Farb-Anaphern und -Alliterationen haben hier auch eine etwas einhämmernde Wirkung, was aber in dem Fall wohl eher anfangs die Wut(ausbrüche) und gegen Ende die Verzweiflung (und die daran gekoppelte Wut) ausdrückt. Das Farbspektrum deckt einfach wunderbar viele Phasen ab, die man durchmacht nach einer Trennung (oder einem Verlust). Die Leere am Anfang, dann die Wut und die Trauer und am Ende diese andere Art von Leere, die sich mehr nach Ausgelaugtheit anfühlt. Ich mag das Ende hier, dieses Weiß (was eben sehr schön diese ermüdende Leere ausdrückt), das eigentlich die Dunkelheit einführt. Das kann man wohl als den Moment sehen, wo man endgültig abschließt und weiß, dass es wirklich vorbei ist. Ansonsten ist noch die äußere Form zu erwähne, weil die sehr regelmäßig zwischen zwei Strophen mit wenigen Silben und einer mit mehr Silben wechselt und immer wieder kleine Pausen in das Gefühlschaos bringt, aber gleichzeitig eben die neue Emotion ankündigt. Schön mit Worten gespielt, da kann man nicht meckern (außer wie immer am Thema Liebe!).


    Abgabe 12 - Malen
    Wenn du Bilder malen wolltest, dann ist das wohl sehr gut gelungen. Zum einen kommen hier sehr viele Farben vor; selbst wenn sie nicht direkt erwähnt werden, so entstehen durch bestimmte Signalwörter Farben (Sonne-gelb/rot, Himmer-blau, Dunkelheit-schwarz, Meer-blau, und selbst bei "querfeldein" muss ich an braun denken, lol). Ansonsten muss ich zugeben, dass ich mich inhaltlich etwas schwer tue. Das Gedicht drückt für mich etwas Lebensfreude aus, trotz der auch negativ behafteten Stellen. Aber ich habe eben einen durch die Gegend tanzenden Menschen im Kopf, der alles mögliche erfährt und alles eben auch als Teil davon annimmt. Die letzte Strophe kann allerdings auch auf einen Autor deuten, der eben ganze Lebensgeschichten mit Worten malen kann, wo Gutes und Schlechtes passiert und eigentlich die ganze Welt immer wider neu erfinden. Metrum regelmäßig, Reime passen - hat was von einem Gedicht der Romantik, was ich persönlich durchaus mag.



    VOTE:
    1 Punkt(e) an Abgabe 02
    1 Punkt(e) an Abgabe 07
    1 Punkt(e) an Abgabe 09
    1 Punkt(e) an Abgabe 11
    2 Punkt(e) an Abgabe 06
    2 Punkt(e) an Abgabe 10
    ========================
    Gesamt = 8 Punkte


    ID: 52833

    A2: 1
    A6: 2

    A7: 1

    A9: 1

    A10: 2

    A11: 1

  • Mit den folgenden Ergebnissen geht nun auch der letzte Wettbewerb der offiziellen Saison dem Ende entgegen. Einen herzlichen Glückwunsch an @Faolin für den Sieg und ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer und Voter! Hoffentlich liest man sich auch in der kommenden Saison wieder, oder vielleicht auch noch im Saisonfinale! (:
    Teilnehmer & Voter: @Faolin, @Molnija, @Bonnie, @Rusalka, @Kiriki-chan, @Shiralya, @Thrawn, @Kerosine, @Asteria, @Yasuna, @Musicmelon, @Shadowl, @Voltobal, @Glühwürmchen.


    Platzierung

    Titel

    Autor

    Punkte

    Vote

    Prozent

    Saisonpunkte

    1.

    Abgabe 10: Zersplittert

    22

    Ja

    18.33%

    11 + 3 MP

    2.

    Abgabe 9: Traum

    20

    Ja

    16.53%

    10 + 3 MP

    3.

    Abgabe 6: Schattengefängnis

    21

    Nein

    15.67%

    9 + 3 MP

    4.

    Abgabe 4: Verhaltensorientiertes Handlungskonzept

    15

    Ja

    12.3%

    8 + 3 MP

    5.

    Abgabe 12: Malen

    14

    Ja

    11.67%

    7 + 3 MP

    6.

    Abgabe 2: Freundschaftspflichten

    13

    Ja

    10.74%

    6 + 3 MP

    7.

    Abgabe 11: Das Ende des Regenbogens

    10

    Ja

    8.33%

    5 + 3 MP

    8.

    Abgabe 7: Ailuropoda melanoleuca

    9

    Ja

    7.56%

    4 + 3 MP

    9.

    Abgabe 8: Kerosin

    6

    Nein

    4.48%

    3 + 3 MP

    10.

    Abgabe 1: Tagedieb

    2

    Nein

    1.49%

    1 + 3 MP

    10.

    Abgabe 3: Vollmond

    2

    Nein

    1.49%

    1 + 3 MP

    12.

    Abgabe 5: Traumhafte Aussicht

    0

    Nein

    0%

    0 + 3 MP

  • Viel will ich hier jetzt gar nicht sagen, bis auf etwas, das wahrscheinlich das meiste an Kritik sowie das doppelte "man" erklärt:


    [08.11.2015 21:41:24] » [todes]alpaka[queen] «: WARUM
    [08.11.2015 21:41:28] » [todes]alpaka[queen] «: ICH VERSTEHE ES NICHT
    [08.11.2015 21:41:32] » [todes]alpaka[queen] «: WARUM MÖGEN ALLE DIESES GEDICHT
    [08.11.2015 21:41:39] » [todes]alpaka[queen] «: DAS IN 10 MINUTEN BEIM KUCHENBACKEN ENTSTAND
    [08.11.2015 21:41:49] » [todes]alpaka[queen] «: B E I M K U C H E N B A C K E N


    Ähm, ja. Aber jetzt mag ich es viel mehr als vorher. xD Fun fact, es sollte tatsächlich noch eine hoffnungsvolle letzte Strophe geben, in dem sich das lyrische Ich von diesen Vorurteilen loslöst und einfach seinen Träumen folgt, aber ich hatte einfach KEINE ZEIT MEHR DER KUCHEN WAR FERTIG UND ICH MUSSTE ES NOCH ABSCHICKEN UND DIE FREUNDIN BEI DER ICH DANACH WAR HAT FÜRCHTERLICHE INTERNETVERBINDUNG UND ES WAR TAG DER DL


    *hust* Dass es eher "Träume" heißen sollte, finde ich auch, das haben ja mehrere Leute gesagt. Andererseits find ich, dass "Traum" einfach einen schöneren Klang hat, lol. Aber rein logisch gesehen eher Plural, ja. ._." Ausführlich Rekommis gibt's auch noch irgendwann, aber erstmal müsst ihr mit dem hier Vorlieb nehmen. xD


    Gratulation an @Faolin, wundervolles Gedicht, ebenso an @Flocon, ebenso wundervolles Gedicht! *^*

  • Weil ich um 1:30 nachts nichts besseres zu tun habe und zufällig noch wach war, da ich noch gelesen habe, gibt es mal hier eine kurze Antwort von mir. Erstmal Glückwunsch dem ersten Platz. Wie gesagt, dein Gedicht war einfach genial @Faolin :bear:


    So ich will gar nicht so viele Rokommis um mich schmeißen, dafür ist es mir gerade zu spät und dafür bin ich auch nicht motiviert genug xD Ich will trotzdem mal so ein paar Dinge von mir geben.
    Sorry für den Titel, aber ich fand ihn passend. Zum einen hatte ich drei Jahre Psychologie und Pädagogik in der Schule und wusste ihn gekonnt ein zu bauen, da er sehr schön das Geschehens des Titels beschreibt, zum anderen fand ich ihn einfach passend. Auch wenn er die länge der chinesischen Mauer haben mag :D  
    Dann habe ich hier einige nette Interpretationen lesen dürfen, einige faszinierend, einige sehr richtig, einige so, dass ich selbst nie darauf gekommen wäre, aber sie durchaus faszinierend und schön sind *hust* @Molnija *hust* ....


    Also um das Gedicht so verstehen zu können, wie ich es wollte, muss man wissen wieso ich es geschrieben habe ... ich ähm ... kenne leider leider sehr viele Menschen, die psychische Probleme haben, sei es da sie Magersüchtig oder Depressiv sind ... Gott ihr habt keine Ahnung wie es ist, wenn einen eine gute Freundin weinend anruft und einem verkündet das sie anruft um sich zu verabschieden, weil sie gerade dabei ist sich die Pulsadern auf zu schlitzen.... :verysad:
    ... jedenfalls ... habe ich dieses Gedicht einer Freundin gewidmet, die selbst Magersüchtig ist ... ihre Therapeutin ist der Ansicht besser zu wissen was in ihr vorgeht als sie selbst. wenn sie ihr sagt was sie bedrückt, erklärt ihr diese, dass dem nicht so ist, und dass ihre Probleme ganz wo anders liegen ... sie meinte zu mir, sie gehe oft mit diesem Gesicht aus ihren Therapiestunden: :wtf: ;(  
    Das Gedicht entstand an dem Abend, als sie mir schrieb das sie sich zu viele Schlaftabletten eingeworfen habe und ich Angst hatte, ob ich je wieder ihre Stimme hören würde ...
    Zuerst wollte ich das Gedicht anders aufbauen, wollte mehr von dem "Du-bist-wundervoll-mach-dich-nicht-fertig" Zeug einbauen, aber irgendwie hörte sich der erste Versuch doof an und der zweite klang als würde ich eine Fallanalyse für den Psychologieunterricht schreiben... auf alle Fälle alles Meh. Schließlich überkam mich die Idee für diese Form als ich mich geduscht habe ... was lol ist weil ich einige meiner besseren Gedichte in der Dusche verfasst habe


    Zum Schluss eine bitte ... ok ich komme jetzt echt kacke rüber aber egal ... sollte sich einer von euch je nicht gut fühlen, sollte er sich allein fühlen, oder sich selbst hassen, dann redet mit jemand, vertraut euch an, denn ihr seid nicht alleine! Selbst wenn ihr das Gefühl habt, nicht mehr aufstehen zu können, dann wisst das da immer jemand ist, der bereit ist zu euch in den Schlamm zu springen und euch beim Aufstehen zu helfen. Niemand von euch muss dass alleine durchstehen. Das Leben wird besser! Geht sicher, dass ihr dabei seid, wenn es passiert! Habe euch alle lieb :heart: Ach und nur falls es nicht klar genug war, ihr seid alle ohne Ausnahme, einzigartig, besonders und wundervoll!


    Lebt lange und in Frieden



    PS: Sorry @Kiriki-chan aber ich finde es gerade echt lol das mein Gedicht besser ist als deines xD Oh und ich hatte Bock dich zu markieren that's all yeah :D

    [align=center][font='Georgia, serif'][size=12]Never doubt that I love you, cause I'm with you till the end of the line RaichuPorenta Caesurio

  • Zuerst einmal Glückwunsch an @Faolin, @Molnija und @Flocon. Euch macht wohl so schnell niemand etwas vor, auch wenn das Gedicht nur beim Kuchenbacken entstanden ist. Aber dafür wissen wir jetzt, dass das Schreiben wirklich keine Grenzen kennt!


    Danke übrigens auch für die Votes und die Punkte, die ich erhalten habe. Dass die verspielte Art in den Versen gut angekommen ist, hat mir wirklich gefallen und das Feedback sollte auch für zukünftige Projekte helfen.
    Das Thema Malen und Schreiben stand für mich dabei schon von Anfang an fest und ich hatte mir vorgenommen, verschiedene Eindrücke niederzuschreiben, um schließlich mit der letzten Strophe auf das Schreiben zu verweisen. Ist im Endeffekt auch mit der geplanten Leichtigkeit und der fröhlichen, kindlichen Atmosphäre genau das geworden, nur weniger, als ich eigentlich erwartet hatte. Ein roter Faden war nicht zu sehen, die Sprünge zwischen den Szenen waren groß und generell hat es auf mich so gewirkt, als fehle das gewisse Etwas. Dass dem nicht so war, hat mich überrascht, aber auch gefreut. Vielleicht überarbeite ich das Gedicht dahingehend auch noch mal.

  • Woah, ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Auf jeden Fall erstmal herzlichen Glückwunsch an @Molnija und @Flocon ! ♥
    Dieses Gedicht ist das erste, das ich seit Langem geschrieben habe, und es freut mich riesig, dass es vielen so gefällt. Danke für die tollen Kommentare und die Punkte, ich laufe schon den ganzen Tag mit einem Lächeln rum, wirklich.
    Natürlich, das Thema Liebe und vor allem eine zerbrechende Beziehung sind nicht gerade ein seltenes Thema. Ich hatte das mit dem Gedicht schon fast aufgegeben, es war der letzte mögliche Tag, etwas abzugeben, und dann - höre ich dieses wundervolle neue Lied von Adele, das mich einfach nur umgehauen hat. (*klick mich*) Die Emotionen haben mich förmlich mitgerissen und es hat mich so sehr in den Fingern gejuckt, dass ich einfach schreiben musste. Dass die Verse gegen Ende länger werden kam irgendwie automatisch; anfangs war es genau andersrum, da ich erstmal ein bisschen Zeit gebraucht hab, von langen Sätzen auf diese Kurzform zu kommen.
    @Molnija - Warum du so an dein "ich." denkst? Ganz einfach - weil du mich sehr inspiriert hast! Gerade durch die Form deines Gedichts und die Wortfetzen, die trotzdem irgendwie zusammenpassen. :) Vielen Dank also dafür, ich hoffe, das stört dich nicht...



    Gracidea

  • Dann will ich auch noch mal kurz die Chance nutzen, um mich bei allen für die Kommentare und Punkte zu bedanken sowie den Treppchenplätzen, also @Faolin, @Molnija und @Flocon herzlich zu gratulieren.
    Da die Aussage meines Gedichts wohl relativ eindeutig war, gibt es eigentlich nicht mehr viel dazu zu sagen oder zu erklären. Zu erwähnen wäre aber wohl, dass ich die Idee aus einigen meiner Lieblingsbüchern habe, nämlich aus den wundervollen Zamonien-Romanen. Ich habe mich quasi an der Rarlebewesendichtung versucht und auch wenn es möglicherweise nicht an die "Finsterbergmade" oder an "An einen alternden Laubwolf" herankommt, so bin ich eigentlich ganz zufrieden damit. Das heißt, erst war ich es, nach dem Abschicken irgendwie nicht mehr und inzwischen wieder. :D  
    Der letzte Vers hat mir übrigens auch ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Eigentlich hatte ich ihn nicht geplant, aber ich fand die letzte Strophe irgendwie zu optimistisch. Die Sache ist halt die, dass in Filmen oder Artikeln über das Aussterben einer Tierart oder die globale Erwärmung oder über sonst etwas Vergleichbares oft am Ende eine Botschaft steht, dass man aber noch was bzw. alles retten kann, also auf jeden Fall Hoffnung besteht. Dabei empfinde ich aber immer so, dass diese Hoffnung irgendwie ein Gefühl auslöst, als müsste man auch nichts Besonderes tun bzw. allein dadurch, dass Hoffnung besteht, hat man eigentlich schon alles gerettet. Ich hoffe, man versteht, was ich meine... Deswegen wollte ich am Ende jedenfalls noch einmal unterstreichen, dass es zwar Hoffnung gibt, sie aber wahrscheinlich nicht mehr lange bestehen wird. Die Hoffnung lebt noch, aber sie stirbt auch. Wobei, wenn ich mich recht erinnere, ist die Zahl der in Wildnis lebenden großen Pandas sogar leicht gestiegen, aber das ist natürlich noch lange nicht die Rettung der Tierart.
    Und zum Schluss muss ich wohl eingestehen, dass ich bei der Thematik ein ziemlicher Heuchler bin. Ich habe, wenn ich mich recht erinnere, nie ein Tier gerettet und wohl auch nie passiv etwas für Tierrettung oder Tierschutz getan, so ungern ich das auch zugebe. Streng genommen kann ich nicht einmal sagen, dass ich keinem Tier geschadet hätte, denn schließlich esse ich Fleisch und das kommt ja auch von irgendwo her, wobei es sicher nicht immer der freundliche Bio-Bauer von nebenan ist... Naja, ich breche an der Stelle mal ab, ehe ich noch weiter abschweife.
    Glückwunsch jedenfalls an die Treppchenplätze nochmal und danke an alle Voter. :)

  • [tabmenu][tab=Allgemein]Die Gewinner wissen ja schon, was ich von ihren Gedichten halte, also widme ich mich der Erklärung meines. Tatsache ist, dass ich auf ein paar Punkte mehr gehofft hatte, weil ich eigentlich ziemlich zufriden war. Allerdings hatte ich das letzte Mal, als ich so gedacht hatte, letztlich null Punkte und damit das schlechteste ergebnis meiner Wettbewerbskarriere. Dementsprechend möchte ich mich nicht beklagen, sondern allen danken, die mir "trotzdem" Punkte gegeben haben.
    Wie eigentlich alle richtig erkannt haben, behandelt das Gedicht einen Verlust, bei dem die Gefühle in Farben ausgedrückt werden. Ich habe mich übrigens bemüht, die Gefühle selbst nicht zu erwähnen. Mein ursprünglicher Plan beinhaltete definitiv grau für den Schockzustand, wenn das Lyrische Ich seine tote Freundin findet, und blau für die Trauer, die das schließlich auslöst (bei rot bin ich mir gerade unsicher, ob die Wut von Anfang an geplant war, aber sie passte gut). Das Gedicht selbst ist innerhalb etwa einer Stunde entstanden und hat sich während des Schreibens deutlich weiterentwickelt. Zum Beispiel die Tatsache, dass das Lyrische Du durch ihren Freund umgebracht wurde (ja, es war kein Selbstmord, was ich ein wenig in dem Vers "Er wollte dein Leid" angedeutet habe), kam erst wirklich als ich mit "Idiot" ein Reimwort auf "rot" gefunden habe. Aber selbst an der Stelle war noch nicht sicher, ob ich die Eifersucht mit einbringe. Das sieht man eigentlich auch daran, dass ich schon im Vers zuvor andeute, dass das eigentlich unnötig ist ("Denn davon bringt dich nichts zurück"). Letztlich habe ich mir aber gedacht, dass eine Farbe mehr nicht schaden könnte und habe doch die Eifersuchtsstrophen geschrieben. Davon abgesehen ist mir erst nach Fertigstellung des Gedichts aufgefallen, dass es ziemlich gut auf die Phasen zur Verlustbewältigung passt. (Ich hab @Cáithlyns Text "A stranger in wonderland" hier seit dem Video-Collab immernoch rumliegen^^")
    Die dreigeteilte Strucktur ist mit dem Rest zusammen eher spontan entstanden. Wirklich klar war bloß, dass es mit "Alles ist grau" beginnen sollte. Um die erste Strophe hat sich dann alles andere entwickelt. Wie gesagt, ich mag das Gedicht wirklich sehr. Schade, dass ich so starke Konkurrenz hatte. :3
    [tab=Der Titel und die letzte Strophe]

    Interessantes Konzept und der Aufbau als Regenbogen - auch wenn du ein paar Farben auslässt - ist dir ganz gut gelungen.

    Tatsächlich ist der Titel als letztes entstanden. Ich hatte das Gedicht, aber noch keine Ahnung, wie ich es nennen könnte. Zuerst hatte ich "Die andere Seite des Regenbogens", weil Regenbögen normalerweise mit schönen Dingen verbunden werden, aber dann kam mir das mit dem Ende in den Kopf, was noch schöner Klang. Dementsprechend ist es nicht so, dass ich mich an einem Regenbogen orientiert hätte, sondern dass das Bild einfach gut gepasst hat.

    Die letzte Strophe tritt besonders hervor, da die Farben Schwarz und Weiß eigentlich nicht zum Regenbogen gehören.

    Wie gesagt, der Regenbogen kam als letztes, es ist aber trotzdem auf den Titel zu beziehen, weil es mit den Nicht-Farben schwarz und weiß eben auf das Ende verweist. Aber es freut mich sehr, dass du in der Dunkelheit das Schwarz erkannt hast.
    Insgesamt war mir genau dieser Kontrast am Ende sehr wichtig und zwar so, dass es eben keine Farben mehr geben sollte. Es gibt noch eine alternative letzte Strophe, die da heißt:
    Alles ist weiß
    Und farblos das Glück.
    "Leb' wohl", sagst du leis'
    Und schwarz bleibt zurück.
    Allerdings gefiel mir die Variante, dass das lyrische Du das Weiß darstellt noch etwas besser, weil man dann besser den Bezug zum "hellen Schein" aus der vorherigen Strophe aufbringen konnte. Das hat Thrawn insgesamt am besten erkannt:

    Und Weiß, naja, steht auch für Leere, aber da das "Du" wohl stirbt (dazu gleich) hat es dann hier vielleicht auch ein bisschen den Sinn der Unsterblichkeit (im Sinne von Leben nach dem Tod).

    Mein Bild bei dieser Strophe war eine Art Engelsgestalt, die das Lyrische Ich erblickt. Es sollte so diesen Moment beschreiben, in dem die Seele vollständig in die andere Welt übergeht und dabei eben noch einmal aufleuchtet. Und nach diesem gleißenden weißen Licht bleibt einfach nichts mehr, die tatsächliche Leere, im Gegensatz zum Schock aus der ersten Strophe. Darum muss ich Cassandra auch ein wenig wiedersprechen:

    Ich mag das Ende hier, dieses Weiß (was eben sehr schön diese ermüdende Leere ausdrückt), das eigentlich die Dunkelheit einführt. Das kann man wohl als den Moment sehen, wo man endgültig abschließt und weiß, dass es wirklich vorbei ist.

    Nicht das Weiß ist die Leere, sondern das Schwarz. Das Weiß symbolisiert das Lyrische Du, eigentlich irgendwo alle Gefühle. Wenn man an Licht denkt, dann besteht weiß aus allen anderen Farben. Schwarz hingegen ist die Abwesenheit von Farben. Die wirkliche Leere ist farblos, weil keine Gefühle mehr da sind. Das Weiß ist nur die Vorbereitung. Es vertreibt die Farben und wenn nichts mehr da ist, bleibt nur noch Dunkelheit.


    [tab=sonstige Zitate]

    (Gibts sowas nicht auch bei der FF-Challenge?)

    Jup. Was meinst du, woher die Inspiration kommt? :b


    nur die Wortwahl erscheint mir stellenweise zu simpel und nicht ganz passend

    Wirklich? Finde ich eigentlich gar nicht, aber mich würde interessieren, wie du zu dieser Vermutung kommst. Was genau meinst du ist zu simpel und nicht ganz passend?


    (z.B. Tod -- rot)

    Ich hatte viel schlimmere Reime in diesem Gedicht! "Tür" auf "hier" ist ein echt unschöner Reim, wenn man so will, aber "Tod" auf "rot"? Wer spricht schon "Tod" so aus, dass man deutlich das d hört? Wie gesagt, es gibt deutlich Schlimmeres.^^


    Allerdings könnte man durch die äußere Form sowie sprachliche Mittel gerade diesen Wandel stärker zur Geltung bringen. Mittels Metrik könnte man das Gedicht schon mit diesen Gefühlen in der Betonung vortragen, z.B. Daktylus bei Wut, Trochäus bei Trauer.

    Ja, hätte man, wollte ich aber nicht. Nachdem ich sie eingeführt hatte, wollte ich die Dreier-Strucktur beibehalten und nicht für die Emotionen zwischen den Rhythmen wechseln. Ich fand es so schon teilweise schwer genug, die Übergange flüssig zu lesen.^^"


    Schön mit Worten gespielt, da kann man nicht meckern (außer wie immer am Thema Liebe!).

    Ich glaube, die Liebe war ursprünglich in diesem Gedicht gar nicht geplant und sie sollte auch keinesfalls im Vordergrund stehen. Wichtig war mir hierbei der Verlust und alles damit Zusammenhängende zu beschreiben. [/tabmenu]